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Fazit | Beitrag vom 22.09.2016

Unterwasser-Kulturerbe "Jede Bergung ist auch eine Zerstörung"

Ralf Bleile im Gespräch mit Susanne Burkhardt

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Ein Taucher vor einem fast unversehrten Krug in der Nähe der Insel Antikythera in Griechenland während einer Erkundung der Stelle, an dem das berühmte Schiff Antikythera gesunken war. (picture alliance / dpa / Greek Ministry Of Culture)
Ein Taucher vor einem fast unversehrten Krug in der Nähe der Insel Antikythera in Griechenland (picture alliance / dpa / Greek Ministry Of Culture)

Archäologisches Kulturgut unter Wasser ist besonders gefährdet, denn es fehlen vor allem in der Tiefsee internationale Vereinbarungen zu deren Schutz. Der Unterwasserarchäologe Ralf Bleile setzt einige Hoffnung auf eine Experten-Konferenz in Paris.

Der Unterwasserarchäologe Ralf Bleile schätzt, dass weltweit unter Wasser einige Millionen kostbarer Kulturgüter im Wasser lagern. "Wir haben das für die Ostsee, an deren Küste wir ja selbst liegen, haben wir das einmal hochgerechnet mit den Ostsee-Anrainerstaaten und kamen auf mehr als 10.000 hölzerne Schiffswracks", sagt der Leiter des Archäologischen Landesmuseums Gottdorf in Schleswig-Holstein  im Deutschlandradio Kultur. Die Metallwracks des Ersten und Zweiten Weltkrieges könne man dabei noch dazu rechnen, ebenso wie Flugzeugwracks und andere Schiffsreste.

Suche nach Lösungen

Jede Bergung sei auch eine Zerstörung, sagt Bleile. "Wir wollen das Kulturdenkmal, zu dem auch der Wrackcharakter letztlich gehört, in seinem Umfeld erhalten." Das gehöre zusammen. Wenn Schiffswracks geborgen würde, sei es unmöglich die Kulturdenkmäler für die Ewigkeit zu konservieren, sagte der Experte. "Jede Konservierung ist ein Prozess, der nie aufhört." Wenn beispielsweise das Geld ausgehe und ein Kulturgut nicht weiter konserviert werden könne, beginne der Zerfall. Deshalb sei es so wichtig, Unterwasserkulturdenkmale vor Ort im Wasser zu erhalten. Um das gerade in der Tiefsee international verbindlich zu regeln, müssten Lösungen gefunden werden. In Paris beraten Experten auch der Unesco, wie sich der Umgang mit dem Kulturerbe unter Wasser besser regeln ließe.     

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