Sonntag, 29. Mai 2016MESZ07:48 Uhr

Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.02.2010

"Valentinstag"

Hannelore Heider über die hochkarätig besetzte Komödie

Am 14. Februar, dem Valentinstag, soll sich alles um die Liebe drehen - und doch geht es meistens nur ums Geschäft. Daran krankt auch Garry Marshalls Episodenfilm über den "Tag der Liebe".

USA 2010, Regie: Garry Marshall, Hauptdarsteller: Ashton Kutcher, Jennifer Garner, Jessica Alba, Kathy Bates, Jamie Foxx, Queen Latifah, Anne Hathaway, Shirley MacLaine, Hector Elizondo, Julia Roberts, Bradley Cooper, Jessica Biel

Wenn sich der Hollywood-Komödienspezialist Garry Marshall dieses "Tages der Liebe" annimmt, dann nur im ganz großen Stil. Sein Episodenfilm verfolgt den Ehrgeiz, alle emotionalen Varianten durchzuspielen, angefangen von romantischen Lovestories bis zur Eltern- und Großelternliebe und natürlich auch der homoerotischen Spielart.

Diese Sammelwut hat ein Sammelsurium hervorgebracht, in dem glaubwürdige Episoden neben banalen stehen, hervorragende Darsteller am Rande mitverbraten werden oder Legenden wie Shirley MacLaine so inszeniert sind, dass ihre Figuren sogar der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Damit ist dem Film genau das passiert, was er in den besten Episoden eigentlich erspielen will, nämlich, dass er ebenso wie die Helden dem Druck, den die geschäftige Vermarktung diese Tages längst erzeugt hat, einfach nicht genügen kann.

Im Zentrum der lose verknüpften Handlungsstränge steht der beste Blumenladen Los Angeles und sein Besitzer Reed (Ashton Kutcher). Hier laufen die Bestellungen ein, hier weiß man, wer vielleicht gleich zwei Damen ein Bukett zukommen lässt. Hier hat Reed seiner Liebsten (Jessica Alba) am Morgen einen Heiratsantrag gemacht, von hier aus schickt er seine Freundin (Jennifer Garner) nach Chicago, um ihren vermeintlichen Traummann (Patrick Demsey) zu überraschen, hier zählt ein kleiner Junge sein Taschengeld auf den Verkaufstisch, um auch ein "Valentine" zu beglücken, da die Mama (Julia Roberts) heute wieder nicht da sein kann.

Und natürlich gibt es auch Menschen, die kein "Valentine" haben, wie Jessica Biel oder Jamie Foxx als Sportreporter, der an diesem Tag von seiner Chefin (Kathy Bates) ausgeschickt wird, um die Umfragen zum Valentinstag zu besorgen. Garry Marshall hat sich natürlich genug Chancen konstruiert, um neue Liebesbande zu knüpfen, echter Trauer über zerplatze Hoffnungen gibt er dabei ebenso wenig Raum wie echtem Glück, der Film ist mit seiner bemerkenswerten Starriege wohl eher ein Konkurrenzangebot, damit nicht allein die Floristen vom rosaroten Event profitieren können.

Mehr bei deutschlandradio.de

Externe Links:

Filmhomepage "Valentinstag"

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsArchitektur als sozialer Kitt
Blick in den Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale Venedig 2006 (picture-alliance/ dpa / epa Keystone Kefalas)

Eine soziale Biennale, die der Architektur ihre Menschlichkeit zurückgibt - so schätzen "FAZ" und "Welt" die diesjährige Architekturbiennale ein: Neue Wohnformen sollen Flüchtlinge und Migranten nicht nur beherbergen, sondern auch integrieren. Mehr

weitere Beiträge

Fazit

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj