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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 22.04.2009

"Unbeugsam"

Hannelore Heider über eine Heldengeschichte aus dem jüdischen Widerstand

Der Film erzählt nach wahren Begebenheiten die Geschichte der Brüder Bielski, drei russische Juden, die ab 1941 als Partisanen in den weißrussischen Wäldern hausten und den Nazi-Besatzern bewaffneten Widerstand leisteten. Der Film bietet nicht nur hoch spannendes Kino, sondern ist auch eine Hommage an drei mutige Brüder.

USA 2008. Regie: Edward Zwick. Darsteller: Daniel Craig, Liev Schreiber, Jamie Bell, Alexa Davalos, Allan Corduner, Mark Feuerstein, Mia Wasikowska, Tomas Arana, Jodhi May, Kate Fahy, Iddo Goldberg.

Im deutschen Untertitel steht eine Widmung: "Für meine Brüder - die niemals aufgaben" und in der Tat erzählt der Film die wahre Geschichte von russischen Juden, die sich gegen die faschistischen Okkupanten gewehrt und mit der Waffe in der Hand in den weißrussischen Wäldern gegen sie gekämpft haben.

Der Film ist nicht nur hoch spannendes Kino, sondern auch ein politisches Statement, eine Hommage besonders an die drei Brüder Bielski, die es geschafft haben, über unvorstellbar lange Jahre, vier Kriegsjahre, weit über 1000 Juden vor der Vernichtung der Nazis zu bewahren. Das war die größte bewaffnete Rettungsaktion von Juden für Juden im Zweiten Weltkrieg. Edward Zwick erzählt das Drama dabei auf Grundlage des historischen Sachbuches "Bewaffneter Widerstand" der amerikanischen Historikerin Nechama Tec. Historische Authentizität ist also gesichert.

Die größte Herausforderung für den überaus engagierten Regisseur war dabei sicher, übermäßiges Pathos zu vermeiden, was besonders im letzten Teil des Filmes, wo die Gefahr der Vernichtung durch die Faschisten, aber auch durch Hunger und Kälte immer größer wird, nicht ganz gelungen ist. Zumal der Film im ältesten Bruder Tuvia (Daniel Craig) eine Art Heilsgestalt hat, der durch seine Besonnenheit und moralische Integrität zum unangefochtenen Anführer geworden ist.

Herausgefordert wird er immer wieder, zuallererst durch seinen hitzköpfigen Bruder Zus (Liev Schreiber), für den die Anforderungen des bewaffneten Kampfes und Rachegedanken eine weit größere Rolle spielen, als die Rettung der vielen Frauen und Kinder, die aus den überfallenen Dörfern und Kleinstädten zu ihnen strömen, oder die moralische Integrität der Widerstandskämpfer.

Der Film bietet damit über die spannende Rettungsgeschichte hinaus viel Konfliktpotential, das nicht nur historisch interessant ist, sondern im Nachhinein äußerst aktuell wirkt. So wird der Antisemitismus der russischen Partisanen sowenig verschwiegen wie die oft demütigende Rolle der Frauen, die den Kämpfern dienen mussten und kein Kind zur Welt bringen durften.

Optisch interessant ist der Film durch die in kalten Farben gehaltene klaustrophobische Welt des Waldes, die die Situation der von aller Welt Verlassenen, Eingeschlossenen atmosphärisch dicht beschreibt.

Schwierig ist die "saubere" hochdeutsche Synchronisation ,problematisch die Besetzung. Vor allem Daniel Craig ist einfach kein russischer Bauernsohn, der als Dieb und Plünderer erst durch die Ermordung seiner Familie und die ihm durch die Geschichte aufgezwungene Führung von einem Augenblick zum anderen zur Lichtgestalt werden muss. Überzeugender in ihren Rollen wirken Liev Schreiber und Jamie Bell, der den jüngsten Bielski-Sohn Asrael spielt.

Filmhomepage Unbeugsam - Defiance

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