Seit 15:05 Uhr Interpretationen
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 15:05 Uhr Interpretationen
 
 

Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.01.2016

Ultraschall Berlin 2016Hochvirtuos und abgründig komisch

Live aus dem Heimathafen Neukölln

Der Schlagzeuger Hakon Stene (Nickitwang/Ultraschall)
Der Schlagzeuger Håkon Stene (Nickitwang/Ultraschall)

Vier aufeinanderfolgende Abende vom Festival Ultraschall Berlin – diese Sendung steht in dieser Woche ganz im Zeichen der musikalischen Avantgarde. Heute Abend die Beiträge des Ensemble Mosaik und des Schlagzeugers Håkon Stene.

Das Festival für neue Musik, das wir gemeinsam mit dem kulturradio vom rbb veranstalten, spürt auch in diesem Jahr wieder neuen künstlerischen Entwicklungen nach und bringt dabei denkbar Heterogenes in neue Kontexte.

Die Spanne reicht von der Hommage an Friedrich Cerha, den Doyen der österreichischen Nachkriegs-Moderne, bis zu jungen, multimedial arbeitenden Künstlern. Nicht weniger als vier höchst unterschiedliche Solo-Recitals loten das Spannungsfeld von Intimität und Extrovertiertheit aus. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin warten mit orchestraler Klangraffinesse auf. Und drei große Ensemblekonzerte bieten einerseits Einblicke in die Berliner Komponistenszene, andererseits Werke europäischer KomponistInnen wie Agata Zubel oder Francesco Filidei.

Der italienische Komponist und Organist Francesco Filidei, 2015 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, ist ein Meister der musikalischen Gesten. Das Konzert verwandelt sich in ein szenisches Ereignis, das Musizieren zur Choreographie. Einer Choreographie freilich, die nicht sich selbst genügt, sondern im Dienst einer mitunter höchst politischen Aussage steht. L'Opera (forse) für sechs Musiker und einen Sprecher ist ein für Filidei typisches Werk. Ein Musikstück ohne Musikinstrumente, hochvirtuos und abgründig komisch. Dazu gesellen sich zwei Werke aus der Reihe der Ballate, groß besetzten Ensemblewerken mit wechselnden Solisten.

Wie Filidei, so war auch Karen Power 2015 Gast des Berliner Künstlerprogramms (BKP). Und auch sie geht in ihrer Musik konsequent über die Grenzen konzertanter Aufführungen hinaus. Geradezu systematisch hat sie die Stadt erkundet und hörbar gemacht. Für ihre Installation once below stieg sie hinab in die Berliner Unterwelt, in ihrem neuen Stück veiled babble widmet sie sich der Spree.

So unterschiedlich wie die beiden Komponisten des BKP sind auch die beiden Werke im Solo-Recital des norwegischen Schlagzeugers Håkon Stene: Der britische Komponist Matthew Shlomowitz kombiniert auf raffinierte Art Klänge der Alltagswelt mit abstrakten Instrumentaltexturen. Trond Reinholdtsen führt seinen Schlagzeuger in ein Inferno, in dem vollautomatisierte Trommeln die Macht übernehmen.

Ausführliche Informationen zu Ultraschall Berlin finden Sie auf der Website des Festivals: ultraschallberlin.de

 

Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik

Live aus dem Heimathafen Neukölln

 

Franceso Filidei

Ballata No. 2 für Ensemble (2011)

 

Francesco Filidei

Ballata No. 3 für Klavier und Ensemble (2013)

 

Francesco Filidei

"L'Opera (forse)" für sechs Musiker und Sprecher (2009)

 

Ernst Surberg, Klavier

Tilmann Walzer, Sprecher

ensemble mosaik

Leitung: Enno Poppe

 

ca. 21:00 Uhr Konzertpause

 

Matthew Shlomowitz

"Popular Contexts 8" für Drumkit und Samples (2015)

 

Trond Reinholdtsen

"Inferno" Percussion Sonata I (2013)

 

Håkon Stene, Schlagzeug

 

Karen Power

"veiled babble" für Ensemble und Elektronik (2015)

Uraufführung

 

ensemble mosaik

Leitung: Enno Poppe

Konzert

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur