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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 21.10.2013

Vor Olympia in Sotschi

Klasse statt Masse im Sowjetsanatorium

Von Stephan Laack

Spaziergänger gehen über die Strandpromenade von Sotschi. (picture alliance / dpa / ZB / Jan Woitas)
Spaziergänger gehen über die Strandpromenade von Sotschi. (picture alliance / dpa / ZB / Jan Woitas)

Wenn die Olympischen Spiele 2014 nach Sotschi kommen, wird der Wintersport am Schwarzen Meer zu Gast sein. Berühmt ist der Ort aber bereits seit Langem für seine Heilanstalten. Die stehen nicht nur Patienten, sondern auch Touristen offen.

Jeden Tag das gleiche Bild. Eine schier endlose Blechlawine schiebt sich über den Kurortnij Prospekt in Sotschi. Ladas, Minibusse, Motorräder und Lastwagen, die zu den Olympiabaustellen unterwegs sind. Die einstige Prachtstraße des Schwarzmeerkurortes verläuft parallel zur Küste. Hin und wieder wird der Blick aufs Meer freigegeben. Trotz der vielen Hochhäuser, die entlang der Hauptverkehrsader hochgezogen wurden, gibt es hier noch auffallend viele Parkanlagen. Allerdings von hohen Mauern umgeben.

Regeneration am Schwarzen Meer

Hinter diesen Mauern verbirgt sich immer noch das, was Sotschi einst so berühmt gemacht hat: die vielen Sanatorien, in denen zur Sowjetzeit Millionen von Urlaubern Erholung suchten. In der Regel gehörten diese Sanatorien Betrieben, die besonders fleißige Arbeiter oder solche mit den richtigen Beziehungen zur Regeneration ans Schwarze Meer schickten. Immer noch stehen Sanatoriumsaufenthalte bei russischen Erholungssuchenden hoch im Kurs. Allerdings kann man sie heute ohne weiteres buchen.

"Wir befinden uns im Sanatorium 'Goldene Ähre'. Eines der ältesten der Stadt Sotschi. Es wurde bereits im Jahr 1935 gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs war hier ein Marinelazarett. Soldaten wurden hierhin zur Kur geschickt, sie wurden hier sogar operiert. Es gab einen eigenen OP-Raum","

erzählt Victoria Victorowna, die für die Buchhaltung des Sanatoriums zuständig ist. Heutzutage erkennt man nur noch auf den zweiten Blick, dass die Anlage einst zur Stalinzeit entstanden ist. Die Gebäude wurden modernisiert. Alte Fassaden neu gestaltet und zusätzliche Wohneinheiten gebaut.

""Wir versuchen das Beste aus der Sowjetzeit zu nutzen und das Sanatorium zu einem modernen Spa-Komplex auszubauen. Es hat sich alles sehr verändert. Es gibt eine neue Verwaltung, neue Quartiere für unsere Kurgäste, einzelne Häuser für VIP-Gäste."

Auch wenn ein Sanatoriumsaufenthalt von Ärzten zur Rehabilitation empfohlen wird – auffällig ist, dass der überwiegende Teil der Gäste keineswegs einen schwerkranken Eindruck macht. Viele Urlauber nutzen die Behandlungsmöglichkeiten vor Ort, um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern oder der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Straffes Programm fürs Wohlbefinden

Wie etwa bei Schlammbädern, bei Gymnastik unter professioneller Anleitung oder der Hydromassage. Der Tagesablauf ist für die Urlauber im Sanatorium streng durchorganisiert wie Jekaterina, Mitte dreißig, aus Rjasan erzählt. Am Nachmittag hat sie es sich auf einer der Liegen am Kieselstrand bequem gemacht. Auch eine Parkanlage direkt am Meer gehört zum Sanatorium "Goldene Ähre".

"Nach dem Frühstück beginnt gleich die Kur. Danach hat man etwas Freizeit, um sich zu erholen und am Strand zu liegen. Dann gibt es schon wieder Mittagessen. Danach gibt´s ein bisschen Bewegung. Dann kommt das Abendessen und ein wenig Kulturprogramm. So sieht mein Tagesablauf aus, an den ich mich halten muss. Das diszipliniert."

Bei soviel Programm sind die meisten Sanatoriumsgäste am Abend dann völlig erledigt. Die Karaoke-Darbietung findet jedenfalls vor leeren Rängen statt. Schließlich wartet am nächsten Tag wieder volles Programm im Sanatorium "Goldene Ähre."

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