Montag, 1. September 2014MESZ20:39 Uhr

Zeitfragen

ProsaIm Vorhof des Verschwindens
Lutz Seiler, deutscher Schriftsteller, Ingeborg-Bachmann-Preistraeger 2007. Aufgenommen am 08.10.2010 in Frankfurt

"Kruso", der erste Roman des Dichters Lutz Seiler, erzählt von der Arche Hiddensee in den Wendewirren und wird zur Allegorie auf die untergegangene DDR.Mehr

Deutsche GeschichteDer Bewältigungsweltmeister
Eine Frau mit buntem Hut steht am 09.12.2013 in Berlin im Nieselregen zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. 

Die deutsche Vergangenheit ist abgeheftet, archiviert, bewältigt - Debatten oder Grabenkämpfe gehören der Vergangenheit an. Aus dem Weltmeister des Mordens ist der Weltmeister des Gedenkens geworden, meint der Historiker Götz Aly.Mehr

"Neue Montagsdemos"Beseelt von kosmischer Energie
Ein Teilnehmer der Montagsdemo am 12.05.2014 in Berlin hält einen Regenschirm mit der Aufschrift "Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit" hoch.

Anfangs von Tausenden Systemgegnern besucht, locken die Montagsdemonstrationen in Berlin aktuell nur noch rund 100 Menschen an. Anhänger von Verschwörungstheorien können sich aber sicher sein, dass sie hier auf Gleichgesinnte treffen.Mehr

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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 18.06.2012

Vom Ordnungshüter zum Opfer?

Gewalt gegen Polizisten

Von Heiner Kiesel

Bei einer Anti-Kapitalismusdemonstration werden Polizisten und Demonstranten verletzt
Bei einer Anti-Kapitalismusdemonstration werden Polizisten und Demonstranten verletzt (dpa / Boris Roessler)

Polizisten sollen für Sicherheit und Ordnung sorgen – für alle. Aber diese Aufgabe scheint immer schwieriger zu werden. Über 20.000 Widerstandshandlungen im Jahr gegen Beamte verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik. Es sind Pöbeleien und Rempler beim Streifengang, die die Ordnungshüter einstecken müssen. Bei manchen Demonstrationen kommt es zu Gewaltexzessen mit Molotowcocktails und Pflastersteinen als Wurfgeschossen.

Im Gegenzug ermahnen Innenpolitiker und Polizistenvertreter die Bürger zu mehr Solidarität mit und Respekt gegenüber Ordnungshütern, angesichts der "immer schlimmer" werdenden Situation. Bei den Beamten macht sich indes Enttäuschung breit. Es entsteht das Bild einer Kluft zwischen den Beamten und der Gesellschaft, für die sie ihren Dienst leisten. Zu Recht?

Es gibt Soziologen, die meinen, dass die Polizisten zu wehleidig sind und sich besser auf die neuen Gegebenheiten einstellen sollten. Und das ist nicht etwa eine eklatant gestiegene Gewaltbereitschaft, sondern ein Umgang mit Bürgern, die selbstbewusster und kritischer geworden sind.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

"Links zum Thema:"
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen: Forschungsberichte Gewalt gegen Polizeibeamte
Hochschule der Polizei Hamburg: Forschungsberichte zur Gewalt gegen Polizisten