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Kulturnachrichten

Montag, 28. März 2016

US-Schriftsteller Jim Harrison ist tot

Autor starb im Alter von 78 Jahren

Der US-amerikanische Schriftsteller Jim Harrison ist tot. Er starb nach Angaben seines Verlages im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in Arizona. Amerika habe damit einen seiner größten Schriftsteller verloren. Zu Harrisons bekanntesten Werken zählt der Roman "Legenden der Leidenschaft" von 1979. Er wurde in den 1990er Jahren mit den Hollywood-Stars Brad Pitt und Anthony Hopkins verfilmt. Harrison schrieb mehr als 20 Romane und Erzählbände sowie 14 Gedichtbände, Essays und ein Kinderbuch. Seine Werke spiegelten seine Leidenschaft für die Wildnis, das Jagen, Angeln und Kochen wider.

Syrien plant offenbar Wiederaufbau der Stadt Palmyra

Verantwortlicher Antikenexperte äußert sich optimistisch

Nach der Rückeroberung der historischen Wüstenstadt Palmyra will die syrische Regierung die zerstörten Teile der Weltkulturerbe-Stätte offenbar wieder aufbauen. Der Leiter der Museums- und Altertumsbehörde, Abdulkarim, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe zunächst mit dem Schlimmsten gerechnet, aber die Landschaft sei im Großen und Ganzem in einem guten Zustand. Gemeinsam mit der UNO werde nun beraten, wie der Baal-Tempel und der Tempel von Baalschamin rekonstruiert werden könnten. Der Antiken-Experte kündigte an, Palmyra in Kürze mit einem Team zu besuchen. Die Terror-Organisation „Islamischer Staat" hatte die Wüstenstadt im Mai 2015 erobert und in der Folgezeit die beiden bedeutenden Tempel, den Triumphbogen und zahlreiche Grabmäler und andere Altertümer zerstört. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich nach der Befreiung Palmyras ermutigt und glücklich. Das kulturelle Erbe müsse nun beschützt und gewahrt werden, sagte er bei einem Besuch im Nachbarland Jordanien.

De Niro streicht umstrittene Impfstoff-Doku

"Vaxxed" läuft nun doch nicht auf Tribeca-Filmfestival

Oscar-Preisträger und Filmfestgründer Robert De Niro hat einen umstrittenen Dokumentarfilm über Impfungen und Autismus aus dem Programm des Tribeca-Filmfests gestrichen. Nach Beratungen mit der Festival-Leitung und Wissenschaftlern sei er zu dem Schluß gekommen, den Film "Vaxxed" doch nicht zu zeigen, teilte De Niro mit. Bedenken über bestimmte Inhalte des Films hätten zu dieser Entscheidung geführt, hieß es. "Vaxxed" ist ein Film des umstrittenen Mediziners und Impfstoffgegners Andrew Wakefield, der in einer Studie einen vermeintlichen Zusammenhang von Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln und einem höheren Risiko für Autismus bei Kindern dargelegt hatte. Die Studie wurde jedoch 2004 vom britische Medizinjournal "The Lancet" zurückgezogen, Wakefield wurden Fehler und Manipulationen vorgeworfen, er verlor in Großbritannien seine ärztliche Zulassung. De Niro hatte anfangs erklärt, dass er den Film zwar persönlich nicht befürworte, aber eine Diskussion willkommen sei. Dies sei eine sehr persönliche Angelegenheit für ihn und für seine Familie. De Niro und seine Frau haben selbst ein autistisches Kind. Das Tribeca-Festival war 2002 von De Niro und zwei Kollegen als Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 gegründet worden.

Psychologe für mehr Querdenker

"Man muss die Leute feiern, die aufbegehren", so Adam Grant

Wirtschaft und Gesellschaft brauchen nach Ansicht des US-amerikanischen Psychologen Adam Grant mehr Querdenker. "Jeder Fortschritt hängt ab von Menschen, die die bestehenden Regeln in Frage stellen, die also originell sind", sagte Grant der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das heiße nicht nur, dass der Betreffende neue und erfolgversprechende Ideen habe, sondern auch bereit sei, diese gegen Widerstände durchzusetzen. "Man muss die Leute feiern, die aufbegehren", so der Autor des Buches "Nonkonformisten. Warum Originalität die Welt bewegt".

