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Die Reportage / Archiv | Beitrag vom 19.02.2012

Unter Bayern

Asylbewerber in der bayerischen Provinz

Von Ernst Ludwig von Aster

Von einer "Notverwaltung" spricht der Regierungspräsident von Niederbayern.  (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
Von einer "Notverwaltung" spricht der Regierungspräsident von Niederbayern. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

Im niederbayerischen Schöllnstein leben 70 Einwohner und 80 Asylbewerber. Die Einheimischen wünschen, die Fremden würden ihr Idyll verlassen. Die Flüchtlinge würden nichts lieber tun als das, sitzen aber in dem Dörfchen fest.

45.741 Asylanträge wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gestellt. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Seit vier Jahren steigt damit die Zahl der Asylbewerber kontinuierlich an. Seit 2007 hat sie sich mehr als verdoppelt.

Schöllnstein in Niederbayern (Deutschlandradio - Ernst Ludwig von Aster)Schöllnstein in Niederbayern (Deutschlandradio - Ernst Ludwig von Aster)Viele Kommunen haben aber vor Jahren ihre Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber geschlossen. Das Personal abgebaut. Nun sind Unterkünfte knapp. Von einer "Notverwaltung" spricht etwa der Regierungspräsident von Niederbayern. Und schickte mehr als 80 Asylbewerber in das Dörfchen Schöllnstein mit gerade mal 70 Einwohnern.

Der Ort ist so klein, dass man sich eigentlich kaum aus dem Weg gehen kann, dennoch wird nicht miteinander geredet. Die Einheimischen wünschen, die Fremden würden ihr Idyll verlassen. Die Flüchtlinge würden nichts lieber tun als das, sitzen aber in Schöllnstein fest.

Ernst Ludwig von Aster (A. Visan)Ernst Ludwig von Aster (A. Visan)Ernst Ludwig von Aster: "Zuerst habe ich gezweifelt, als ich die Meldung las: 80 Asylbewerber und 70 Dorfbewohner in einem Nest in Niederbayern. Wie kann es dazu kommen? Kann das gutgehen? Und wer denkt sich so etwas aus? Die Meldung stimmte. Die Fragen blieben. Da gab es nur eins: hinfahren."

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