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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 20.01.2010

"Vorstadtkrokodile 2"

Hannelore Heider über einen spannenden Kinderfilm

Auch mit der Fortsetzung des erfolgreichen Kinder- und Jugendfilmes ist Regisseur Christian Ditter ein packendes, realistisch erzähltes Kinoabenteuer gelungen, das neben prominenten Schauspielstars wieder mit den lieb gewonnen, überzeugenden Kinderdarstellern wuchern kann.

Mit dem Jugendbuchbestseller von Max von der Grün, der seit seinem Erscheinen 1977 in 800.000 Exemplaren verkauft wurde, hat der Film eine Reihe von Charakteren und die Grundstruktur einer Geschichte, die heute noch funktionieren kann, auch wenn das neue Abenteuer ganz im Heute spielt. Doch selbst wenn sich die Moden, Vorlieben und besonders auch die technische Ausstattung Jugendlicher geändert haben, die Wohnsiedlung im Ruhrgebiet, wo die "Vorstadtkrokodile" zu Hause sind, ist die alte geblieben, die Probleme haben sich sogar verschärft. Immer noch muss Hannes Mutter (Nora Tschirner) mit dem Geld haushalten, ein Freier, der um ihre Gunst auch mit einem schicken Auto und brillantem Wissen buhlt, ist sehr zwielichtig und Hannes Freundin Maria (Leonie Tepe) muss wohl mit ihren Eltern und Bruder Olli (Manuel Steitz) wegziehen. Denn die Werkssiedlung muss geräumt werden, weil die Firma pleite ist. Diese Ungerechtigkeit zu verhindern, wird zur neuen Herausforderung für die Jugendbande. Ihre Ermittlungen führen sie in einen Fall von Industriespionage.

Wirklich spannende Action, die wie bei James Bond den Film furios eröffnet, lebensechte Dialoge nicht nur zwischen den Jugendlichen, sondern auch mit den Erwachsenen, ein schönes Gespür für die erwachende Sexualität und wirkliche Mutproben zeichnen den Film vor vielen anderen Kinderfilmen aus. Die jugendlichen Hauptdarsteller haben nichts von ihrer Frische verloren, obwohl Nick Romeo Reimann und Fabian Halbig, das Bandenmitglied im Rollstuhl, längst zu kleinen Stars geworden sind und mit der neu hinzugekommenen Großstadtcousine Jenny (Ella-Maria Gollmer), erfährt das Ensemble auch eine zeitgemäße Auffrischung. Am wichtigsten aber ist, dass die Modernisierung nicht auf Kosten einer handfesten, spannenden Geschichte geht, die immer noch fest in den Sozialstrukturen des Ruhrpotts verankert ist.

BRD 2010, Regie: Christian Ditter, Darsteller: Nora Tschirner, Maria Schrader, Nick Romeo Reimann, Leonie Tepe, Fabian Halbig, 90 Minuten, ab 6 Jahren

Filmhomepage

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