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Kulturnachrichten

Dienstag, 29. März 2016

Trauer um Roger Cicero

Sänger stirbt mit 45 Jahren

Musikbranche und Fans stehen unter Schock: Der Sänger Roger Cicero ist tot. Der in Berlin geborene Musiker starb im Alter von 45 Jahren an einem Hirninfarkt in Hamburg, wie sein Management heute der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Cicero hatte für Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest (ESC) gesungen und mit "Frauen regier'n die Welt" den 19. Platz belegt. Im selben Jahr gewann er den Musikpreis Echo. Der Sänger hatte im November wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung sämtliche Termine bis Ende 2015 abgesagt. Die ausverkaufte Tour sollte jetzt fortgesetzt werden. Erst kürzlich habe er noch Interviews gegeben, erklärte sein Management. "Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie." In den sozialen Netzwerken drückten Fans ihr Beileid aus. "Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes auf", berichtete das Management weiter. "Im Krankenhaus verschlechterte sich sein Zustand rapide." Cicero starb "im Kreise seiner Lieben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben". Seine letzten großen Projekte waren jüngst "Cicero Sings Sinatra" und "The Roger Cicero Jazz Experience" - mit beiden wurde er erneut für den Echo nominiert, der im April vergeben wird. "Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee im April gefreut", hieß es. Cicero hinterlässt einen Sohn.

Oscar-Preisträgerin Patty Duke gestorben

Oscar als 16-Jährige für Rolle in "Licht im Dunkel"

Die US-Schauspielerin Patty Duke, die es als Teenager zu Weltruhm brachte, ist tot. Die Oscar-Preisträgerin verstarb am Dienstag im Alter von 69 Jahren, wie ihr Sohn, der Schauspieler und Regisseur Sean Astin, jetzt mitteilte. Duke war 1962 mit ihrem Porträt der tauben und blinden Aktivistin Helen Keller in dem Drama "Licht im Dunkel" weltberühmt geworden. Für diese Rolle bekam sie im Alter von gerade einmal 16 Jahren den Oscar als beste Nebendarstellerin. Später machte sie auch Karriere im Fernsehen. In der "Patty Duke Show", von der in den sechziger Jahren mehr als hundert Folgen liefen, spielte sie in einer Doppelrolle identisch aussehende Cousinen. Nach dem Oscar erhielt sie noch drei Emmy-Fernsehpreise, einen davon für die Miniserie "Der Preis der Macht". 1987 enthüllte Duke in ihrer Autobiographie, dass sie unter einer bipolaren Störung litt.

DJV nennt Erdogans Intervention gegen Satire "lächerlich"

Aber die Verfolgung kritischer Journalisten in der Türkei sei bittere Realität

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die diplomatische Intervention des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen eine Satire des Norddeutschen Rundfunks als "lächerlich" bezeichnet. "Der türkische Machthaber Erdogan hat offenbar die Bodenhaftung verloren", sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall. "Extra 3" hatte ein satirisches Lied über Erdogan zur Melodie von Nenas "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" ausgestrahlt. Das Außenministerium hatte daraufhin den deutschen Botschafter einbestellt. DJV-Chef Überall erklärte dazu: "Seine (Erdogans) außenpolitische Empörung ist so lächerlich, dass er sich zum Gespött der sozialen Netzwerke gemacht hat." Über das berechtigte Gelächter dürfe aber nicht übersehen werden, dass "die Verfolgung kritischer Journalisten in der Türkei bittere Realität ist".

Alte Pinakothek: Rubens und Rembrandt in neuem Licht

Drei sanierte Säle wieder geöffnet

Die Herzstücke der Alten Pinakothek in München sind wieder zu sehen: Nach zweijähriger Sanierungszeit sind die Rubens- und Rembrandtsäle im Obergeschoss des Kunstmuseums wieder geöffnet, wie die Pinakothek mitteilte. Noch hätten zwar nicht alle zugehörigen Kabinette eingerichtet werden können, dies solle jedoch bald geschehen. Die drei sanierten Säle mit Werken von Peter Paul Rubens (1577-1640) und Rembrandt van Rijn (1606-1669) präsentieren sich nicht nur in neuem Licht, sie sollen auch noch mit neuen Beschriftungen in deutscher und englischer Sprache versehen werden. Ende 2017 soll die umfassende Sanierung des Museums endgültig abgeschlossen sein.

