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Konzert zum Nachhören | Beitrag vom 08.01.2017

Thomas Hampson bei der Hugo-Wolf-AkademieBeethovens Konzeptalbum

Aufzeichnung aus dem Schlosspark Ludwigsburg

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Der US-amerikanische Sänger Thomas Hampson spricht am 31.03.2015 in Heidelberg (Baden-Württemberg) in der Stadthalle während der Veranstaltung "Lied Akademie". (dpa /  Uwe Anspach)
Der US-amerikanische Sänger Thomas Hampson (dpa / Uwe Anspach)

Von Beethoven über Eisler bis zu anglo-amerikanischen Komponisten - gemeinsam mit der Amsterdam Sinfonietta unternahm der Bariton Thomas Hampson eine weite Reise durch die Geschichte der Gattung Kunstlied.

Vor rund 200 Jahren, im Herbst 1816, veröffentlichte der Verlag Steiner in Wien unter dem Titel "An die ferne Geliebte" einen "Liederkreis" von Ludwig van Beethoven. Das liest sich heute selbstverständlich, war es damals aber kaum, denn miteinander verbundene, quasi durchkomponierte Kunstlieder hatte es bis dahin nicht gegeben. Das Notenheft – heute würde man es als "Konzeptalbum" bezeichnen – markiert den ersten wesentlichen Liederzyklus der Musikgeschichte. Thomas Hampson, Jahrgang 1955, amerikanischer Bariton mit Wohnsitz in Wien, hat dieses Werk nach Ludwigsburg mitgenommen – und er konfrontiert es mit einem der gewissermaßen letzten Zyklen dieser Art, den "Ernsten Gesängen" von Hanns Eisler.

Nach langen Vorarbeiten wurden diese Lieder, die zur Hälfte auf Hölderlin-Texten beruhen, im August 1962 vollendet. Kurz danach erlag der schwer kranke Komponist einer Herzattacke. Diese Sammlung für Bariton und Streichorchester wirkt wie eine Beschwörung des eigenen Todes, den der 1898 geborene Eisler wegen seiner instabilen Konstitution immer vor Augen hatte. Dennoch gestand der Komponist dem Sänger keine besonderen Emotionen zu, im Gegenteil: In einer Vorbemerkung zur Partitur formulierte der in dieser Hinsicht empfindliche Eisler, der Solist "möge sich bemühen, den Hörern die Inhalte eher zu referieren als auszudrücken." An anderer Stelle gab Eisler für diesen Zyklus die Stichworte "Besinnung – Überlegung – Depression – Aufschwung – und wieder Besinnung" an und fügte hinzu: "Man kann nicht immer optimistische Lieder schreiben. Das wäre erstens furchtbar langweilig und zweitens stimmt es auch nicht." Man kann darauf gespannt sein, wie zwischen Beethoven und Eisler die so gänzlich anderen Lieder der englischen und amerikanischen Komponisten dieses Programms wirken.

Forum am Schlosspark Ludwigsburg
Aufzeichnung vom 10. Dezember 2016

Moderation: Ulrike Klobes

Ludwig van Beethoven
"An die ferne Geliebte", Liederkreis op. 98

Franz Schreker
Intermezzo für Streichorchester op. 8

Hanns Eisler
Ernste Gesänge für Bariton und Streichorchester

Edward Elgar
Introduktion und Allegro für Streicher op. 47

sowie Lieder von George Butterworth, Frank Bridge, Stephen Foster und Thomas Moore

Thomas Hampson, Bariton
Amsterdam Sinfonietta
Leitung: Candida Thompson

Konzert

Lahav Shani beim RSBGanz vorn und mittendrin
Der Pianist und Dirigent Lahav Shani (Peter Eberts/Yossi Zwecker/RSB)

Doppelt begabt ist Lahav Shani. Der junge Israeli spielt Klavier und dirigiert, auch an diesem Abend beim RSB, in Schostakowitschs 2. Konzert. Er leitet das Orchester in Dukas' "Zauberlehrling" und Strawinskys "Feuervogel".Mehr

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