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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 30.12.2009

"Triff die Elisabeths!"

Hannelore Heider über einen preisgekrönten französischen Film

Der Nichtsnutz Jean-Gabriel muss seinen drei Kindern Osternferien auf der Skipiste spendieren. Hält er sein Versprechen nicht, verlässt ihn seine Frau.

Nach dem Erfolgsfilm "Willkommen bei den Sch’tis" gewann auch in diesem Jahr eine französische Komödie den Publikumspreis beim Filmfest in Hamburg und das spricht dafür, dass diesmal französischer Humor auch nach deutschem Geschmack sein könnte, was wahrlich nicht immer der Fall ist. Immerhin verarbeitet dieser Film auf humorvolle Art ein Trauma der französischen Gesellschaft – die Integration oder eben Diskriminierung seiner Migranten.

Jean-Gabriel, ein sympathischer Nichtsnutz aus der Karibik, lebt mit seiner französischen Frau (Anne Consigny) und den drei Kindern in einem der berüchtigten Pariser Vororte. Suzy jobbt gleich an drei Plätzen und verdient das Geld, das ihr Ehemann nur zu gern beim Wetten wieder verliert. Als er nach solch einer Panne seinen Kindern zum Trost verspricht, ihnen auch einmal Osterferien auf der Skipiste zu spendieren, verliert Suzy endgültig die Geduld. Sie stellt ihm ein Ultimatum für ihre Ehe: Er muss sein Versprechen halten, alles selbst organisieren und auch noch mit den Kindern allein fahren! Das scheint dem charmanten Filou mit geborgtem Auto, hart verdientem Geld für die ersten drei Übernachtungen und seiner temperamentvollen Mama als Kindermädchen auch fast zu gelingen…. Mit viel Situationskomik, aber auch durchaus ernsthaften Tönen mischt die dunkelhäutige Bande nebst einer umwerfend komischen Oma (Firmine Richard) nicht nur das Leben auf der Skipiste, sondern auch die geruhsame Existenz ihrer Vermieter (Bernadette Lafond/ Michel Jonaz) auf. Dass daraus keine peinliche Klamotte wurde, ist der Lebenserfahrung von Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Lucien Jean-Babtiste zu verdanken. Er kam in den 60er-Jahren mit seiner Mutter von den Antillen und hat das Skifahr-Abenteuer als 14-Jähriger selbst erlebt, wie jetzt in der Komödie sein Filmsohn Yann (Jimmy Woha-Woha).

Frankreich 2009, Regie, Db: Lucien Jean-Babtiste, Darsteller: Firmine Richard, Lucien Jean-Babtiste, Anne Consigny, Bernadette Lafond, Michel Jonasz, 90 Minuten, ohne Altersbeschränkung

Filmhomepage

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