Fazit / Archiv /

Wallraff fordert Solidarität mit bedrohtem iranischen Musiker

Journalist kritisiert "bequeme Feigheit" in Deutschland

Der Journalist Günter Wallraff unterstützt den iranischen Musiker Shahin Najafi
Der Journalist Günter Wallraff unterstützt den iranischen Musiker Shahin Najafi (picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)

Wegen seiner regimekritischen Texte wird der Rapper Shahin Najafi aus dem Iran mit dem Tod bedroht. Derzeit hält er sich in Deutschland versteckt. Der Journalist Günter Wallraff mahnt Künstler und Spitzenpolitiker, sich für den Musiker einzusetzen.

<p>Der in Deutschland unter Polizeischutz lebende <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="71588" text="Rapper Shahin Najafi" alternative_text="Rapper Shahin Najafi" /> ist mit mehreren Fatwas, also Todesdekreten, belegt worden. Günter Wallraff sagte dazu im Deutschlandradio Kultur, deutsche Politiker müssten den Iran in seine Schranken weisen: "Unser Außenminister wäre gefordert. Wenn vor der deutschen Botschaft gelenkte Demonstrationen stattfinden, wo seine Auslieferung verlangt wird, da müsste eigentlich der iranische Botschafter einbestellt werden, um dem Einhalt zu gebieten."<br /><br /><papaya:media src="b8272a2a6a2f8ae0adb12ff222894f8f" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Shahin Najafi, iranischer Sänger und Dichter" popup="yes" />Auch bei dem seinerzeit ebenfalls mit der Fatwa belegten Schriftsteller Salman Rushdie habe es längere Zeit gedauert, bis Politiker sich für ihn verwendet hätten: "Da gab es erstmal ein feiges Wegducken." Diese "bequeme Feigheit" beobachte er leider auch in dem aktuellen Fall in Deutschland. <br /><br />Wallraff zeigte sich enttäuscht über das derzeit noch mangelnde Engagement prominenter deutscher Künstler, wenn es beispielsweise um die Organisation von Solidaritätskonzerten für Shahin Najafi gehe. Die Künstler müssten endlich "ihren Arsch hoch kriegen".<br /><br /> Wallraff sagte weiter: Offenbar müsse erst einmal Aufklärungsarbeit geleistet werden – denn viele glaubten irrtümlicherweise, es gehe hier nur um "die Verletzung religiöser Gefühle". Doch letztlich "geht es hier auch um unsere Freiheitswerte".<br /><br /></p><p><strong>Mehr zum Thema bei dradio.de:</strong></p><p><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="207350" text="Beschämendes Schweigen" alternative_text="Beschämendes Schweigen" /> <br>Die Todesdrohungen aus Teheran gegen den Dichter und Sänger Shahin Najafi werden in Deutschland ignoriert<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="206378" text="Wallraff fordert mehr Unterstützung für bedrohten Shahin Najafi" alternative_text="Wallraff fordert mehr Unterstützung für bedrohten Shahin Najafi" /> <br> Buchautor über die Todesangst des iranischen Künstlers</p>

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Er war der Meister"

Der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez sitzt mit einer Zeitung auf einer Parkbank.

Ob nun hundert oder tausend Jahre Trauer angemessen sind, darüber streiten die Gelehrten in den deutschen Feuilletons. Der Tod von Gabriel García Márquez bewegt die Literaturkritiker.

 

Fazit

AusstellungMit dem Schimpftuch in New York City

A man stands in front a tv showing a video as part of the artworks displayed in a major retrospective exhibition of German artist Sigmar Polke entitled 'Alibis: Sigmar Polke 1963_2010' during a media preview of the show at the Museum of Modern Art (MoMA) in New York, New York, USA, 09 April 2014. The exhibit which runs from 19 April until 03 August, is the first major retrospective of Polke's work, including painting, photography, film, drawing, prints, and sculpture, and is one of the largest exhibitions ever assembled at the museum.

Das Museum of Modern Art in New York, die Tate Gallery in London und das Museum Ludwig in Köln haben ein spektakuläres Ausstellungsprojekt realisiert: eine Retrospektive des deutschen Künstlers Sigmar Polke.

Gabriel García Márquez"Einfach ein Genie der Worte"

Gabriel García Márquez

"Es ist, als wäre er unser Homer", sagt der Autor Héctor Abad Faciolince über seinen Landsmann, den kolumbianischen Schriftsteller Gabriel García Márquez. Lateinamerika verliere einen wunderbaren Denker.

Auto Kult auf vier Rädern

Ford Mustang Fastback V8 auf einer Landstraße

Weil die Jugend in den 60ern in den USA viel Geld zur Verfügung hatte, entwickelten die Konstrukteure in Detroit diesen Flitzer. Später düsten sogar Steve McQueen und James Bond damit über die Leinwand.