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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 21.10.2009

"Wendy und Lucy"

Anke Leweke über die Geschichte einer Außenseiterin

Szene aus "Wendy & Lucy" (peripherfilm)
Szene aus "Wendy & Lucy" (peripherfilm)

Dass Kino nicht bigger than life sein muss, weiß das amerikanische Independent-Kino schon lange. Bevorzugt zieht es daher in die Vorstädte oder aufs Land, stellt Geschichten von Menschen, die an den sogenannten Rändern der Gesellschaft leben, in den Mittelpunkt.

Auch Kelly Reichardt weiß, dass das Leben Drama genug sein kann. Dieser Regisseurin reichen eine junge Frau, ein Hund und ein altes Auto, um eine Geschichte zu erzählen, wie sie sich, so oder so ähnlich, nicht nur in den USA tagtäglich abspielen könnte. Ihre wenigen Habseligkeiten hat Wendy im Kofferraum eines alten Honda verstaut, mit ihrem Hund Lucy auf dem Rücksitz macht sie sich auf den Weg nach Alaska, wo sie hofft, in einer Fischfabrik Arbeit zu finden. Das wenige Geld reicht knapp fürs Benzin.

Das Auto geht kaputt, Wendy wird beim Klauen von Hundefutter erwischt, und Lucy verschwindet plötzlich. Mehr Handlung braucht der Film nicht, um uns mit in einen Alltag zu nehmen, der nicht vom Leben, sondern vom Überleben bestimmt ist.

So traurig dieser Film sein mag, so schön ist er auch. Weil er die Geschichte einer Außenseiterin ganz selbstverständlich erzählt, weil er stets mit seiner Heldin auf Augenhöhe ist. Wenn Wendy und Lucy spazieren gehen, hört man die junge Frau stets summen. Es ist ein einsames Summen, das den Zuschauer noch lange nach dem Verlassen des Kinos begleiten wird.

USA 2008. Regie: Kelly Reichardt. Darsteller: Michelle Williams, Will Oldham, Will Patton, Larry Fessenden, Walter Dalton, John Robinson, Michelle Worthey, John Breen. Länge: 80 Minuten

Filmhomepage "Wendy und Lucy"

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