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Freitag, 27. Mai 2016MESZ00:26 Uhr

Kulturnachrichten

Montag, 22. Februar 2016

Berlinale mit Zuschauerrekord

Mehr als 337 000 verkaufte Karten

Mit 337 000 verkauften Karten hat die Berlinale einen Zuschauerrekord eingefahren. Wie die Veranstalter mitteilten, war der Publikumsansturm so groß wie noch nie in der 66-jährigen Geschichte des Festivals. Am Sonntag waren die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit einem Publikumstag zu Ende gegangen. Am Samstag hatte der italienische Regisseur Gianfranco Rosi mit der Flüchtlings-Dokumentation "Fuocoammare" den Goldenen Bären gewonnen. Die nächste Berlinale ist vom 9. bis 19. Februar 2017 geplant.

Bundesstiftung zur Vertreibung hat wieder eine Leitung

Chefin des Berliner Alliiertenmuseums, Gundula Bavendamm, wird neue Direktorin

Nach langer Suche hat die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wieder eine Leitung. Der Stiftungsrat wählte die Chefin des Alliiertenmuseums in Berlin, Gundula Bavendamm, zur neuen Direktorin. Die 50-jährige Historikerin und Kulturmanagerin wird ihr Amt zum 1. April antreten. Um die Neubesetzung des Direktorenpostens hatte es monatelange Querelen gegeben: Der letzte Direktor musste 2014 gehen, sein 2015 gewählter Nachfolger sagte kurz vor Amtsantritt nach internen Differenzen ab. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte die neue Direktorin der Bundesstiftung eine erfahrene Ausstellungsmacherin: "Sehr überzeugend hat die Zeithistorikerin in ihrer bisherigen Arbeit internationale Aspekte berücksichtigt und Verbindungen gepflegt". Die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde Ende 2008 errichtet. Träger ist das Deutsche Historische Museum in Berlin. Zweck der Stiftung ist es, das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert wachzuhalten und zur Versöhnung beizutragen.

Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" sucht neue Leitung

Nach 20 Jahren hört Margret Albers auf

Deutschlands größtes Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" sucht einen neuen Leiter. Nach 20 Jahren an der Spitze verabschiede sich Festivalchefin Margret Albers Ende dieses Jahres auf eigenen Wunsch, teilte die Deutsche Kindermedienstiftung am Montag mit. Die 48-Jährige arbeite aber weiter im Vorstand des Fördervereins Deutscher Kinderfilm mit. Bis Ende April können sich Interessenten um den Posten des Festivalchefs und Geschäftsführers der Stiftung bewerben. Das Festival "Goldener Spatz" wird dieses Jahr vom 5. bis 11. Juni in Gera und Erfurt ausgetragen. Die Sieger werden traditionell von einer Kinderjury gekürt.

Haftstrafe für iranischen Regisseur auf ein Jahr reduziert

Verurteilt wurde Kehweni Karimi für einen Film über Graffiti

Die Haftstrafe für den preisgekrönten iranischen Filmregisseur Kejwan Karimi ist von einem Berufungsgericht von sechs auf ein Jahr reduziert worden. Karimi sagte, die im ersten Urteil festgesetzten 223 Peitschenhiebe blieben aber bestehen. Er plane, die Haftstrafe abzusitzen und habe nicht die Absicht, das Land zu verlassen. Der Regisseur war im Oktober wegen "Beleidigung von Heiligkeiten" verurteilt worden. Karimi zufolge gehe das Urteil auf einen Videoclip und einem Film mit dem Titel "Writing on the City" zurück, der politische Graffiti im Iran von der Islamischen Revolution 1979 bis zu umstrittenen Wahlen 2009 zeigt. Bekannt wurde er vor allem für seinen minimalistischen Schwarz-Weiß-Film "The Adventure of the Married Couple" (Das Abenteuer der Eheleute). In der Islamischen Republik Iran wird die Meinungsfreiheit derzeit wieder stärker unterdrückt. Die inhaftierten Künstler, Menschenrechtler und Journalisten sind laut Menschenrechtsgruppen und Beobachtern auch Opfer des Kampfes zwischen Konservativen und moderateren Kräften vor den Parlamentswahlen am Freitag.

