Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Länderreport / Archiv | Beitrag vom 07.03.2016

Themenwoche EnergiewendeWenn ein Atomkraftwerk abgeschaltet wird

Moderation: Claus-Stephan Rehfeld

In der Konditionierung und Dekontaminationswerkstatt reinigt am ein Mitarbeiter der Energiewerke Nord GmbH (EWN) ein Bauteil aus dem früheren Atomkraftwerk "VEB Kernkraftwerk Bruno Leuschner" in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern).  (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)
Ein Mitarbeiter der Energiewerke Nord reinigt ein Bauteil aus dem früheren Atomkraftwerk "VEB Kernkraftwerk Bruno Leuschner". (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)

Die Energiewende ist in dieser Woche das Thema im Länderreport. Heute berichten unsere Korrespondenten Uschi Götz, Silke Hasselmann und Lorenz Storch über Abschaltung und Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland.

Silke Hasselmann über den Rückbau des AKW Greifsald-Lubmin

Henry Cordes ist Vorstandschef der Energiewerke Nord (EWN). Das Greifswalder Unternehmen ist seit 1995 im Auftrag des Bundefinanzministeriums damit befasst, die ehemaligen DDR-Kernkraftwerke rückzubauen. Angekommen auf dem 40 Meter hohen Dach des Verwaltungsgebäudes überblicken wir das riesige Gelände am Greifswalder Bodden. Hier stehen noch immer die alten Kraftwerksblöcke und Schornsteine. Dennoch meint Henry Cordes:

"Ich sehe einen relativ großen Fortschritt. Wir sind in vier zentralen Blöcken mit 94 Prozent bis 99 Prozent ausgeräumt. Wir haben Stand heute ungefähr 500.000 t an Masse von 1,8 Mill Tonnen insgesamt hier am Standort demontiert. Ich sehe aber auch nach wie vor jede Menge Beton, die wir in den nächsten 10, 15 Jahren rückbauen werden."

Dabei sollten die nuklearrelevanten Gebäude hier in Greifswald-Lubmin seit vorigem Jahr abgerissen sein, in Rheinsberg sogar schon seit 2012. Doch zwischenzeitlich waren Geschäftsführung und Gesellschafter auf das Konzept der "Langzeitverwahrung" umgeschwenkt. Die Gebäude sollten jeweils 50 Jahre stehen bleiben und abklingen. Die dafür nötigen Genehmigungen blieben jedoch aus, erklärt EWN-Chef Cordes die Rückkehr baldigen aktiven Rückbau.

"Neues Rückbauziel ist jetzt hier 2028, in Rheinsberg am Schwesterstandort 2025. Dann ist alles dekontaminiert. Danach kann der zivile Bagger anrücken und das zusammenschieben."

Immerhin sind die Blöcke fast leer, die kerntechnischen Anlagen demontiert und im 22.000 m² großen Zwischenlager Nord untergebracht. Hier in der "Zentralen Aktiven Werkstatt" zerkleinern und dekontaminieren Meister Mincwel und seine Kollegen nach und nach jene rund 99 Prozent der Geräte, Rohre und Bauteile, die nicht selbst aktiv strahlen, sondern durch Bestrahlung verschmutzt worden sind.

Mincwel: "Hier wird die Oberfläche mit Hochdruck bearbeitet, so dass alle Verunreinigungen, die drauf sind, also Farbschichten usw. - das wird alles abgetragen. Es kommt nachher metallisch rein wieder raus."

Stimme Dekontaminationsschleuse: "Drei – zwei – eins. Vielen Dank. Keine Kontamination. Bitte durchgehen!"

Bisher sind rund 3,2 Mrd. Euro in den Rückbau der Kernkraftwerke Rheinsberg und Greifswald-Lubmin geflossen. Doch selbst wenn die Reaktorblöcke plattgemacht sein werden, bleibt für die rund 850 Mitarbeiter in Lubmin noch lange viel zu tun. In den Hallen 1 bis 7 des Zwischenlagers Nord warten rund 26.000 Tonnen Reststoffe darauf, irgendwann zu handelsüblichem Schrott zu werden.

Die Halle 8 hingegen beherbergt seit zehn Jahren die Kernbrennstäbe und aktivierten Reaktorteile aus Lubmin und Rheinsberg. Die damit gefüllten 74 Castor-Behälter werden so lange im vorpommerschen "Zwischenlager Nord" bleiben, bis der Bund eine geeignete, d.h. unterirdische Endlagerstätte gefunden und geöffnet hat. Das werde dauern, sagt EWN-Vorstandschef Henry Cordes.

