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Kulturnachrichten

Freitag, 9. Oktober 2015

Gurlitt-Erbe soll ausgestellt werden

Ende 2016 soll die Kunsthalle in Bonn die Werke zeigen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will das heikle Erbe des Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ausstellen. Ende 2016 soll die Kunsthalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn Werke zeigen, die womöglich jüdischen Vorbesitzern gehörten, also NS-Raubkunst sein könnten. Ein Sprecher von Grütters bestätigte einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht. Derzeit versucht eine sogenannte Taskforce zu klären, welche Bilder aus dem Gurlitt-Erbe tatsächlich als NS-Raubkunst einzustufen sind. Erbe der Sammlung ist das Kunstmuseum Bern. Eine Cousine des Sammlers hat das Testament allerdings angefochten. Mit diesem sei vereinbart, dass Bilder mit nicht hinreichend erklärter Herkunft ausgestellt werden könnten, um Transparenz zu schaffen, sagte der Sprecher. Berechtigte sollten dabei jederzeit die Möglichkeit haben, ihre Ansprüche geltend zu machen. Zugleich solle an die ursprünglichen Eigentümer und ihre Biographien erinnert werden. Einzelheiten würden derzeit zwischen allen Beteiligten geklärt. Der 2014 gestorbene Gurlitt hat eine milliardenschwere Kunstsammlung hinterlassen. Bei rund 500 Werken kann nach derzeitigen Erkenntnissen der Taskforce der Verdacht auf NS-Raubkunst nicht ausgeschlossen werden.

Mehr Geld für den Erhalt alter Schriften gefordert

Fachleute fordern jährlich rund 63 Millionen Euro

Für den Schutz von historischen Schriften müssten Bund und Länder nach Ansicht von Experten fast sechsmal soviel Geld ausgeben wie bisher. Bei der Kultusministerkonferenz in Berlin forderten die Fachleute, jährlich rund 63 Millionen Euro in den Erhalt wertvoller Papiere und Bücher zu investieren. Damit könne jedes Jahr zumindest ein Prozent des schriftlichen Kulturguts vor dem Verfall geschützt werden. Die Vorschläge kommen von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK), die 2011 von Bund und Ländern an der Staatsbibliothek Berlin eingerichtet wurde. Ihren Angaben zufolge gefährdet besonders der säurehaltige Leim, der in vergangenen Jahrhunderten zur Herstellung von Büchern benutzt wurde, das Papier. Rund 9 Millionen Bücher und etwa 1,8 Millionen Regalmeter Schriften müssten den Fachleuten zufolge entsäuert werden.

Trauerfeier für Hellmuth Karasek in Hamburg

Literaturkritiker starb am 29. September

Freunde und Familie von Hellmuth Karasek haben bei einer Trauerfeier in Hamburg Abschied von dem Literaturkritiker genommen. Die Andacht habe engsten Familienkreis stattgefunden, sagte eine Sprecherin des Hoffmann und Campe Verlags. Unter den Gästen in der St.-Johannis-Kirche im Stadtteil Harvestehude waren auch prominente Fernsehkollegen wie Reinhold Beckmann, Eckart von Hirschhausen sowie der Journalist Ulrich Wickert. Karasek war im Alter von 81 Jahren in der Hansestadt gestorben. Neben Marcel Reich-Ranicki prägte er über Jahre "Das literarische Quartett" im ZDF. Karasek lebte in Hamburg. Er hinterlässt seine Ehefrau und vier Kinder.

Barenboim weist Mitschuld an Opernbau-Skandal zurück

Generalmusikdirektor nahm nur auf Saal-Akustik Einfluss

Der Dirigent Daniel Barenboim hat eine Mitverantwortung für die Planungspannen beim Umbau der Staatsoper Unter den Linden von sich gewiesen. Er habe sich ausschließlich um die musikalischen Belange gekümmert, sagte der Generalmusikdirektor der Staatsoper vor dem Untersuchungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus. Er habe sich nur dafür eingesetzt, dass mit der Sanierung die Saal-Akustik verbessert werde und optimale Probebedingungen für sein Ensemble entstünden. Entsprechend habe er auch seine Forderungen an die Planer präsentiert. Die Kosten für die Modernisierung der Staatsoper sind von ursprünglich rund 240 Millionen Euro inzwischen auf schätzungsweise 400 Millionen Euro gestiegen. Die Wiedereröffnung der Oper hat sich von Herbst 2013 auf vermutlich 2017 verschoben.

