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Kompressor | Beitrag vom 12.02.2016

Tunesischer Film "Inhebbek Hedi"Warum es der Arabische Frühling so schwer hat

Christiane Peitz im Gespräch mit Susanne Burg

Mohamed Ben Attia, Regisseur von "Inhebbek Hedi", der im Wettbewerb der  66. Internationale Filmfestspiele in Berlin läuft, am 12.02.2016 bei der Berlinale-Pressekonferenz (picture alliance / dpa / Gregor Fischer)
Mohamed Ben Attia, Regisseur von "Inhebbek Hedi", der im Wettbewerb der Berlinale läuft, bei der Pressekonferenz (picture alliance / dpa / Gregor Fischer)

Ein junger Tunesier und seine Schwierigkeiten, der arrangierten Hochzeit zu entgehen - davon erzählt "Inhebbek Hedi" von Mohamed Ben Attia, der im Berlinale-Wettbewerb läuft. Der Film vermittle sehr gut, wie stark Traditionen Veränderungen entgegen stehen können, so Kritikerin Christiane Peitz.

Der Spielfilm "Inhebbek Hedi" des 39-jährigen tunesischen Regisseurs Mohamed Ben Attia, der am Freitag im Berlinale-Wettbewerb Premiere hat, erzählt viel über die Schwierigkeiten des Arabischen Frühlings, berichtet Filmkritikerin Christiane Peitz im Deutschlandradio Kultur. Zwischen den Zeilen werde deutlich, "warum das mit dem Arabischen Frühling nicht so ausgegangen ist, wie wir in Europa uns das vielleicht auch gewünscht hätten". Unter anderem mache der Film den Einfluss von Traditionen deutlich:

"Diese Schwierigkeit, wirklich die Transformation hinzubekommen, welche Energie das braucht, und dass das vielleicht auch die Energie der jüngeren Generation übersteigen kann. Der Film erklärt auch ein wenig die Beharrungskräfte von Traditionen."

Im Zentrum von "Inhebbek Hedi" steht der junge Tunesier Hedi, der von seiner  Mutter verheiratet werden soll. Zwei Tage vor der Hochzeit wacht er auf und merkt, dass etwas in seinem Leben nicht stimmt. Er lernt dann eine andere Frau kennen, steht aber vor der Schwierigkeit, aus seinem bisherigen Leben heraus zu kommen.

Dilemma zwischen Tradition und Veränderung in vielen Berlinale-Filmen

Der Film stelle das Dilemma der jungen Generation in Tunesien sehr gut dar, urteilt Peitz. "Er muss sich entscheiden: Lebe ich einfach mein eigenes Leben - das ist ein ungeheurer Kraftakt, dieser freie Wille – oder sorge ich dafür, dass sich in dem herkömmlichen Leben etwas ändert, etwas bessert. Das ist sehr schwer zu entscheiden."

Dieses Thema, wie sich Protagonisten in Filmen mit den Strukturen ihrer Länder, ihren Traditionen, ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, und wie sie davon immer wieder eingeholt werden, zieht sich durch viele Produktionen, die bei der Berlinale zu sehen sind. Unter anderem auch der Film "El rey del Once" von Daniel Burman.

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