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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.04.2007

Umweltexperte Wicke: Wir brauchen ein weltweites Klima-Zertifikatesystem

CO2-Ausstoß (AP)
CO2-Ausstoß (AP)

Nach dem jüngsten Weltklimabericht der Vereinten Nationen hat der ehemalige wissenschaftliche Direktor am Umweltbundesamt und Professor am Institut für Umweltmanagement in Berlin, Lutz Wicke (CDU), ein globales Emissionshandelssystem gefordert.

Man müsse diesen gewaltigen Trend, dass immer mehr CO2 ausgestoßen werde, begrenzen, sagte Wicke im Deutschlandradio Kultur. "Auf jeden Menschen muss genau die gleiche Menge verteilt werden. Pro Kopf gilt also die gleiche Menge nach dem ökodemokratischen Grundsatz: Jeder Mensch hat das gleiche Recht, genau die gleiche Menge zu emittieren. Wenn wir das hätten, könnten die Entwicklungsländer und die Schwellenländer die Zertifikate, die sie nicht mehr benötigen, verkaufen." Damit seien die Schwellenländer erstmalig interessiert, sich am Klimaschutz zu beteiligen. Dann könnten sie kurzfristig Geld verdienen.

Nach Wickes Worten hätte man dann "gewisse Chancen, dass die USA und Russland auch ernsthaft mitziehen", wenn man die Entwicklungsländer und die Schwellenländer in ein Weltklimaschutzsystem auf diese Art und Weise integriert habe. "Wenn das der Fall ist, bestehen noch Chancen, dass wir Wende beim Klimawandel hinkriegen." Nur durch eine globale Begrenzung und die Einbeziehung von Indien, China und den anderen Schwellen- und Entwicklungsländern habe man eine Chance, zu einem weltweit funktionierenden System zu kommen. Zumal ein weltweites Klima-Zertifikatesystem eine "original USA-Erfindung" sei. Von daher bestehe auch eine bessere Chance, die USA zu integrieren, erklärte der Wissenschaftler.

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