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Interview | Beitrag vom 18.02.2016

VW-AbgasskandalWarum Europa ein Auge zudrückt

Moderation: André Hatting und Christian Rabhansl

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Eiszapfen und Eisschicht haben sich nach einem Eisregen auf einem VW-Logo gebildet.  (dpa / Arne Dedert)
Eisige Zeiten für Volkswagen: Viele Führunngskräfte sollen von den manipulierten Abgastests gewusst haben. (dpa / Arne Dedert)

Während VW in den USA nach dem Abgasskandal richtig Ärger droht, hat der Konzern in Deutschland und Europa weniger an negativen Konsequenzen zu fürchten. Das liege an Lobbyismus, laschen Abgaswerten und falscher Politik, kritisiert Ferdinand Dudenhöffer.

Eine Milliardenklage des US-Justizministeriums macht VW derzeit in den USA  zu schaffen. In Deutschland und Europa sind die Konsequenzen aus dem Abgasskandal weniger drastisch: Hier kommt der Automobilkonzern mit Software-Updates bei den betroffenen Fahrzeugen davon. "Das ist eine Maßnahmen, die ist überschaubar in den Kosten für VW, das ist wenig, das kriegt man gut hin", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Experte für Automobilwirtschaft.

Diese unterschiedlichen Folgen erklärt Dudenhöffer zum einen mit den strengeren Abgaswerten in den USA. Dort würden Umweltrechte und Kundenrechte sehr stark geschützt. "Bei uns macht man so ein bisschen die Augen zu, wenn man ehrlich ist."

"Direkter Zugang zu Frau Merkel"

Zwar habe die EU mit der Euro-6-Norm "nachgebessert", liege jedoch immer noch unter den amerikanischen Werten.

"Eine Ursache ist sicherlich die Bedeutung der Automobilindustrie in Deutschland. Da versucht man natürlich über seine Lobbyarbeit, über den Verbandspräsidenten Wissmann, der ja einen direkten Zugang zu Frau Merkel hat, die Kanzlerin zu beeinflussen – macht er dann auch – und dann in Brüssel entsprechende Abmilderungen zu kriegen."

Außerdem sei Europa generell zu diesellastig, weil Länder wie Deutschland Diesel subventionierten, wofür es überhaupt keinen Grund gebe, so Dudenhöffer. "Also, man hat in der Politik eigentlich permanent in den letzten Jahren die falschen Weichen gestellt."

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