Wim Wenders gibt Operndebüt

Wenders inszeniert "Die Perlenfischer" an der Berliner Staatsoper

Filmregisseur Wim Wenders inszeniert zum ersten Mal eine Oper. "Les pêcheurs de perles" (Die Perlenfischer) soll am 24. Juni 2017 Premiere an der Berliner Staatsoper feiern, wie Intendant Jürgen Flimm heute sagte. Wenders habe sich die Oper von Georges Bizet ausgesucht, weil es die erste Oper sei, die er gesehen habe, erzählte Flimm. Insgesamt plant die Staatsoper in der Saison 2016/2017 auf ihrer Hauptbühne acht Premieren, darunter "La damnation de Faust" von Hector Berlioz. Die Inszenierung übernimmt Terry Gilliam, ein Mitbegründer der Komikergruppe Monty Python.

Preis für Kunstkritik an Jörg Scheller

Preisverleihung auf der Art Cologne

Der freie Kritiker und Kunstwissenschaftler Jörg Scheller erhält den diesjährigen Preis für Kunstkritik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine. Der in Kooperation mit der internationalen Kunstmesse Art Cologne vergebene Preis ist nach Angaben der Kölner Messegesellschaft mit 3.000 Euro dotiert und wird während der Art Cologne am 16. April in Köln übergeben. Die Jury hob Schellers "breites und unorthodoxes kulturgeschichtliche Interesse" hervor und lobte zudem seine Fähigkeit, "auch politische Analysen in großer Klarheit" zu formulieren. Der Preis wird seit 1999 ausgelobt und richtet sich an freie Kunstkritikerinnen und Kunstkritiker.

300 Millionen für Sicherheit italienischer Monumente

Metalldetektoren und Kameras sollen Besucher und Monumente schützen

Das italienische Kulturministerium hat 300 Millionen Euro für den Terrorismusschutz der Kulturgüter des Landes bereitgestellt. Bei 20 besonders berühmten Sehenswürdigkeiten, darunter Pompeji, das Kolosseum in Rom und die Uffizien in Florenz, wurden die Sicherheitsmaßnahmen bereits verschärft, wie die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtete. Metalldetektoren wie an Flughäfen, mehr Überwachungspersonal und Kameras innerhalb und außerhalb der Gebäude sollen die Besucher und die Monumente demnach vor Terroranschlägen schützen. Insgesamt habe das Ministerium für einen nationalen Sicherheitsplan 4.588 Orte ausgewählt, bei denen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden sollen.

Türkei bestellt nach Satire Botschafter ein

Das Auswärtige Amt wollte sich dazu nicht äußern

Laut Medienberichten wurde der deutsche Botschafter wegen eines Beitrags im ARD-Fernsehen ins türkische Außenministerium zitiert. Er musste sich dort wegen einer Satire in der Sendung "extra 3" rechtfertigen. Das Lied mit dem Titel "Erdowi, Erdowo, Erdogan" kritisiert Erdogans Regierungsstil und die Angriffe auf die Pressefreiheit in der Türkei. In dem Beitrag findet sich als Anspielung auf den pompösen Präsidentenpalast in Ankara die Zeile: "Er lebt auf großem Fuß, der Protz vom Bosporus." Und weiter: "Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast." Die Redaktion von "extra 3" reagierte darauf mit der Ernennung Erdogan zum "Mitarbeiter des Monats".

Achenbach-Prozess zieht sich weiter hin

Entgegen den Erwartungen wurde heute kein Urteil gefällt

Der Prozess gegen den inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach wegen der Echtheit von vier Bronzeskulpturen zieht sich in die Länge. Heute entschied das Düsseldorfer Landgericht, Zeugen aus dem Umfeld des verstorbenen spanischen Künstlers Juan Muñoz zu hören. Ursprünglich war schon mit einem Urteil gerechnet worden. Kläger ist die Familie des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. Sie fordert von Achenbach und dessen Ehefrau Dorothee 980 000 Euro zurück. Nach Ansicht der Kläger handelt es sich um nicht autorisierte Nachgüsse. Unter den Zeugen, die das Gericht am 13. September hören will, ist auch die Lebensgefährtin des Künstlers.

