Seit 13:00 Uhr Nachrichten
 
Mittwoch, 25. Mai 2016MESZ13:04 Uhr

Lesart | Beitrag vom 09.02.2016

ÜberraschungsbestsellerWarum lieben alle "Auerhaus"?

Bov Bjerg im Gespräch mit Frank Meyer

Beitrag hören
Der Schriftsteller Bov Bjerg im Funkhaus von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Matthias Horn)
Der Schriftsteller Bov Bjerg im Funkhaus von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Matthias Horn)

Eigentlich war "Auerhaus" ein Buch, auf das niemand gewartet hat. Aber es schlug voll ein: Die Geschichte einer schwäbischen Jugend-WG aus den 80er-Jahren wurde zum Überraschungserfolg. Vielleicht, weil jeder etwas anderes in dem Buch sehen kann, meint der Autor.

"Auerhaus", Bov Bjergs WG-Roman, der in den 1980ern spielt, stand weder auf der Longlist noch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und ist auch in keinem großen Verlag erschienen. Trotzdem wurde es erst zum Geheimtipp, dann zum Überraschungsbestseller, nachdem es von allen vier Kritikern des "Literarischen Quartetts" höchstes Lob erhielt.

Vielfältige Reaktionen vom Publikum und der Kritik

Der Autor Bov Bjerg, bisher eher von Lesebühnen bekannt, kann sich den Erfolg selbst nicht so recht erklären: "Es ist wirklich schwer zu sagen. Nach den ersten Wochen dachte ich, es kommt daher, dass alle, die den Roman toll finden, sich insgeheim nach dieser Solidarität sehnen, die ja in dieser WG herrscht."

Später habe er festgestellt, dass jeder Leserin und jeder Leser in "Auerhaus" etwas anderes zur Identifikation findet: "Sowohl die Reaktion von Leuten, die nach Lesungen zu mir kommen, als auch die professionelle Kritik ist ja durchaus vielfältig." Für die einen seien es die 1980er-Jahre, für andere die Erinnerung an eigene WG-Zeiten.

"Wieder andere haben sich mit dem Thema Depressionen und Suizid beschäftigen müssen und finden ihn daher interessant. Also, jeder findet irgendwas anderes."

Bov Bjerg: "Auerhaus"
Verlag Blumenbar, Berlin 2015
240 Seiten, 18 Euro
auch als E-Book erhältlich

Mehr zum Thema

Jugendroman: "Auerhaus" - Verrückte Schüler-WG auf dem Land
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 15.07.2015)

Lesart

Yves Petry: "In Paradisum"Mann beißt Mann
US-Schauspieler Anthony Hopkins als Dr. Hannibal Lecter trägt im Film "Roter Drache" eine Gesichtsmaske mit Beißschutz (undatiertes Szenenfoto). Der Kannibale Hannibal Lecter führt die Liste der Film-Bösewichte an. Insgesamt 100 «Heroes» (Helden) und «Villains» (Bösewichte) Hollywoods sind am 3.6.2003 im US-Fernsehen vorgestellt worden. Das American Film Institute präsentierte das Ergebnis einer Umfrage unter 1500 Schauspielern, Regisseuren und Kritikern, die aus einer Liste von 400 Filmcharakteren ihre Wahl treffen konnten. (picture alliance/dpa/dpa-film Uip)

Yves Petry nimmt die bizarre Geschichte des "Kannibalen von Rothenburg" als Ausgangspunkt für seinen Roman "In Paradisum". Aus dem realen Kriminalfall entwirft der flämische Schriftsteller ein Drama über die Haltlosigkeit des modernen Menschen.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

Jenny Valentine: "Durchs Feuer"Brennende Lügengebäude
Ein unachtsamer Moment im Umgang mit Feuer kann schwerste Verletzungen nach sich ziehen (imago/McPhoto)

Die 16-jährige Iris ist Pyromanin. Ihr letztes Feuer zündet sie für ihren sterbenden Vater, den sie gerade erst kennen lernen konnte. Ein rasanter Jugendroman um ein Mädchen, das mit allen Mitteln um Wahrheit und gegen eine egomanische Mutter kämpft.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj