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"W.E."

Film von Madonna über die Beziehung von Wallis Simpson & Edward VIII.

Von Hans-Ulrich Pönack

Wallis Simpsons mit ihrem Ehegatten, dem ehemaligen britischen König Edward VIII.
Wallis Simpsons mit ihrem Ehegatten, dem ehemaligen britischen König Edward VIII. (picture alliance / dpa)

Im letzten Jahr war die Geschichte um den stotternden König Albert, "The King's Speech", einer der erfolgreichsten und beliebtesten Kinofilme. Madonna widmet sich in ihrer zweiten Regiearbeit Alberts Bruder Edward, dem eigentlichen Thronfolger, der wegen seiner Lieber zur Amerikanerin Wallis Simpson vorzeitig abdankte.

Wir erinnern uns: Im Januar 1936 starb der britische Monarch King George V., sein ältester Sohn Edward wurde zu King Edward VIII. gekrönt und dankte nach seiner berühmten Rede im Dezember 1936, nach nur 325 Amtstagen, ab, weil er seine Beziehung zu der bürgerlichen verheirateten Amerikanerin Wallis Simpson nicht aufzugeben bereit war. Albert, der sprachgestörte Herzog von York, wurde als George VI. am 12. Mai 1937 Thronfolger. Im Zusammenhang mit "The King’s Speech" passt nun diese filmische Ergänzung von Regisseurin Madonna.

Simpel zusammengefasst: Ein Mann schlägt nicht den vorgegebenen Karriere- bzw. Lebensweg ein und verzichtet, um mit einer geliebten Frau zusammenleben zu können, die als nicht standesgemäß gilt und damit nicht als künftige Monarchin infrage kommt.

W. E. - Wallis Simpson & Edward "The King"- eine der außergewöhnlichsten Adels-Romanzen des 20. Jahrhunderts. Und Anlass für Multi-Star Madonna, gemeinsam mit dem Drehbuchautor und Regisseur Alek Keshishian, diese einzigartige Lovestory für ihren zweiten eigenen Spielfilm zu verwenden.

Dabei beginnt alles im New York von heute, wo im weltberühmten Auktionshaus von Sothebys der Nachlass von W & E präsentiert wird. Dieser zieht die junge gutbürgerliche Wally Winthrop (Abbie Cornish) geradezu magisch an. Wally fühlt in ihrem eigenen Dasein Parallelen zu dieser historischen Liebesgeschichte. Eine gefühlte emotionale Seelenverwandtschaft tut sich auf.

Madonna interessieren "die Frauen". Motto: Selbstfindung zur Selbstachtung. Selber begreifen, entscheiden, wie der eigene Lebens-, sprich Beziehungsweg, weiterlaufen soll.

Im Film befinden wir uns mal im Ursprung, in den hochrangigen Lebezonen von damals, nachgespielt, mit authentischem Wochenschaumaterial vermischt, mit schicken Menschen in feinen Kostümen und bestem Zwirn in komfortabler Umgebung - Kostüme und Design sowie die gesamte Ausstattung sind von beachtlichem Schauwert - zumal in der Gegenwart der Wally Winthrop.
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"W.E." ist ein atmosphärischer Bauch-Film, optisch beeindruckend mit den Motiven des deutschen Kameramanns Hagen Bogdanski ("Das Leben der Anderen") sowie mit starken weiblichen Akteurinnen.

Neben Abbie Cornish ist Andrea Riseborough - zuletzt in "Brighton Rock" - als Wallis Simpson bärenstark charismatisch und von faszinierender Ausstrahlung. "W.E." ist ein Wohlfühl-Movie für Mädels und Anhang.

Großbritannien 2011, Regie: Madonna - Darsteller: Andrea Riseborough, Abbie Cornish, James D'Arcy, Oscar Isaac, Richard Coyle, James Fox u.a. freigegeben ab 12 - Länge: 115 Minuten

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