Woody Allen-Film eröffnet Filmfestival in Cannes

"Café Society" ist bereits der 14. Allen-Film, der außerhalb des Wettbewerbs präsentiert wird

Der neue Film "Café Society" von Woody Allen wird dieses Jahr den Startschuss zum 69. Internationalen Filmfestival in Cannes geben. Die romantische Komödie werde außerhalb des Wettbewerbs präsentiert, wie die Organisatoren mitteilten. Der Film handelt von einem jungen Mann in den 1930er Jahren, der hofft, in Hollywood in der Filmindustrie Fuß zu fassen. "Café Society" sei der vierzehnte Film des amerikanischen Filmemachers und Komikers, der an der Croisette außerhalb des Wettbewerbs präsentiert werde. Damit stelle Woody Allen einen Rekord auf. Das Festival findet vom 11. bis 22. Mai statt.

Wiederaufbau in Palmyra dauert fünf Jahre

Expertenteam untersucht Ausmaß der Zerstörung

Ein Wiederaufbau der von der Terrormiliz "Islamischer Staat (IS)" zerstörten antiken Tempel im syrischen Palmyra wird nach Einschätzung der Antiquitätenverwaltung des Landes etwa fünf Jahre dauern. Wie die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf den Direktor der Antiquitäten- und Museumsverwaltung, Nasir Awad, meldete, untersucht ein Expertenteam in der Welterbestätte nun das genaue Ausmaß der Zerstörung. Unterdessen warnte der syrische Altertumsforscher Mamoun Fansa im Deutschlandfunk vor einem undurchdachten Wiederaufbau. Erste Bilder und Erkenntnisse legen laut Sana nahe, dass mehr als 80 Prozent der Artefakte in einem gutem Zustand seien. Doch stellten geheime Grabungen der IS-Milizionäre noch eine große Gefahr für die berühmte Stätte dar.

Trägerwechsel beim Weimarer Weltkulturerbe geplant

Zum Jahreswechsel soll das Baudenkmal in die Klassik Stiftung überführt werden

Für das "Haus am Horn", einziges Architekturzeugnis des Bauhauses in Weimar, ist ein Trägerwechsel geplant. "Wir betreiben als Verein ein Unesco-Weltkulturerbe. Das hat seine Grenzen", sagte der Vorsitzende des Freundeskreises der Bauhaus-Universität, Michael Siebenbrodt. Voraussichtlich zum Jahreswechsel solle das Baudenkmal in die Klassik Stiftung überführt werden. Das "Haus am Horn" würde dann Teil des geplanten Neuen Bauhaus-Museums. Das Experimentalhaus wurde 1923 zu großen Bauhaus-Ausstellung entworfen und steht für modernes Wohnen mit formschönen und pflegeleichten Materialien.

Mehr Oscar-Chancen für internationalen Nachwuchs

Für US-Bewerber ändert sich nichts

Die Oscar-Akademie in Los Angeles hat bekannt gegeben, dass der Verband künftig bei den Studentenpreisen Auszeichnungen in mehr Kategorien an internationale Filmschaffende vergeben wird. Bisher gab es nur die Kurzfilm-Sparte "Bester ausländischer Film" mit drei Gewinnern (Gold, Silber und Bronze). Neu hinzu kommen jetzt die Sparten Dokumentation und Zeichentrickfilm mit jeweils einem Preisträger (Gold). Die Studenten-Preise werden am 22. September im kalifornischen Beverly Hills zum 43. Mal verliehen. Nachwuchsregisseure können ab sofort ihre Werke für den diesjährigen Wettbewerb einreichen. Die Studenten-Oscars sind die Ableger des wichtigsten Filmpreises der Welt für den Nachwuchs.

Ex-Ballettdirektor Casado ist tot

Germinal Casado wurde 81 Jahre alt

Der frühere Ballettdirektor des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe, Germinal Casado, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Spanier war von 1977 bis 1998 Ballettchef in Karlsruhe. Er hatte unter anderem als Solist bei Maurice Béjart getanzt. "Unter seiner Direktion wurde das Karlsruher Ballett zu einem der meistbeachteten und aktivsten Ensembles in Deutschland. Er brachte seine Choreografien von hier aus in viele Teile von Europa, Asien und Amerika (...)", sagte Generalintendant Peter Spuhler. Ein Markenzeichen von Casados Choreographien waren große Ausstattungsorgien sowie bunte, effektvolle Bilder.

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