Bund und Länder begrüßen neues Kulturschutzrecht

Gesetz sei einheitlich und kohärent

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Staatsministerin Brunhild Kurth (beide CDU) haben die Neuregelung des Kulturgutschutzrechts begrüßt. Damit werde ein einheitliches und kohärentes Gesetz geschaffen, das den Kulturgutschutz in Deutschland maßgeblich stärken werde, erklärten Grütters und Kurth in Berlin. Das Gesetz solle den illegalen Handel mit antiken Kulturgütern vor allem aus den Kriegs- und Krisengebieten unterbinden. Zudem müsse der Staat die Möglichkeit haben, in wenigen, besonderen Ausnahmefällen national wertvolles Kulturgut mit einer herausragenden Bedeutung für die Region oder für unser Land zu beschützen und zu bewahren. Um das zu gewährleisten, seien Ausfuhrregeln notwendig. Derzeit liegt ein überarbeiteter Referentenentwurf vor, über den Länder, kommunale Spitzenverbände sowie Fachkreise bis zum 7. Oktober Stellung nehmen konnten.

Unesco begrüßt TTIP-Positionspapier der Bundesregierung

Schutzmechanismen für Kultur und Medien müssen verankert werden

Die deutsche Unesco-Kommission hat das Positionspapier der Bundesregierung zum Schutz von Kultur und Medien im Freihandelsabkommen TTIP begrüßt. Die Bundesregierung habe sich unmissverständlich für rechtlich wirksame Schutzmechanismen im Bereich Kultur und Medien ausgesprochen, sagte die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Verena Metze-Mangold. Nötig sei auch Technologieneutralität, betonte Metze-Mangold. Demnach müssten die Schutzmechanismen unabhängig von den technologischen Verbreitungskanälen gelten - "und das auch im Hinblick auf noch nicht absehbare technologische Entwicklungen in der Zukunft". Nur wenn es gelinge, diese Prinzipien zum Schutz von Kultur und Medien in dem Abkommen zwischen USA und EU zu verankern, habe Europa eine innovative Antwort auf die Globalisierung und die technologische Entwicklung, erklärte die deutsche Unesco-Präsidentin. In der Erklärung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel heißt es, das TTIP-Abkommen dürfe keine Bestimmungen enthalten, die die kulturelle und mediale Vielfalt in Deutschland beeinträchtigen könnten. Es müsse auch in Zukunft Möglichkeiten für gesetzliche oder staatsvertragliche Regelungen etwa zur Sicherung der Meinungsvielfalt geben. Für audiovisuelle Medien soll demnach keine Marktöffnungsverpflichtungen eingegangen werden, auch die Buchpreisbindung soll nicht angetastet werden. Zudem werde auch weiterhin eine öffentliche Finanzierung von Museen, Theatern oder Opern möglich sein.

Milo Rau bekommt Konstanzer Konzilspreis

Preis wird zum ersten Mal vergeben

Der Schweizer Regisseur und Essayist Milo Rau erhält den in diesem Jahr erstmals vergebenen "Konstanzer Konzilspreis" der Bodenseestadt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt Raus Engagement für ein "Europa der Begegnung", wie die Jury mitteilte. In aufsehenerregenden Theaterarbeiten greife Rau drängende politische Debatten Europas auf. So habe er sich mit dem norwegischen Terroristen Anders Breivik, den Moskauer Prozessen gegen die Putin-kritische Frauenband "Pussy Riot" oder mit der Motivation europäischer Kämpfer des IS befasst. Der Preis soll Rau am 5. November im Konstanzer Konzilsgebäude übergeben werden. Laudator ist der Schriftsteller Adolf Muschg. Die Stadt Konstanz will mit der Auszeichnung künftig alle zwei Jahre Personen, Initiativen oder Institutionen ehren, die sich um die Weiterentwicklung der europäischen Idee verdient gemacht haben.

Wohlfahrtsverbände zeichnen Journalisten aus

Preis wird am 24. November verliehen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zeichnet vier Journalisten für besondere Beiträge über Sozialthemen aus. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Deutsche Sozialpreis 2015 wird am 24. November verliehen, wie die BAGFW in Berlin mitteilte. Die Auszeichnung in der Kategorie Print erhält Nataly Bleuel vom "Zeit-Magazin" für ihre Reportage "Herzenssache" zum Thema Organspende. Für ihr Hörfunk-Feature zum Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh wird MDR-Journalistin Margot Overath ausgezeichnet. Sieger in der Sparte Fernsehen sind Nadya Luer und Jo Goll mit einer rbb-Produktion über Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Die Auszeichnung wird seit 1971 vergeben und gehört zu den ältesten deutschen Journalistenpreisen.

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