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Kulturnachrichten

Donnerstag, 4. Februar 2016

UN nennt Assanges Inhaftierung illegal

Das sagt ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums

Eine UN-Arbeitsgruppe hat das Festsitzen von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London als illegal bewertet. Das sagte ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums in Stockholm einen Tag vor der Veröffentlichung eines Berichts der Arbeitsgruppe. Assange hält sich seit Jahren in der Botschaft auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Die Einschätzung der Menschenrechtsexperten ist weder für die schwedischen noch für die britischen Behörden bindend. Die britische Polizei teilte mit, sie werde Assange ungeachtet des Berichts verhaften, sobald er seinen Fuß vor die Botschaft setze. Julien Assange will morgen Details über seine Zukunftspläne bekanntgeben.

Aurélie Dupont neue Chefin des Pariser Opernballetts

Intendant Stéphane Lissner stellte die 43jährige vor

Die Tänzerin Aurélie Dupont wird neue Tanzdirektorin an der Pariser Oper. Eine Stunde zuvor hatte Benjamin Millepied nach nur eineinhalb Jahren in diesem Amt das Handtuch geworfen. "Nach reiflicher Überlegung habe mich entschieden, meine Tätigkeit zu beenden", hatte der 38-Jährige erklärt. Als Grund für seine Kündigung gab der Choreograph und Tänzer an, er wolle sich "100 Prozent" der kreativen Arbeit widmen. Seine Arbeit an der Pariser Oper hätte ihm das aber nicht erlaubt. Millepied sollte Wind in das altehrwürdige Haus bringen, eckte damit aber auch an: Dass er kürzlich in einem Dokumentarfilm die Tänzerausbildung an der Oper als zu starr kritisiert und gesagt hatte, Ballett könne manchmal "tödlich langweilig" sein, soll laut "Paris Match" im Opernhaus gar nicht gut angekommen sein. Millepieds Frau, die Schauspielerin Natalie Portman, hatte nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt überdies deutlich gemacht, sich als Jüdin in Paris unwohl zu fühlen.

Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse

Die Jury wählte in diesem Jahr aus 401 Werken aus

Die 15 Nominierungen für jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2016 stehen fest. In der Kategorie Belletristik dürfen auf die Auszeichnung hoffen: Marion Poschmann: "Geliehene Landschaften - Lehrgedichte und Elegien" (Suhrkamp), Roland Schimmelpfennig: "An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts" (S. Fischer), Nis-Momme Stockmann: "Der Fuchs" (Rowohlt), Heinz Strunk: "Der goldene Handschuh" (Rowohlt) und Guntram Vesper: "Frohburg" (Schöffling & Co.). In der Kategorie Sachbuch/Essayistik sind nominiert: Werner Busch: "Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit" (C.H. Beck), Jürgen Goldstein: "Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt" (Matthes & Seitz), Ulrich Raulff: "Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung" (C.H. Beck), Christoph Ribbat: "Im Restaurant. Eine Geschichte aus dem Bauch der Moderne" (Suhrkamp) und Hans Joachim Schellnhuber: "Selbstverbrennung: Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff" (C. Bertelsmann). Die Nominierungen in der Kategorie Übersetzung: Kirsten Brandt für "Flüchtiger Glanz" von Joan Sales (Hanser), Brigitte Döbert: "Die Tutoren" von Bora Ćosić (Schöffling & Co.), Claudia Hamm: "Das Reich Gottes" von Emmanuel Carrère (Matthes & Seitz Berlin), Frank Heibert: "Frank" von Richard Ford (Hanser Berlin) und Ursula Keller: "Eine Straße in Moskau" von Michail Ossorgin.

Literaturstipendien für Etz und Steinberger

Die Preise wird am 17. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen

Die beiden Schriftstellerinnen Elisabeth Etz und Kathrin Steinberger erhalten in diesem Jahr die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien. Beide Autorinnen bekämen für ein halbes Jahr monatlich jeweils 2.000 Euro, teilte der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt mit. Etz erhält das Stipendium für ihr Buch "Alles nach Plan", in dem die 16-jährige Protagonistin Anna eine Liste mit Erfahrungen erstellt, die sie sammeln will. Die 1979 in Wien geborene Elisabeth Etz ist Germanistin. Sie schreibt Bücher und Kurzgeschichten für Kinder und Jugendliche. 2004 erhielt sie den Kinder- und Jugendliteraturpreis "Dixi". Steinberger erzählt in ihrem Roman "Manchmal dreht das Leben alles um" die Geschichte zweier hochbegabter junger Menschen. Kathrin Steinberger, geboren 1982 in der Steiermark, studierte vergleichende Literatur-, Film-, Theater- und Medienwissenschaft sowie Germanistik. Auch sie ist "Dixi"-Preisträgerin.

Elke Schmitter wird Literaturfest-Kuratorin

Sie ist in diesem Jahr für das "forum:autoren" zuständig

Die Schriftstellerin und «Spiegel»-Journalistin Elke Schmitter (55) wird Kuratorin beim Literaturfest München. Damit tritt sie in die Fußstapfen von Autoren wie Ilija Trojanow, Matthias Politycki, Thea Dorn und zuletzt Albert Ostermaier. Das Motto des Autorenforums lautet in diesem Jahr "ein wort gibt das andere". "Wir brauchen die Sprache, um über Gott und die Welt und über uns zu reden", sagte Schmitter. "Sie entsteht aus dem Miteinander, doch sie hat ihren Eigensinn." Zum Literaturfest München (10. bis 27. November 2016) werden unter anderem die beiden Nobelpreisträgerinnen Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch erwartet.

Verein wirbt für Deutsch als sozialer Kitt

Motto 2016: "Deutsch verbindet"

Unter dem Eindruck des hohen Flüchtlingszuzugs stellt der Verein Deutsche Sprache (VDS) das Jahr 2016 unter das Motto "Deutsch verbindet!" "Nie war die deutsche Sprache als sozialer Kitt so wichtig wie heute", sagte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer in Dortmund. Das Bestreben vieler Kommunen, auch Englisch als Verkehrssprache in ihren Ämtern zuzulassen, hält Krämer für eine "Integrationsbremse allererster Qualität". Hunderttausende Flüchtlinge und vor allem Flüchtlingskinder müssten so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen. Der Verein Deutsche Sprache werde sich bei allen Themen einmischen und seine Stimme für die deutsche Sprache erheben, kündigte Krämer an. Der Verein will in diesem Jahr zudem erneut vorbildlichen Sprachgebrauch mit Preisen auf Regional- und Bundesebene auszeichnen und wieder den «Sprachpanscher des Jahres» wählen.

"Bestes Kinderhörbuch" 2016

"Die unendliche Geschichte" von Michael Ende wird ausgezeichnet

"Die unendliche Geschichte" erhält den Deutschen Hörbuchpreis 2016 in der Kategorie "Bestes Kinderhörbuch". Für die neue Hörspielfassung des Klassikers werden Regisseurin Petra Feldhoff und Bearbeiterin Ulla Illerhaus (beide WDR) mit 3.333 Euro geehrt, wie der Verein Deutscher Hörbuchpreis in Köln mitteilte. Die Verleihung des 14. Deutschen Hörbuchpreises findet am 8. März im WDR Funkhaus in Köln sttatt. Wie in den Vorjahren ist die Preisverleihung zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.Cologne.

Würdigung für Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Deutschlandradio Kultur ehrt Klangkörper als "Orchester des Jahres"

„Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen“ ist das "Orchester des Jahres". So lautet der Titel einer neuen Anerkennung, die Deutschlandradio Kultur von 2016 an jährlich ausspricht. Die Auszeichnung anerkennt innovative Impulse im deutschen Musikleben durch herausragende künstlerische und pädagogische Arbeit, sowie zukunftsweisende Organisations- und Arbeitsstrukturen. Die Auswahl erfolgt durch Redakteure und Musikexperten. Deutschlandradio Kultur wird die "Orchester des Jahres" jeweils ein Kalenderjahr in seinem Programm begleiten. Den Auftakt markiert die Live-Übertragung des Konzerts aus dem Bremer Konzertsaal "Die Glocke" am 5. Februar von 20:03 Uhr bis 22:00 Uhr.

Andreas Ecke erhält Europäischen Übersetzerpreis

Gewürdigt wird sein Übertragen niederländischer Literatur ins Deutsche|

Der Literaturübersetzer Andreas Ecke erhält den diesjährigen Europäischen Übersetzerpreis. Das teilte eine Sprecherin der Jury mit. Der 2006 initiierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Er wird von der Stadt Offenburg und der Hubert-Burda-Stiftung getragen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Der 58jährige Andreas Ecke lebt als freier Übersetzer in Bonn. Den erstmals vergebenen "Entdeckerpreis" erhält die Schweizer Autorin Jacqueline Crevoisier. Die Preise werden am 24. April überreicht.

Schriftstellerin Ruth Rehmann gestorben

Sie wurde 93 Jahre alt

Wie der Carl Hanser Verlag in München mitteilte, starb Ruth Rehmann bereits am 29. Januar im oberbayerischen Trostberg. Rehmann war jahrelang in der Friedens- und Umweltbewegung aktiv gewesen. Aus ihrem ersten Roman "Illusionen" las sie1958 auf der Tagung der Gruppe 47. Zu den bekanntesten Werken zählen der autobiografische Roman "Der Mann auf der Kanzel" (1979), sowie die Bücher "Abschied von der Meisterklasse" (1985) und "Die Schwaigerin" (1987). Im dem autobiografischen Bericht "Unterwegs in fremden Träumen" (1993) spannte sie einen Bogen von der Nachkriegszeit bis zur Wende. Rehmann wurde am 1. Juni 1922 in Siegburg bei Bonn geboren. Nach dem Abitur besuchte sie die Meisterklasse der Musikhochschulen in Berlin und Köln. 1945 floh sie nach Oberbayern und ließ sich im Chiemgau nieder, wo sie seither lebte. Sie war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Michael Krüger verteidigt Adonis

In zwei Wochen soll der Dichter mit einem deutschen Friedenspreis ausgezeichnet werden

In die Kontroverse um die Vergabe des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises hat sich der langjährige Chef des Hanser-Verlags, Michael Krüger, eingeschaltet. Nachdem kürzlich die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giuseppina Maria Nicolini, aus Protest gegen Hauptpreisträger Adonis auf ihre Auszeichnung verzichtet hatte, sagte Krüger der "Neuen Osnabrücker Zeitung": Es sei schwierig zu beurteilen, ob der syrisch-libanesische Dichter sich tatsächlich nicht deutlich genug gegen das Assad-Regime in Syrien gestellt habe. Die Forderung, ihm den Preis nicht zu übergeben, hätte er als "übertrieben" empfunden. Adonis sei Alevit wie das Herrscherhaus. Man könne aber nicht "jeden Aleviten für das, was in Syrien passiert, verantwortlich machen", so Krüger, der auch Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ist. Es sei vorauszusehen gewesen, dass irgendwann ein Bürgerkrieg losbrechen werde. "Jetzt den großen Dichter Adonis, der immer für die Trennung von Staat und Religion eingetreten ist, dafür leiden zu lassen, finde ich ungerecht". sagte der 72jährige. "Da müssen wir uns an unsere eigene Nase fassen." Die Preisverleihung in Osnabrück war nach Protesten auf den 19. Februar verschoben worden.

Filmstandort Berlin-Brandenburg 2015 ausgebucht

Das teilte der Medienboard, die Fördergesellschaft der beiden Bundesländer mit

An hochgerechnet 4700 Tagen sei im vergangenen Jahr in der Region Berlin-Brandenburg gedreht worden. "Der Filmstandort gehört zu den international beliebtesten Drehorten für Filme und Serien", teilte das Medienboard mit. Davon profitiere auch die regionale Wirtschaft. Allein die Produktion von Spielfilmen und Serien bringe Unternehmen in der Region sechs Mal so viel ein, wie die Projekte an Filmförderung in Höhe von 25,6 Millionen Euro bekommen hätten, erklärte eine Sprecherin. Das hätten Zahlen der Landesbank ergeben. In diesem Jahr will die Fördergesellschaft die Regisseure Florian Henckel von Donnersmarck und Wolfgang Petersen unterstützen.

Barocke Deckenmalerei werden erforscht

Forschungsprojekt von bayerischen und hessischen Wissenschaftlern

In den kommenden 25 Jahren sollen die bestehenden und zerstörten Decken- und Wandmalereien der frühen Neuzeit in Deutschland dokumentiert, erforscht, rekonstruiert und digitalisiert werden. Für das Projekt "Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland" (CbDD) stehen jährliche Bundes- und Landesmittel in Höhe von zusammen 650.000 Euro zur Verfügung. Die Ergebnisse würden schrittweise in 3D-Technik, bester fotografischer Qualität und mit kunsthistorischen Zusatzinformationen auf dem neuen digitalen Portal www.deckenmalerei.badw.de präsentiert, hieß es.

Sterbliche Überreste Nerudas werden erneut bestattet

Von der richterlichen Anordnung berichten chilenische Medien

Die sterblichen Überreste von Pablo Neruda sollen drei Jahre nach ihrer Exhumierung wieder in seinem Grab auf der Isla Negra bestattet werden. Die Überführung soll am 26. April stattfinden. Der Leichnam des Literaturnobelpreisträgers war im April 2013 exhumiert worden, um zu klären, ob Neruda ermordet worden sein könnte. Während die Gerichtsmedizin erklärte, er sei am 23. September 1973 an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, hatte die spanische Tageszeitung "El País" vergangenen Herbst gemeldet, in einem Bericht des chilenischen Innenministeriums werde nicht ausgeschlossen, dass der Anhänger des am 11. September 1973 gestorbene Salvador Allende getötet worden sein könnte. Abschließende Erkenntnisse der Exhumierung werden im März erwartet.

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