Bühnen-Comeback: Theaterpreis für Nicole Kidman

Britischer WhatsOnStage-Award auch für Benedict Cumberland und Judy Dench

Hollywoodstar Nicole Kidman hat bei ihrem Comeback auf der Theaterbühne gleich einen der wichtigsten britischen Preise gewonnen. Bei den Londoner WhatsOnStage-Awards wurde die 48-jährige in einer von der Webseite whatsonstage.com unterstützten öffentlichen Abstimmung zur besten Schauspielerin gewählt. Kidman sagte, es sei nach 17 Jahren "so erfüllend gewesen" in Anne Zieglers Drama "Photograph 51" wieder auf der Theaterbühne zu stehen, "aber auch furchteinflößend". Sie habe extremes Lampenfieber gehabt. Zum besten Schauspieler wurde Benedict Cumberland für seine Darstellung des dänischen Prinzen in "Hamlet" gewählt. Judy Dench wurde für ihre Rolle in einer weiteren Shakespeare-Inszenierung, dem "Wintermärchen" , zur besten Nebendarstellerin gekürt. Musikpreise gingen an Imelda Staunton in "Gypsy" und Matt Henry in "Kinky Boots".

Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" stiftet Literaturpreis

Texte von Schülern und Studenten sollen ausgezeichnet werden

Die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" hat einen Literaturpreis für Schüler und Studenten ins Leben gerufen. Damit wolle man Texte auszeichnen, die überraschend, verrückt und respektlos seien, sagte der Mitarbeiter der Wochenzeitung, Iégor Gran, dem französischen Radiosender "France Info". Die Auszeichnung solle eine Alternative zu den klassischen und "trübseligen" Literaturpreisen sein. Mit dem Preis will die Zeitung den Dialog mit der jungen Generation fortsetzen. Nach dem Terroranschlag auf die Redaktion am 7. Januar 2015 bei dem zwölf Menschen starben, hätten viele junge Menschen der Redaktion spontan Zeichnungen geschickt, sagte der Karikaturist und "Charlie-Hebdo"-Chef Riss. Man wolle ihnen helfen, sich von Konventionen zu befreien. Der Preis richtet sich an junge französischsprachige Menschen zwischen 12 und 22 Jahren unabhängig von ihrem Herkunftsland.

Abschied von Roger Willemsen

Die Beisetzung findet im engsten Familienlkreis statt

Bei einer Trauerfeier haben Freunde und Wegbegleiter Abschied von Autor und Fernsehmoderator Roger Willemsen genommen. Etwa 200 Trauergäste kamen auf den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Darunter waren Prominente wie die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die Schauspielerinnen Iris Berben und Katja Riemann sowie Moderator Eckart von Hirschhausen. Nach der Trauerfeier in der Fritz-Schumacher-Halle soll die Beerdigung im engsten Familienkreis stattfinden. Roger Willemsen war am vergangenen Montag im Alter von 60 Jahren einer Krebserkrankung erlegen.

Ukraine schickt Krimtatarin zum ESC

Auch der Song von Jamala dürfte Russland provozieren

Drei Juroren und knapp 400.000 Wähler haben Susana Jamaladinova zur Vertreterin der Ukraine beim Eurovision Song Contest im Mai in Stockholm gewählt. Die Sängerin mit dem Künstlernamen Jamala setzte sich in Kiew mit einem Lied über die Massendeportation von Tataren unter Josef Stalin durch. "1944" heißt der Popsong und handelt von dem Jahr, in dem die Tataren nach Zentralasien deportiert wurden. Tausende starben während der Fahrt oder verhungerten nach ihrer Ankunft in der dürren Steppe. Den Krimtataren wurde bis in die 1980er Jahre hinein nicht erlaubt, auf die Krim zurückzukehren. Das auf Englisch gesungene Lied beginnt mit dem Satz: "Wenn Fremde kommen, kommen sie zu eurem Haus, sie töten euch alle und sagen: «'Wir sind nicht schuldig.'" Russlands Annexion der Krim im Jahr 2014 wird in dem Lied nicht erwähnt. Die Regeln des ESC verbieten Lieder mit politischen Texten.

Tafel an Musikhochschule erinnert an Münchner Abkommen 1938

Enthüllung am Mittwoch

An der Münchner Musikhochschule, dem einstigen "Führerbau", wird eine Gedenktafel an die dortige Unterzeichnung des "Münchner Abkommens" am 29. September 1938 erinnern. Darin wurde festgehalten, unter welchen Bedingungen die Tschechoslowakei die sudetendeutsche Gebiete an Nazi-Deutschland abzutreten hatte. In Anwesenheit der tschechischen und slowakischen Botschafter in Deutschland wird Europaministerin Merk die Gedenktafel am Mittwoch enthüllen.

Studie belegt: US-Filme sind "weißgewaschen"

Das besagt eine Untersuchung der Annenberg School for Communication in Los Angeles

Eine Studie über die Film- und Fernsehbranche der USA belegt den Vorwurf mangelnder Vielfalt. Die Produktionen großer Medienunternehmen seien "weißgewaschen", konstatieren Wissenschaftler. Es herrsche eine große Kluft zwischen Hollywood und der Gesellschaft, sagte Stacy L. Smith, Professorin der Annenberg School for Communication and Journalism. Auch Frauen, Minderheiten und Homosexuelle seien wenig bis gar nicht vertreten. "Wir haben keine Diversitäts-Problem, wir haben eine Inklusion-Krise", betonte sie. Nur knapp 29 Prozent aller untersuchten Sprechrollen waren 2014 bzw. 2015 mit Frauen besetzt. Ähnliches verzeichneten die Forscher bei sogenannten Minderheiten - obwohl diese etwa 38 Prozent der US-Bevölkerung darstellen. Rollen für Lesben, Schwule oder Transgender machten gar nur zwei Prozent der Sprechrollen aus. Untersucht wurden 109 Filme und 305 TV-Serien. Am Sonntag werden von der Academy of Motion Picture Arts die Oscars verliehen. Schwarze Stars wie Regisseur Spike Lee und Schauspieler Will Smith wollen die Gala boykottieren, weil zum zweiten Mal in Folge nur weiße Schauspieler nominiert sind.

Erstmals seit 30 Jahren neue britische Tageszeitung

"The New Day" erscheint ab kommenden Montag mit 40 Seiten

Erstmals seit 30 Jahren erscheint in Großbritannien eine neue Tageszeitung. Wie die Mediengruppe Trinity Mirror am Montag mitteilte, wird "The New Day" am ersten Erscheinungstag, dem kommenden Montag, an mehr als 40.000 Verkaufsstellen angeboten. Die Zeitung soll vollkommen unabhängig vom Boulevard-Blatt "Daily Mirror" sein, das ebenfalls von Trinity Mirror herausgegeben wird. "The New Day" soll keinen eigenen Internetauftritt haben, aber in den sozialen Medien präsent sein. Trinity-Mirror-Chef Simon Fox erklärte, in den vergangenen zwei Jahren hätten mehr als eine Million Menschen aufgehört, eine Zeitung zu kaufen. Doch mit dem "richtigen Produkt" könnten viele von ihnen zurückgewonnen werden. Die neue Zeiutung soll sich an modernen Lifestyle-Bedürfnissen orientieren. Die Ankündigung folgt wenige Tage auf die Bekanntgabe, dass die britische Tageszeitung "The Independent" am 26. März zum letzten Mal in gedruckter Form erscheinen wird.

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"Fragments Of Him”Computerspiel als Trauerarbeit
Ein junger Mann sitzt vor seinem Computer und spielt ein Computerspiel. (dpa / picture alliance / Peter Steffen )

Die Hauptfigur im Computerspiel "Fragments Of Him” stirbt - nicht etwa am Ende, es ist der Anfang der Geschichte. Ob und wie das als Stilmittel funktioniert, weiß unser Kollege Marcus Richter. Er hat "Fragments Of Him” gespielt.Mehr

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