Cordes: "So, wie jetzt die Endlagersuche gestaltet wird, muss ich davon ausgehen, dass das Zwischenlager Nord bis Ende des Jahrhunderts hier Bestand hat. Und das heißt auch, dass wir in der Sicherheitskonzeption selbstverständlich für 100 Jahre planen müssen. Das wird nicht überall gern gehört. Aber das ist die Wahrheit, die wir in Deutschland zu gewärtigen haben."


Lorenz Storch über das KKW Grafenrheinfeld vor dem Rückbau

Am 27. Juni 2015 um 23 Uhr 59 ging das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld endgültig vom Netz.

"Drei, zwei eins." (Jubel!)

Jubel bei den Atomkraftgegnern! Aber auch bei vielen ganz normalen Einheimischen herrscht Erleichterung, seit das atomare Feuer im Reaktor nebenan nicht mehr brennt.

Frau: "Hach ja, beruhigend! Angesichts der Ereignisse in den letzten Jahren. Also man kann wieder nachts ruhig schlafen Es war ja schon immer alles möglich."

Natürlich gibt es auch die anderen Stimmen – denn erst das Atomkraftwerk hat das ehemalige Bauerndorf Grafenrheinfeld einst wohlhabend gemacht.

Mann: "Naja ich weiß nicht, mein Vater hat seine Arbeit verloren, dadurch dass es abgeschaltet wurde. Also ich finde es nicht gut dadurch jetzt." – "Und wenn sich dann die anderen freuen, ist das dann komisch?" – "Ich sage, jeder kann seine eigene Meinung haben, wie er will."

Erwin Fischer von Eon versucht, nüchtern zu klingen, wenn er über das Ende seines Kraftwerks redet.

Fischer: "Die eine Sichtweise ist die des Ingenieurs, dass wir alles getan haben, um die Sicherheit hier nachweislich in 33 Jahren Betrieb sicherzustellen. Die andere Sichtweise ist die, dass wir eben eine Gesetzgebung haben, die es uns nicht erlaubt, diese Anlage weiter zu betreiben."

Allerdings wird es ohnehin noch 20 Jahre Arbeit sein, den Reaktor nach der Stilllegung auch tatsächlich abzubauen. Den Gedanken daran findet mancher Anwohner beunruhigend.

Mann: "Es ist die Frage, ob es jetzt hinterher dann gefährlicher ist als vorher. Die Angst wäre die, dass man jetzt hinterher sagt okay, jetzt ist es abgeschalten, jetzt wird geschlampert."

Das Atommüll-Zwischenlager neben dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat eine Genehmigung bis ins Jahr 2046. Viele fürchten schon jetzt, dass dies nicht reichen wird. Was passiert, wenn währenddessen einer der Castorbehälter im Zwischenlager undicht wird?

Fragt Edo Günther vom Bund Naturschutz Schweinfurt:

"Wir haben schon so viele technische Szenarien und Zukunftsvisionen gehabt, es hat geheißen es sei alles im Griff – und dann war es nicht im Griff! Also wenn man keine Abschirmung hat, die über den Castorbehälter hinaus geht, dann ist das unseres Erachtens ein großes Sicherheitsproblem."

Der Eon-Konzern antwortet: Sollte ein Behälter undicht werden, dann bringen wir zusätzlich zu den existierenden zwei Verschlüssen eben noch einen dritten an. Wirklich beruhigt werden skeptische Anwohner aber erst sein, wenn wirklich alles atomare Material aus Grafenrheinfeld verschwunden ist. Und das wird noch lange dauern.


Uschi Götz über den Bürgerdialog zum KKW Neckarwestheim

Aus dem 55 Meter hohen Kühlblock steigen meterhohe Dampfschwaden auf. An manchen Tagen ist die Rauchsäule bis zu 40 Kilometer weit sichtbar. Die Rauchsäule ist seit 1989 zu sehen. Das Kernkraftwerk Neckarwestheim II ging noch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ans Netz, spätestens Ende 2022 soll das Kernkraftwerk als letztes deutsches AKW abgeschaltet werden. Das in der Nachbarschaft stehende Kernkraftwerk Neckarwestheim I ist bereits seit 2011 nicht mehr im Betrieb und befindet sich in der sogenannten Nachbetriebsphase. Und der Energieversorger EnBW befindet sich in der Dialogphase, in der Bürgerdialogphase.

Jörg Michels, Vorsitzender der Geschäftsführung der EnBW Kernkraftwerk erklärt, es ginge dem Unternehmen um eine offene Kommunikation:

Michels: "Heute haben wir die entsprechende Veranstaltung am Standort in Neckarwestheim und wollen mit ihnen in den Dialog treten."

Michels kündigte an, die EnBW werde bis Mitte des Jahres den Antrag zum Abbau des Atomkraftwerks Neckarwestheim II einreichen. Mit einer Genehmigung werde in drei bis vier Jahren gerechnet und und und. Das Publikum hört zu, später steht eine Frau auf und sagt, sie danke allen dafür, dass der Schrecken ihre Kindheit nun bald abgebaut werden soll.

Wagner: "Dann sehen wir hier eine Schiffsanlegestelle …"

Franz Wagner von der AG Atomerbe Neckarwestheim steht mit zwei Mitstreitern auf der anderen Seite des Neckars. Die drei Männer schauen hinüber zu dem Gelände des Kernkraftwerkes.

Wagner: "… da ist jetzt ganz frisch ein Kran abgerissen worden, weil hier umgebaut wird. Hinten kann man mehr vermuten als sehen, hier ist eine große Fläche. Diese Fläche ist dafür vorgesehen, dort soll erstens ein neues Atommülllager hinkommen für den schlimmsten Teil des Abrissmülls und das sogenannte Reststoffverarbeitungszentrum, das heißt, die Fabrik, in der das Abrissmaterial verarbeitet und getrennt wird, was auch wieder wird, radioaktive Abluft und Abwasser abgeben darf - das soll alles hier unten, knapp über Neckarniveau hinkommen."

Der radioaktive Abfall könnte in Neckarwestheim theoretisch in 151 Castor- Behälter in einem Zwischenlager aufbewahrt werden, so lange bis eine politische Lösung für ein Endlager, wo auch immer in Deutschland, gefunden wurde. Schon heute gibt es Überlegungen, auch 15 Castoren aus dem bereits stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim in das neue Zwischenlager Neckarwestheim zu bringen.

Spätestens 2022 hätte dann die Region zwar kein Kernkraftwerk mehr vor der Haustüre, aber noch jahrzehntelang ein Zwischenlager mit hochradioaktivem Abfall. Konsequenter wäre es gewesen, so die Gegner der Kernkraft, nach Fukushima alle AKWs sofort vom Netz zu nehmen.

Herbert Würth von der AG Atomerbe Neckarwestheim

"'Atomausstieg sofort' wäre natürlich bundesweit zu regeln, aber hier bei uns in Baden–Württemberg geht es schlichtweg auch um das Überleben von der Energie Baden-Württemberg (EnBW), denn Energie Baden-Württemberg hat bundesweit nach wie vor mit den höchsten Atomstromanteil mit Philipsburg II und Neckarwestheim II, insofern natürlich auch ein großes betriebswirtschaftliches Problem."


Lorenz Storch über das KKW Gundremmingen, das 2017 vom Netz geht

Ein Besuch im Inneren des Kernkraftwerks Gundremmingen. Im Reaktorgebäude auf einer Stahlplattform hoch über dem türkisblauen Wasser des Abklingbeckens.

Hausner: "Hier unten sehen wir die abgebrannten Brennelemente, die hier jetzt einige Jahre verweilen, bevor sie im Anschluss daran in den Castor eingelagert werden."

Marion Hausner ist Strahlenschutzexpertin in Gundremmingen. Sie zeigt auch, wo hier noch immer Strom erzeugt wird.

Hausner: "Sie merken, es wird immer wärmer. Jetzt gehen wir ins Maschinenhaus, zur Turbine."

Noch bis nächstes Jahr laufen die Turbinen im Reaktorblock Gundremmingen B. 2021 dann muss auch Gundremmingen C abgeschaltet werden. Aber: Auch Block A steht noch immer dem Gelände – und er ist eine Art Mahnmal für die Gefahren der Atomkraft. Denn der Grund für seine Stilllegung im Jahr 1977 waren gleich zwei Störfälle in kurzem Abstand!

An den ersten kann sich Krankenschwester Marga Palko noch erinnern. Sie hatte am Buß- und Bettag 1975 Dienst im Krankenhaus Lauingen, als es kurz vor 11 Uhr plötzlich hektisch wurde. Unfall im Atomkraftwerk!

Palko: "Ich hab ganz kurz einen der beiden Verletzten gesehen. Er war mit einem Tuch abgedeckt, aber ich habe kurz das Gesicht gesehen. Den zweiten habe ich gar nicht zu Gesicht bekommen."

Marga Palko war damals schwanger. Ein Assistenzarzt schreit:

Palko: "Warum muss jetzt ausgerechnet die Schwester jetzt hier drin sein! Und er hat mich vor die Tür gezogen. Und dann ist mir erst bewusst geworden, dass da ein radioaktiver Unfall gewesen sein könnte."

Zwei Arbeiter sterben damals durch heißen, radioaktiven Dampf. Trotzdem läuft Gundremmingen A noch weiter – bis zum nächsten Unfall 1977. Wieder fließt radioaktives Kühlwasser ins Reaktorgebäude – und diesmal bleibt der Meiler auf Dauer abgeschaltet.

Die Atomkraftwerke Gundremmingen B und C, die damals schon im Bau sind, gehen danach trotzdem in Betrieb. Doch inzwischen sind ihre Tage gezählt. Daran will die bayerische Staatsregierung keinen Zweifel zulassen. Obwohl der Strom im Freistaat durch die Abschaltung weiterer Kernkraftwerke knapp werden wird. Denn die neuen Gleichstromleitungen, die Elektrizität aus Norddeutschland nach Bayern bringen sollen, werden langsamer fertig als gedacht. Wir stehen zum Atomausstieg, versicherte Bayerns Energieministerin Ilse Aigner von der CSU im Landtag. Denn schließlich ist …

Aigner: "Grafenrheinfeld vom Netz! Und es wird auch Gundremmingen, Isar 2 und Gundremmingen der letzte Block auch vom Netz gehen!"

Atomkraftgegner würden die verbliebenen Gundremmingen-Blöcke am liebsten sofort abschalten, weil sie an der Sicherheit dieser Siedewasserreaktoren zweifeln. Dazu wird es wohl nicht kommen. Doch nach den Plänen der Regierung dauert es nur noch sechs Jahre – dann ist das Atomzeitalter in Gundremmingen zu Ende.


Uschi Götz über zwei von fünf Kraftwerken, die noch am Netz sind

Von fünf Kernkraftwerken in Baden-Württemberg wurden bereits drei stillgelegt. Obrigheim, das älteste deutsche Atomkraftwerk ging 2005 vom Netz. Der Reaktor war 37 Jahre in Betrieb, in dieser Zeit gab es 267 meldepflichtige Ereignisse, weshalb auch vom Pannenreaktor gesprochen wird. Jetzt sind noch zwei Kernkraftwerke in Betrieb, doch die könnten schneller vom Netz gehen, als bisher vorgesehen. Franz Untersteller, grüner Umweltminister in Baden-Württemberg:

Franz Untersteller: "Nach allem was ich höre, will die Betreiberin von Neckarwestheim II schon in diesem Jahr schon den Antrag stellen für die Stilllegung und den Rückbau von Neckarwestheim II, nach Atomgesetz können sie die Anlage noch betreiben bis Ende 2022, sie müssen sie aber nicht bis Ende 2022 betreiben. Und die Zeiten, dass diese Anlagen, ich sage es einmal in meinen Worten, Dukatenesel waren, die sind eh vorbei und von daher kann man da auch nichts ausschließen."

Betreiberin ist der drittgrößte Energiekonzern in Deutschland, die Energie Baden-Württemberg, kurz EnBW.

Untersteller: "Das sind zwei große Blöcke, zusammen produzieren sie, wenn sie das ganze Jahr in Betrieb sind, etwa 20 Milliarden Kilowattstunden."

Der Strombedarf in Baden-Württemberg liegt derzeit bei etwa 80 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Im Land werden zurzeit etwa 60 Milliarden Kilowatt Strom erzeugt, der Rest muss importiert werden. Das war laut Umweltminister Untersteller bereits notwendig, als noch alle Kernkraftwerke in Baden-Württemberg am Netz waren.

Untersteller: "Jetzt gehen weitere Anlagen vom Netz, das bedeutet, dass wir in dieser Zeit im Land natürlich selbst neue Erzeugung aufbauen, in Zeiten des Klimawandels heißt das natürlich möglichst CO2 freie oder CO2 arme Erzeugung, das heißt erneuerbare Energien aufbauen."

Die grün-rote Landesregierung hat den Anteil von erneuerbaren Energien nach Angaben des Grünen Umweltministers in den vergangenen fünf Jahren von 16 Prozent auf 26 Prozent ausgebaut. Vor allem der Ausbau der Windenergie wurde unter der grün-roten Regierung stark betrieben. Allerdings kamen auch zwei neue Kohlekraftwerke hinzu:

Untersteller: "Nicht unbedingt das, was man sich in Zeiten des Klimawandels wünscht - zwei neue Kohlekraftwerke in Karlsruhe und in Mannheim. Allerdings sind das Anlagen, die vor vielen Jahren bereits genehmigt waren."

Das auf einer Rheininsel rund 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe gelegene Kernkraftwerk Philippsburg erzeugte im vergangenen Jahr mit Block II, einem Druckwasserreaktor, über 11 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit deckt dieses Kernkraftwerk mehr als die Hälfte des Strombedarfs aller privaten Haushalte in Baden-Württemberg. Im Atomgesetz ist vorgesehen, dass mit Block 2 noch maximal bis Ende 2019 Strom produziert werden darf. Spätestens dann geht die Anlage vom Netz. Auch in Philippsburg wird bereits der Antrag für den Rückbau von Block 2 vorbereitet. Das bedeutet für den Umweltminister:

"Wir werden die nächsten Jahre auch erleben, dass wir in Baden-Württemberg zur Versorgungssicherheit das eine oder andere neue Gaskraftwerk bauen werden. Von daher muss niemand Angst haben, dass die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet ist."

Zwingend sei auch der Netzausbau von Nord nach Süd, um Zugriff auf die Windenergie von den Offshore Anlagen zu haben.

Untersteller: "Dafür brauchen wir den Netzausbau, dafür haben wir im Bundesrat auch 2013 mit unseren sechs Stimmen gestimmt. Daraus haben wir nie ein Hehl gemacht, im Gegensatz zu manchem Nachbarland im östlich von uns gelegen."

Programmtipps: Am Dienstag, den 8.3.16 um 13.30 Uhr, thematisieren wir unter dem Stichwort Energiewende die Gegenwart und Zukunft der Endlager.
Am Mittwoch, den 9.3.16 um 13.30 Uhr, wird der Netzausbau von Nord nach Süd das Thema im Länderreport sein. 

Mehr zum Thema

Vergessen, nicht vergangen - 30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl
(Deutschlandfunk, Gesichter Europas, 23.04.2016)

Grünen-Politikerin Harms zu AKW Fessenheim - "Laufzeitenverlängerung ist richtig gefährlich"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 04.03.2016)

AKW Fessenheim - Aufsichtsbehörde vertuscht Zwischenfall
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 04.03.2016)

Störfall - Rheinland-Pfalz fordert Abschaltung des AKW Fessenheim
(Deutschlandfunk, Nachrichten vertieft, 04.03.2016)

BP-Studie - Weltweiter Energieverbrauch wird stark steigen
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 11.02.2016)

Länderreport

Der Nazi-WestwallWildkatzen und Militärmuseen
Eine Panzersperre aus Beton des ehemaligen Westwalls (picture alliance/dpa/Foto: Horst Ossinger)

Hitlers "Westwall" war eine 630 Kilometer lange, kilometertiefe Bunker-Landschaft mit unterirdischen Stollen und Panzerhöckern. Vier Bundesländer teilen sich heute die Relikte − allenthalben wird über das sperrige Erbe und Geschichtsklitterung gestritten.Mehr

Pflegekräfte aus OsteuropaWa(h)re Engel
Viele mobile Pflegedienste sind am Markt tätig und bieten ihre Leistungen an. (dpa / picture alliance / Volkmar Heinz)

In Osteuropa gibt es nicht genügend Jobs, und in Deutschland fehlen Pflegekräfte. Deshalb kommen viele Frauen aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland, um alte Leute zu versorgen. Entstanden ist dadurch ein System der Ausbeutung. Mehr

ErziehungsstellenWo Familien auf Zeit zusammenleben
Mit einem fremden Kind leben - die Familie auf Zeit.  (imago/Westend61)

Ein fremdes Kind bei sich leben zu lassen, noch dazu eines, das von seinen Eltern vernachlässigt oder gar missbraucht wurde, das war für die Erzieherin Tanja Franke ein Herzenswunsch. Sie arbeitet für eine Erziehungsstelle, die als "bessere Pflegefamilie" gilt.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur