Fazit / Archiv /

Umsatzsteuer für Musikschulen ist "kulturpolitischer Irrsinn"

Generalsekretär des Deutschen Musikrats kritisiert Pläne des Finanzministeriums

Trompete spielen könnte in Zukunft teurer werden
Trompete spielen könnte in Zukunft teurer werden (Stock.XCHNG / Norbert Machinek)

Das Musizieren wird Kindern nicht leicht gemacht: In der Schule fällt oft genug der Unterricht aus - und nun sollen auch die Kosten für private Musikstunden steigen. 19 Prozent Umsatzsteuer werden in Zukunft darauf fällig. Kritik kommt vom Deutschen Musikrat.

Er sei "wirklich guter Hoffnung", dass das Projekt zurückgenommen werde, sagt dessen Generalsekretär Christian Höppner. Er glaube, dass "die Politik das nicht gewollt hat". Die Steuererhebung sei initiiert worden "von den Beamten, die natürlich ein Interesse haben, die Einnahmen zu steigern".

Vor allem der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages sei jetzt gefordert, einzugreifen, meint Höppner. "Es kann ja nicht sein, dass wir verhindern, dass Kinder Musikunterricht nehmen, weil Eltern es nicht mehr bezahlen können." Die Umsatzsteuerpflicht bezeichnete er als "kulturpolitischen Irrsinn". Nach der neuen Abgabenpflicht müssten viele Schulen "in der Tat dichtmachen".

Die Steuererhebung werde damit begründet, dass der Musikunterricht eine Freizeitaktivität sei, erklärt Höppner. Dabei arbeiteten Musikschulen auch berufsbildend: Die Laufbahn eines Nachwuchsmusikers beginne schon im Kindesalter. Zudem sollte man aus kultur- und bildungspolitischer Sicht "um jedes Kind froh sein, das ein Interesse hat, ein Instrument zu lernen oder singen zu lernen - und das muss gefördert werden".

Sie können das vollständige Gespräch mit Christian Höppner mindestens bis zum 22.01.2013 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio


Mehr zum Thema:

Jedes Kind soll singen
Primacanta bildet Grundschullehrer musikalisch weiter (DLF)



Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Jedes Kind soll singen

 

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWer ersetzt Dr. Sommer?

Das Titelbild der Jugendzeitschrift "Bravo" (Ausgabe vom 21.04.1983) zeigt die Sängerin Nena.

Die "taz" mokiert sich über Verformungen im Pressewesen: "Bravo" schmeißt eine Kollegin raus, die 16 Jahre als Dr. Sommer Pubertierende beraten habe. Ersetzen sollen sie Jüngere, die "was mit Medien" machen wollen.

 

Fazit

InternetScheinheiliger Springer-Brief

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Spinger AG

Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner schrieb heute in der FAZ: "Wir haben Angst vor Google". Springer habe eher Angst, bedeutungslos zu werden, meint Michael Meyer.

Sozialistische Gebäude als Weltkulturerbe?

Narzissen blühen am 30.03.2014 auf dem Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee in Berlin. Im Hintergrund stehen die Wohntürme am Frankfurter Tor.

Die Berliner Karl-Marx-Allee, früher Stalinallee genannt, ist mit Bars, Cafés und Galerien wieder hip geworden. Der kilometerlange Komplex sozialistischen Städtebaus hat es zu einer Bewerbung für die Welterbeliste geschafft.

Künstler-NomadenFilmfreundlicher als Los Angeles

Ein Vespa-Fahrer vor einem Motiv des Street-Art-Künstlers "El Bocho" - "Little Lucy", die mit der Schrotflinte in der Hand ihre Katze jagt, aufgenommen in Berlin im Bezirk Prenzlauer Berg im Oktober 2011. 

Bright Blue Gorilla - hinter diesem schillernden Namen verbergen sich zwei US-Künstler: das Ehepaar Robyn Rosenkrantz und Michael Glover. Seit 25 Jahren reisen sie um die Welt, machen Musik und Filme.