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Weltzeit | Beitrag vom 20.03.2017

Venezuela vor dem KollapsArmut und Mord, Hunger und Angst

Anne-Katrin Mellmann im Gespräch mit Isabella Kolar

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Ein Gegner von Präsident Maduro steht vor weiteren Demonstranten. Er hält eine Kette in seinen Händen; Zudem trägt er ein Stirnband mit der Aufschrift "Libertad".  (dpa / picture alliance / Manaure Quintero)
Die venezolanische Opposition protestiert gegen unhaltbare Lebensbedingungen (dpa / picture alliance / Manaure Quintero)

Venezuela ist am Ende, und mit dem ökonomischen Niedergang geht die politische Krise einher. Unserer Südamerika-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann hat das Land jetzt bereist. In der "Weltzeit" schildert sie ausführlich ihre Eindrücke.

Venezuela ist auf dem Weg in eine sozialistische Diktatur. Demokratische Spielregeln werden missachtet, die Presse gegängelt. Gerade erst wurde CNN Espanol abgeschaltet, die einzige unabhängige Informationsquelle im Land. Der Opposition bleibt nur noch der zivile Widerstand gegen das Regime - und viele rühren sich nicht, weil sie schlicht Angst haben. Die Umfragewerte der Regierung unter Präsident Nicolás Maduro sind schlecht. Ihm gelingt es nicht, aus dem Schatten des im Land immer noch hochverehrten, 2013 verstorbenen Hugo Chávez herauszutreten.

Katastrophale wirtschaftliche Situation

Der massive Ölpreisverfall trifft die venezolanische Regierung hart, die Wirtschafts - und Versorgungslage ist weiter katastrophal und weithin sichtbar, es fehlt an Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln. Menschen stehen in langen Schlangen schon nachts vor den Lebensmittelläden, es gibt sehr viele mangelernährte Kinder. Im Land wird nichts mehr produziert, alles wird importiert, und wenn das Geld aus ist, sind die Läden eben leer. Die einzige Hoffnung: In diesem Jahr soll es wieder eine sehr gute Mangoernte geben. Mangos  und Sardinen helfen in der Not, wenn es nicht einmal Mais, Reis oder Brot gibt. 

Das Gesundheitssystem ist kollabiert

In den staatlichen Krankenhäusern kann nicht mehr operiert werden, Röntgen und Chemotherapie sind nicht möglich. Die privaten Krankenhäuser sind unerschwinglich für die Bevölkerung. Viele Menschen sterben einen frühen Tod wegen eigentlich behandelbarer Krankheiten.   

Caracas: Weltweit die höchste Mordrate

Und auch die Kultur ist von der Krise betroffen. Oft gehen die Venezolaner nachmittags ins Theater, um bei Dunkelheit zu Hause zu sein. Aus Angst vor Überfällen, Kriminalität und Gewalt bewegen sie sich in manchen Vierteln auch tagsüber nur in ihren Autos, zum Beispiel in den Vierteln der Wohlhabenden. Caracas ist die Stadt mit der weltweit höchsten Mordrate.

Wer kann, der verlässt Venezuela, aber das sind eben nur Wenige, die meisten müssen einfach bleiben. Unsere Südamerika-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann, die gerade von einer Reise dorthin zurückgekehrt ist, berichtet in einem Gespräch über die Situation vor Ort.

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