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Kulturnachrichten

Montag, 5. Oktober 2015

Weltdokumentenerbe werden bis Dienstag bekanntgegeben

Fünf deutsche Nominierungen

Fünf deutsche Werke könnten in diesem Jahr in das Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen werden. Bis Dienstag berät das Internationale Komitee für das "Memory of the World"-Programm in Abu Dhabi über die Neuaufnahmen, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Insgesamt liegen 88 Nominierungen vor, aus Deutschland frühe Schriften der Refomationsbewegung und Johann Sebastian Bachs Autograph der h-Moll-Messe. Zum digitalen Unesco-Register "Memory of the World" gehören ausgewählte Dokumente, darunter Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente. Es besteht seit 1992 und umfasst derzeit rund 300 Dokumente, beispielsweise die 21 Thesen der Solidarnosc, die Magna Charta und der Azteken-Codex in Mexiko. Aus Deutschland sind bislang 18 Dokumente registriert, darunter die Göttinger Gutenberg-Bibel.

Henning Mankell ist tot

Der schwedische Krimiautor starb mit 77 Jahren

Der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell ist tot. Der Schöpfer des mürrischen Kommissars Kurt Wallander starb am frühen Montagmorgen im Alter von 67 Jahren in Göteborg, wie der Hanser Verlag mitteilte. Ende 2013 war Mankell an Lungenkrebs erkrankt, seine Krankheit hatte er in der erst kürzlich in Deutschland erschienenen Autobiografie "Treibsand" verarbeitet. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 40 Bücher - darunter Romane und Theaterstücke, Essays, Kinderbücher und Drehbücher – von denen weltweit mehr als 30 Millionen Exemplare verkauft wurden. "Henning Mankell war einer der großen schwedischen Schriftsteller, geliebt und gelesen hier zu Hause und in der ganzen Welt", teilte der Leopard Verlag in Stockholm mit. "Durch sein Schreiben ging wie ein roter Faden die Solidarität mit den Schwachen und Verletzlichen." Vor allem dem Kampf gegen Armut und Analphabetismus in Afrika widmete Henning Mankell einen großen Teil seiner Zeit. Er lebte in Schweden und Mosambik.

Deutschland geht bei Emmy-Nominierungen leer aus

Im letzten Jahr gewann "Unsere Mütter, unsere Väter" einen der Hauptpreise

Nach einem Hauptpreis im Jahr 2014 nun die Ernüchterung: Deutschland geht bei den Nominierungen für die International Emmys dieses Jahr leer aus. In keiner der zehn Kategorien sei ein deutscher Beitrag nominiert, teilten die Veranstalter am Montag in New York mit. Die 40 Beiträge, die weiterkommen, stammen stattdessen aus 19 anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien, Kanada, Österreich, Südafrika und der Türkei. Im vergangenen Jahr hatte der ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" den Preis für die beste Miniserie und damit einen der Hauptpreise gewonnen. Die International Emmys sind der weltweite Ableger des wichtigsten Fernsehpreises der Welt.

Alexander Shelley verlässt Nürnberger Symphoniker

Britischer Chefdirigent wechselt nach Ottawa

Der Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker, Alexander Shelley, wechselt von Nürnberg nach Ottawa. Er werde seinen am Ende der Spielzeit 2016/17 auslaufenden Vertrag nicht verlängern, teilte die Orchesterleitung mit. Shelley bedauere, dass ihm seine zunehmenden Pflichten als Musikdirektor des Nationalen Orchesters in Ottawa eine Fortführung seiner Nürnberger Aktivitäten nicht mehr erlaubten. Der Intendant der Symphoniker, Lucius A. Hemmer, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung Shelleys. Der 35-Jährige ist seit 2009 Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker. Er erfreut sich großer Beliebtheit beim Nürnberger Konzertpublikum.

Pianist Georg Graewe erhält SWR-Jazzpreis

Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert

Der Pianist Georg Graewe erhält am Montagabend den SWR-Jazzpreis. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Land Rheinland-Pfalz und vom Südwestrundfunk (SWR) gestiftet und beim Internationalen Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen überreicht. Dort tritt der in Bochum geborene Preisträger auch auf. "Mit Georg Graewe wird in diesem Jahr ein Musiker gewürdigt, dem der Jazz in Deutschland richtungsweisende Impulse verdankt. Sowohl als Solist als auch als Leiter verschiedener Ensembles konnte er sich internationales Renommee erspielen", begründete die Jury ihre Entscheidung. Der SWR-Jazzpreis wird am 05. Oktober zum 35. Mal verliehen und ist der ältest Jazzpreis Deutschlands.

Tod bei Verbandssitzung: Spanische Bühnenautorin gestorben

Ana Diosdado wurde 77 Jahre alt

Die Schauspielerin und Schriftstellerin Ana Diosdado, eine der wichtigsten spanischen Bühnenautorinnen der Gegenwart, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Sie hatte während einer Vorstandssitzung des spanischen Autoren- und Verlegerverbandes (SGAE) in Madrid einen Atem- und Herzstillstand erlitten. Wie der SGAE mitteilte, blieben Wiederbelebungsversuche erfolglos. Die Autorin hatte für ihre Werke eine Reihe von Auszeichnungen erhalten. Von 2001 bis 2007 stand sie als erste Frau an der Spitze des Verbands. Diosdado wurde 1938 in Buenos Aires als Tochter eines spanischen Schauspielerpaares geboren, das vor dem Bürgerkrieg aus Spanien geflüchtet war. Sie widmete ihr Leben ganz dem Theater. Mit fünf Jahren stand sie erstmals auf der Bühne. Als Jugendliche siedelte sie nach Madrid über. Zu ihren Werken gehören Theaterversionen von Schriften renommierter Autoren wie Henrik Ibsen, Tennessee Williams oder Oscar Wilde.

Matthias Matschke wird neuer Polizeiruf-Kommissar

Der Magdeburger Ermittler Sylvester Groth steigt nach zwei Jahren aus

Schauspieler Matthias Matschke wird Fernsehkommissar beim "Polizeiruf 110" aus Magdeburg. Er folgt im ARD-Sonntagskrimi auf den ausgeschiedenen Sylvester Groth, wie der MDR mitteilte. Die ersten Dreharbeiten mit dem neuen Ermittler-Duo starten in Kürze. Groth spielt aus persönlichen Gründen nicht mehr im Polizeiruf mit. Gestern Abend hatte er seinen letzten Auftritt als Kommiassar im zweiten Teil des Polizeirufs "Wendemanöver". Laut MDR wird Matthias Matschke den Neuzugang Hauptkommissar Köhler verkörpern. Der MDR beschreibt ihn als offenen und kommunikativen Familienmenschen mit ausgeprägter sozialer Kompetenz. Matschke hatte zuletzt den ARD-Fernsehfilm "Der Fall Barschel" über den Tod des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten gedreht. Er ist aus diversen Kino- und Fernsehrollen bekannt, unter anderem als Bastian Pastewkas Bruder Hagen in der Sat.1-Comedyserie "Pastewka".

Bauhaus erhält rund 60 Werke von Grewenig

Der Maler Leo Grewenig war Schüler von Kandinsky, Klee und Moholy-Nagy

Die Stiftung Bauhaus Dessau hat rund 60 Werke des einstigen Bauhausschülers Leo Grewenig erhalten. Die Schenkung aus dem Archiv Grewenig im hessischen Bensheim umfasse 24 Gemälde und 37 Grafiken, teilte die Stiftung Bauhaus mit. Grewenig war Schüler am Bauhaus Weimar. 1925 erwarb er dort seinen Gesellenbrief für Wandmalerei. Zu seinen Lehrern gehörten unter anderem Wassily Kandinsky, Paul Klee und László Moholy-Nagy. In der NS-Zeit waren seine Werke verboten. Nach dem Krieg unterrichtete er als Kunsterzieher im Saarland und siedelte 1957 nach Bensheim, wo er 1991 starb. Bis zum 25. Oktober sind Werke des Bauhausschülers in einer kleinen Ausstellung im Bauhaus zu sehen.

Medizin-Nobelpreis geht an drei Parasiten-Forscher

Weitere Preisträger werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben

Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an drei Wissenschaftler für die Erforschung von Malaria, Flussblindheit und Elefantiasis, Krankheiten, die überwiegend in ärmeren Staaten auftreten. Die eine Hälfte erhält die Chinesin Youyou Tu. Die zweite Hälfte teilen sich der gebürtige Ire William C. Campbell und der Japaner Satoshi Omura. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 850 000 Euro dotiert. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt, am Donnerstag wird der Literatur-Preisträger bekannt gegeben. Als Favoritin gilt in diesem Jahr die Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch aus Weißrussland. Die Überreichung aller Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

IS sprengt Triumphbogen in Palmyra

Weiteres Kulturdenkmal zerstört

Der Zerstörungswut der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach syrischen Angaben ein weiteres bedeutendes Kulturdenkmal zum Opfer gefallen. Wie die staatliche Antikenverwaltung mitteilte, sprengten die Extremisten in der Wüstenstadt Palmyra den zwischen 193 und 211 nach Christus erbauten Triumphbogen. Die Extremisten hatten dort unter anderem bereits die einzigartigen Tempel Baal und Baal Schamin zerstört. Die Ruinen der ehemaligen Handelsmetropole der legendären Königin Zenobia zählen seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Oasenstadt in der zentralsyrischen Wüste war eines der herausragenden Zentren im Altertum. Der IS hatte Anhänger des syrischen Regimes im Mai von dort vertrieben. Die Extremisten enthaupteten auch den früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled Asaad.

Feridun Zaimoglu wünscht sich sachlichere Asyl-Debatte

Schriftsteller warnt vor Hysterie

Feridun Zaimoglu hat vor Hysterie in der Flüchtlingsdebatte gewarnt. Sie sei lange Zeit "die größte Dummheit der Politiker" gewesen, sagte der 50-Jährige in Bonn. "Entweder waren sie hysterisch, indem sie sagten, wir umarmen die ganze Welt oder indem sie, wie jetzt, gegensteuern und Härte zeigen." Beides sei "Mumpitz", so der Autor, der im Alter von einem Jahr mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland kam. Nun gelte es, die Flüchtlinge tatsächlich aufzunehmen, betonte Zaimoglu. "Mit Aufnahme meint man ja hoffentlich nicht nur, dass man sie hineinwinkt, sondern sie schnell dazu bringt, sich einzugliedern." Bekannt wurde Zaimoglu mit seinem Buch "Kanak Sprak". Darin versucht er, die subversive Kraft der Sprache junger türkischstämmiger Männer in Deutschland literarisch darzustellen. Zaimoglu ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

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