Dienstag, 2. September 2014MESZ09:11 Uhr

Interview

Angst vor KriegWächst die Bedrohung für uns?
Ein russischer Panzer (hier auf der Krim) - die Ukraine bezichtigt Russland mehrer Grenzverletzungen.

Die Konflikte rücken gefühlt näher an Deutschland heran: Der Ukraine-Konflikt spielt sich vor der eigenen Haustür ab, viele der IS-Kämpfer kommen aus Deutschland – auch wenn sie die Kämpfe selbst im Irak austragen. Erleben wir eine neue Dimension der Bedrohung?Mehr

Landtagswahl Kritik am sächsischen Nichtwähler
Der Spitzenkandidat der sächsischen CDU für die Landtagswahl, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, spricht am 31.08.2014 in Dresden (Sachsen) zu den Parteianhängern.

Sachsen hat gewählt. Ganz Sachsen? Nein, nicht einmal die Hälfte der Wähler ging zur Urne. Was das für ein demokratisches Gemeinwesen bedeutet, analysiert der Politologe Werner Patzelt - und geht hart mit den Nichtwählern ins Gericht.Mehr

Ukraine-Krise"Die NATO wird von Russland nicht bedroht"
Ein ukrainischer Soldat ruht sich während einer Patrouille im Grenzgebiet aus.

NATO-Generalsekretär Rasmussen hat Pläne der Allianz bekräftigt, angesichts des anhaltenden Konflikts mit Russland ihre Präsenz in Osteuropa zu verstärken. Der SPD-Politiker Walther Stützle hält die derzeitige Nato-Politik für unklug.Mehr

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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.10.2012

Warnung vor "sehr gefährlichen Überlegungen" im Konflikt mit Syrien

Sicherheitspolitiker Horst Teltschik spricht sich gegen NATO-Unterstützung für die Türkei aus

Rauchwolken in der türkischen Grenzstadt Akcakale nach dem Beschuss mit Granaten
Rauchwolken in der türkischen Grenzstadt Akcakale nach dem Beschuss mit Granaten (picture alliance / dpa / Rauf Maltas/Anadolu Agency)

Trotz des eskalierenden Grenzkonflikts zwischen der Türkei und Syrien argumentiert der ehemalige Kanzlerberater Horst Teltschik gegen eine militärische Unterstützung des Bündnispartners Türkei durch die NATO.

Teltschik sagte, der Konflikt sei außerordentlich gefährlich, weil die Lage unübersichtlich sei. Man wisse auch nicht, "wer da schießt". Dass es sich bei den Granateinschlägen auf türkischem Territorium auch um gezielte Provokationen oppositioneller syrischer Gruppen handeln könnte, sei nicht auszuschließen.

Wenn es tatsächlich zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Syrien und der Türkei komme, sei zwar die Nato verpflichtet, den Bündnispartner zu unterstützen. Er gehe aber nicht davon aus, dass der Bündnisfall eintrete, sagte der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Es sei nicht davon auszugehen, dass Syrien einen Angriff auf die Türkei plane. Diese sei für diesen Fall auch "schwer gerüstet". Der Sicherheitsexperte warnte vor einer NATO-Unterstützung im Vorfeld des offiziellen Bündnisfalles. Maßnahmen wie die Einrichtung einer Sicherheitszone oder einer Überflugverbotszone könnten den Konflikt eskalieren lassen: "Das sind alles sehr gefährliche Überlegungen, denn sie können sehr schnell den Konflikt ausweiten."

Teltschik plädierte weiter für die diplomatische Lösung: "Es ist nach wie vor die Zeit, den Konflikt diplomatisch zu beenden." Auch die Türkei habe kein Interesse an einem Krieg. Für zunehmende asymmetrische Konflikte jenseits des klassischen NATO-Bündnisfalles könne es aber "keine generellen Antworten" geben. Er halte die bisherige NATO- und UN-Strategie nach wie vor für richtig.

Das vollständige Gesrpäch mit Horst Teltschik können Sie bis zum 6. Februar 2013 in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.