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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 14.09.2011

"Über uns das All"

Psycho-Drama über Vertrauen und Projektion

Gesehen von Anke Leweke

Sandra Hüller als Martha und Georg Friedrich als Alexander in "Über uns das All". (picture alliance / dpa)
Sandra Hüller als Martha und Georg Friedrich als Alexander in "Über uns das All". (picture alliance / dpa)

Nicht schlimm genug, dass ihr Mann wie aus heiterem Himmel Selbstmord begangen hat. Er hat Martha auch ein Netz aus Lügen und Intrigen hinterlassen. Paul war nicht der, als der er sich ausgegeben hat. Er war nicht der erfolgreiche Arzt, auf den eine gut bezahlte Stelle in Marseille wartet. Er war nicht der Lieblingsstudent seines Professors an der Universität.

Paul hinterlässt eine Leerstelle im zweifachen Sinn. Er ist nicht mehr da, aber auch die gemeinsame Vergangenheit erweist sich immer mehr als Illusion. Martha reagiert mit Verdrängung. "Über uns das All" versucht, diesen Zustand der Trauer und des Schmerzes, diesen Zustand des Nicht-Glauben-Könnens, dass ein geliebter Mensch nicht mehr da ist, einzufangen.

Martha wird sich ziemlich schnell neu verlieben. Aber vielleicht tauscht sie auch nur die beiden Männer aus, vielleicht lässt sie in Alexander den verstorbenen Paul weiterleben. Wie eine angespannte Somnambule läuft Sandra Hüller durch diesen Film, wie eine Frau, die den Schmerz nicht veräußern kann, der permanent in ihr arbeitet.

Mit seiner ruhigen Kamera geht Jan Schomburg eher auf Distanz. Er möchte dieser Frau den Raum geben, wieder zu sich und in ihr Leben zu finden. "Über uns das All" ist ein Psychothriller im wahrsten Sinne des Wortes, nimmt er den Zuschauer doch mit, in die Wahrnehmung einer angeschlagenen Psyche.

Deutschland 2011. Regie: Jan Schomburg. Darsteller: Sandra Hüller, Georg Friedrich, Felix Knopp, Kathrin Wehlisch, Valery Tscheplanowa u.a.; FSK: ab 12. Länge: 88 Minuten

"Über uns das All" - Filmhomepage

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