Mittwoch, 4. März 2015MEZ19:49 Uhr

Interview

SchmerztherapieFakirtechnik statt Tablette
Eine Frau hält den Kopf in den Händen. (imago / Science Photo Library)

153 Millionen Packungen Schmerzmittel wurden 2013 in Deutschland verkauft. Dabei helfen Tabletten vielen Patienten nicht mehr. Der Schmerztherapeut Gerhard Müller-Schwefe verrät, wie man mit Geisteskraft den Schmerz in den Griff bekommen kann.Mehr

ReisenMassentourismus oder Mongolei
(picture alliance / Klaus Rose)

Pauschal Sonne satt oder exklusiver Bildungsurlaub: Mehr als 180 Länder werben für sich auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin. Die Deutschen werden auch künftig bei ihren Vorlieben bleiben, sagt Tourismusforscher Martin Lohmann. Mehr

VoluntourismusVon Kinderschutz keine Spur
Mädchen in Mama Fatuma's Childrens Home im Stadtteil Eastleigh in Nairobi (Kenia), aufgenommen am 30.11.2007. (picture-alliance / dpa / Sandra Gätke)

Eine schöne Rundreise machen - und eben mal ein paar Tage im Waisenhaus helfen: "Voluntourismus" liegt im Trend. Ecpat-Sprecherin Dorothea Czarnecki warnt: Es geht dabei um die Interessen der Reisenden, nicht um die Kinder.Mehr

weitere Beiträge

Interview / Archiv | Beitrag vom 06.10.2012

Warnung vor "sehr gefährlichen Überlegungen" im Konflikt mit Syrien

Sicherheitspolitiker Horst Teltschik spricht sich gegen NATO-Unterstützung für die Türkei aus

Rauchwolken in der türkischen Grenzstadt Akcakale nach dem Beschuss mit Granaten (picture alliance / dpa / Rauf Maltas/Anadolu Agency)
Rauchwolken in der türkischen Grenzstadt Akcakale nach dem Beschuss mit Granaten (picture alliance / dpa / Rauf Maltas/Anadolu Agency)

Trotz des eskalierenden Grenzkonflikts zwischen der Türkei und Syrien argumentiert der ehemalige Kanzlerberater Horst Teltschik gegen eine militärische Unterstützung des Bündnispartners Türkei durch die NATO.

Teltschik sagte, der Konflikt sei außerordentlich gefährlich, weil die Lage unübersichtlich sei. Man wisse auch nicht, "wer da schießt". Dass es sich bei den Granateinschlägen auf türkischem Territorium auch um gezielte Provokationen oppositioneller syrischer Gruppen handeln könnte, sei nicht auszuschließen.

Wenn es tatsächlich zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Syrien und der Türkei komme, sei zwar die Nato verpflichtet, den Bündnispartner zu unterstützen. Er gehe aber nicht davon aus, dass der Bündnisfall eintrete, sagte der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Es sei nicht davon auszugehen, dass Syrien einen Angriff auf die Türkei plane. Diese sei für diesen Fall auch "schwer gerüstet". Der Sicherheitsexperte warnte vor einer NATO-Unterstützung im Vorfeld des offiziellen Bündnisfalles. Maßnahmen wie die Einrichtung einer Sicherheitszone oder einer Überflugverbotszone könnten den Konflikt eskalieren lassen: "Das sind alles sehr gefährliche Überlegungen, denn sie können sehr schnell den Konflikt ausweiten."

Teltschik plädierte weiter für die diplomatische Lösung: "Es ist nach wie vor die Zeit, den Konflikt diplomatisch zu beenden." Auch die Türkei habe kein Interesse an einem Krieg. Für zunehmende asymmetrische Konflikte jenseits des klassischen NATO-Bündnisfalles könne es aber "keine generellen Antworten" geben. Er halte die bisherige NATO- und UN-Strategie nach wie vor für richtig.

Das vollständige Gesrpäch mit Horst Teltschik können Sie bis zum 6. Februar 2013 in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.