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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. Januar 2016

"The Revenant" ist der große Oscarfavorit

Rachedrama von Alejandro G. Iñárritu ist zwölf Mal nominiert

Das Rachedrama "The Revenant" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle geht als großer Favorit in das Oscarrennen. Der Film des Mexikaners Alejandro G. Iñárritu bekam in Los Angeles zwölf Nominierungen für den wichtigsten Filmpreis der Welt, darunter auch den in der Sparte "bester Film". Dahinter folgt mit zehn Nennungen das postapokalyptische Actionspektakel "Mad Max: Fury Road" von George Miller. Die Oscar-Trophäen werden am 28. Februar in Hollywood zum 88. Mal vergeben. Für den Regie-Oscar sind neben Miller und Iñárritu auch Tom McCarthy für "Spotlight", Lenny Abrahamson für "Room" und Adam McKay für "The Big Short" nominiert. Als beste Hauptdarsteller gehen Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Bryan Cranston, Eddie Redmayne und Michael Fassbender ins Rennen. In der Kategorie "beste Hauptdarstellerin" sind es Cate Blanchett, Charlotte Rampling, Jennifer Lawrence, Saoirse Ronan und Brie Larson. Der deutsche Film "Im Labyrinth des Schweigens" schaffte es nicht in die Endrunde. Ein Deutscher könnte am Ende dann aber doch einen Goldjungen mit nach Hause nehmen: Patrick Vollrath ist mit seinem Kurzspielfilm "Alles wird gut" in der Sparte "Live-Action-Kurzfilm" nominiert.

Plagiatsklage gegen Macher der US-Serie "Empire"

Schauspieler behauptet, Urheberrechte zu haben

Die Macher des Serien-Hits "Empire" sind mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Der Schauspieler Clayton Tanksley reichte vor einem US-Bundesgericht Klage gegen Erfinder Lee Daniels ein. Er wirft ihm darin vor, die Idee für die Serie 2008 bei einer Konferenz in Philadelphia gestohlen zu haben. Neben Daniels richtet sich die Klage unter anderem auch gegen einen weiteren Macher und das Filmstudio 21st Century Fox. Keiner der Beklagten war für eine Stellungnahme erreichbar. Tanksley, der unter dem Namen Clayton Prince unter anderem Auftritte in der "Bill Cosby Show" hatte, behauptet, er habe Daniels seine Idee bei der Veranstaltung namens "Philly Pitch" vorgeschlagen und ihm sogar Drehbücher und DVDs mit bereits gedrehten Episoden gegeben. Tanksley erklärt in der Klage, er habe sich bereits zuvor das Urheberrecht auf die Serie gesichert. In der Serie geht es um das fiktive amerikanische Hip-Hop-Label Empire Entertainment.

Syrischer Autor ist neuer Hannah-Arendt-Stipendiat

Mohamad Alaaedin Abdul Moula wird in seiner Heimat politisch verfolgt

Der in seiner Heimat Syrien verfolgte Autor Mohamad Alaaedin Abdul Moula ist neuer Hannah-Arendt-Stipendiat in Hannover. Sein Ziel sei es, sich in verschiedener Art und Weise für einen syrisch- beziehungsweise arabisch-deutschen Kulturdialog zu engagieren, teilte die Stadt mit. Moula habe bereits angefangen, Deutsch zu lernen und Kontakt mit anderen syrischen Künstlern in Europa aufgenommen. Der 1965 geborene Schriftsteller lebt seit November in Niedersachsen. Zuvor hielt er sich in Mexiko auf. Das Hannah-Arendt-Stipendium wird seit 2000 alle zwei Jahre an politisch verfolgte Autoren vergeben. Es erinnert an die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), die in Hannover-Linden geboren wurde und 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland flüchtete.