Defa-Filmtage in Merseburg

Von Stummfilm bis Oper

In Merseburg sind am ersten April-Wochenende Filme und Fernsehproduktionen aus der DDR zu sehen. Vom 1. bis 3. April drehe sich alles um die Deutsche Film AG, kurz DEFA, teilten die Veranstalter mit. Das Motto des Merseburger Filmfestivals laute "Ehrgeiz-Liebe-Hoffnung". Es gebe Vorführungen, Filmgespräche, Amateurfilmrunden und eine Ausstellung. Neben DDR-Filmen wie "Hatifa" und "Ein irrer Duft von frischem Heu", dem Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" und der Oper "Zar und Zimmermann", sollen auch zwei aktuelle Filme laufen: "Der Staat gegen Fritz Bauer" und "Eisenstein in Guanajuato" von Peter Greenaway. Die Merseburger Defa-Filmtage werden seit 2006 vom Förderverein Kino Völkerfreundschaft organisiert.

Nachrichtensender Al-Dschasira streicht 500 Stellen

Geldgeber Katar leidet unter Ölpreisverfall

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira streicht weltweit 500 Stellen. Die meisten Posten würden in der Zentrale des Senders in Katar wegfallen, teilte das staatlich finanzierte Unternehmen heute mit. Generaldirektor Mostefa Souag sagte, die Kürzungen seien Teil einer "Initiative zur Optimierung der Arbeitskräfte". Erst Mitte Januar hatte Al-Dschasira mitgeteilt, dass der Betrieb seines US-Ablegers Ende April eingestellt werde. Der war erst 2013 gestartet. Al-Dschasira ist seit seiner Gründung 1996 der führende arabischsprachige Nachrichtensender, doch geriet der Konzern zuletzt zunehmend in Schwierigkeiten. Das Emirat Katar, das den Sender finanziert, kämpft seit Monaten mit den niedrigen Energiepreisen. Der Golfstaat ist auf die Einnahmen aus dem Gas- und Ölverkauf angewiesen und erwartet dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren ein Haushaltsdefizit. Der Emir kritisierte im Dezember Verschwendung, Überbesetzung und mangelnde Kontrolle im Land. Bisher beschäftigte Al-Dschasira rund 4500 Menschen weltweit.

Amnesty - Reporter in Saudi-Arabien verurteilt

Der Richterspruch entschied: fünf Jahre Haft, anschließende Reisesperre und Geldstrafe

Der saudi-arabische Journalist Alaa Brindschi ist nach Angaben von Amnesty International in seinem Heimatland wegen Beleidigung des Königshauses und Aufwiegelung der Öffentlichkeit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem auch zu einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 12.000 Euro und einer achtjährigen Reisesperre, teilte Amnesty unter Berufung auf eine mit dem Fall vertraute Person mit. Er sei zudem für schuldig befunden worden, islamische Religionsfiguren lächerlich gemacht und Sicherheitskräften vorgeworfen zu haben, im Osten des Landes Demonstranten getötet zu haben. Der Richterspruch sei "ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht", kritisierte die Menschenrechtsorganisation. Er zeige, wie intolerant mit dem Recht auf friedliche Meinungsäußerung umgegangen werde. Vertreter des saudiarabischen Justizministeriums waren am Wochenende für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Brindschi befindet sich nach Angaben der Organisation seit seiner Festnahme im Mai 2014 in Gewahrsam. Er habe für mehrere saudiarabische Zeitungen gearbeitet und auf Twitter geschrieben.

Umstrittene Orchesterfusion beim SWR

Neues Ensemble nimmt Gestalt an

Vier Jahre nach der umstrittenen Entscheidung über die Orchesterfusion beim Südwestrundfunk (SWR) nimmt das neue Ensemble Gestalt an. Das erste Konzert des neuen SWR-Symphonieorchesters mit Sitz in Stuttgart ist am 22. September geplant. Das konkrete Programm und Details zur Zukunft des Orchesters würden in der zweiten Aprilwoche der Öffentlichkeit vorgestellt, sagte ein Sprecher. In den kommenden Monaten geben das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart ihre letzten Konzerte. Die vor 70 Jahren gegründeten Orchester fusionieren dann wegen Sparzwängen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Gegen die Verschmelzung der Orchester hatte es Proteste sowie heftige Kritik aus Politik und Kultur gegeben. Kritiker beklagten einen Verlust der kulturellen Vielfalt.

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