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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 09.04.2012

"Variationen schreiben ist vorläufig das Gescheiteste ..."

Die Haydn-Variationen von Johannes Brahms

Gast: Frank Schneider / Moderation: Michael Dasche

Der deutsche Komponist Johannes Brahms (Foto um 1889) (picture alliance / dpa)
Der deutsche Komponist Johannes Brahms (Foto um 1889) (picture alliance / dpa)

"Wer die Brahmssche Gestaltungskraft in ihrer großartigen Machtfülle und Eigenart kennenlernen will, der studiere seine Variationen; nirgends sonst wird er so tiefe Einblicke in die Werkstatt dieses Meisters gewinnen."

Zu diesem Befund kam der Komponist und Kapellmeister Gustav Jenner – ein Musiker, der das Privileg hatte, einziger Schüler von Johannes Brahms gewesen zu sein. Gleich zu Beginn seiner Unterweisungen habe Brahms ihm geraten, Variationen zu schreiben. Es sei vorläufig das Gescheiteste, was er tun könne.

Sich "vorläufig" auf das Feld der Variationen zu begeben, dazu riet Brahms allerdings nicht nur anderen. Es entsprach vielmehr seinem eigenen Werdegang, seiner eigenen Neigung als schöpferischer Musiker: "Ich habe eine eigene Liebhaberei für die Form der Variation und meine, diese Form könnten wir wohl mit unserem Talent und unserer Kraft noch zwingen ..."

Dass Brahms dies – entgegen der Möglichleiten seines vorgeblich bescheidenen Talents – meisterhaft gelungen ist, davon zeugen u. a. auch die "Haydn-Variationen", die er 1873 in alternativen, aber gleichwertigen Fassungen, für zwei Klaviere und für Orchester, schrieb.

Beide Versionen werden in exemplarischen Interpretationen vorgestellt, mit dem Hauptaugenmerk auf jüngere Einspielungen. Gerade sie lassen die Tendenz erkennen, den oft allzu massiv genommenen Brahms-Klang zu verschlanken und aufzulichten, Klangdramaturgien und Temponahmen in einem vertieften Formverständnis zu begründen.

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