Müller: Berlin verzögert Schlossbau nicht

Regierende Bürgermeister reagiert auf Kritik des ehemaligen Baustellen-Managers

Berlin hat nach den Worten von Regierungschef Michael Müller (SPD) durch Umplanungen keine Bauverzögerungen oder Kostensteigerungen bei der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses verursacht. Die Änderung des Ausstellungskonzeptes habe keinen Einfluss auf den Baufortschritt gehabt, sagte Müller im Abgeordnetenhaus. Die dafür notwendige Versetzung einer Wand sei mit dem am Dienstag zurückgetretenen Manager Manfred Rettig abgesprochen gewesen. Müller reagierte nach Fragen der Opposition auf die Kritik Rettigs.
Dieser hatte in Interviews die immer wieder vorgetragenen Änderungswünsche von Politikern in Land und Bund für seinen überraschenden Rückzug aus dem Mammutprojekt verantwortlich gemacht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte vor kurzem über mögliche nachträgliche Änderungen durch den neuen Intendanten Neil MacGregor gesprochen. "Man kann sich fürs zuverlässige Bauen auf den Kopf stellen, aber wenn die Disziplin bei den Nutzern nicht da ist, fährt so ein Projekt gegen die Wand", meinte Rettig.

Neues Klee-Gemälde in München

Pinakothek der Moderne gibt Kaufpreis nicht bekannt

Mit dem Gemälde "Pastor Kohl" hat die Münchner Pinakothek der Moderne ein weiteres Werk des Malers Paul Klee (1879-1940) in ihren Besitz gebracht. Das Bild sei eine "Bereicherung für die deutsche Museumslandschaft", sagte Oliver Kase, Kurator für Klassische Moderne. Nur wenige deutsche Museen erhielten die Möglichkeit, ein solches Werk direkt aus dem Familiennachlass zu erwerben. Den Kaufpreis wollte Generaldirektor Bernhard Maaz nicht verraten, es handele sich aber um eine "erkleckliche, große Summe". Klee ist einer der bekanntesten deutschen Maler und Grafiker, dessen Werk dem Expressionismus zugeordnet wird. "Pastor Kohl" entstand im Jahr 1932 während Klees Zeit am Bauhaus in Weimar. Charakteristisch für das Gemälde sind die groben Umrisse des Pastors und kleine rasterförmige Punkte.

Abschied von Kurt Masur in Leipzig

Vertreter von Kultur, Politik und Gesellschaft nahmen Abschied vom ehemaligen Gewandhauskapellmeister

In Leipzig haben Angehörige und Weggefährten Abschied von dem Ende Dezember verstorbenen Dirigenten Kurt Masur genommen. Zum Trauergottesdienst in der fast voll besetzten Thomaskirche versammelten sich auch zahlreiche Vertreter aus Gesellschaft und Politik. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte Masur einen "Weltbürger", dessen Tod eine "große und schmerzliche Lücke" reiße. Masur habe an die Macht der Musik geglaubt und habe durch sein Wirken "wesentlich den Mythos des Gewandhaussounds geprägt". Die Urne des einstigen Gewandhauskapellmeisters sollte nach dem Gottesdienst im engsten Familienkreis am Rande des Künstlerfeldes auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt werden. Im Gewandhaus wird es am 16. April ein Gedenkkonzert für den langjährigen Chefdirigenten geben.

Jüdisches Museum: Neue Chefin stellt Pläne vor

Museum will sich mit Einwanderung beschäftigen

Das Jüdische Museum in Frankfurt will sich künftig verstärkt der Einwanderung vor allem von russischen Juden nach Deutschland widmen. "Wir wollen einen lebendigen Ort der Vielfalt jüdischen Lebens und der Kultur schaffen", kündigte die neue Leiterin des Museums, Mirjam Wenzel, in Frankfurt an. Das Museum will sich auch an die Zuwanderer aus muslimischen Ländern richten. Im Vordergrund sollen dabei in Ausstellungen die Gemeinsamkeiten der großen Religionen stehen. Zugleich dürfe aber der in einigen europäischen Ländern stärker denn je verbreitete Antisemitismus nicht aus dem Blick verloren werden, sagte Wenzel. Die 43-Jährige hat Anfang des Jahres die Leitung des Jüdischen Museums von Raphael Gross übernommen.

Alan Rickman gestorben

Der Schauspieler und Regisseur starb mit 69 Jahren

Der britische Schauspieler Alan Rickman ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Management der Deutschen Presse-Agentur. Der Nachrichtenagentur PA zufolge starb Rickman an Krebs. Der gebürtige Londoner spielte anfangs hauptsächlich Theater, 1988 begründete er mit der Rolle des Hans Gruber in "Stirb langsam" seine internationale Filmkarriere. Zu seinen bekanntesten Rollen gehörte Professor Snape in den Harry-Potter-Filmen und Colonel Brandon in Sinn und Sinnlichkeit. 2014 inszenierte Alan Rickman mit "Die Gärtnerin von Versailles" seinen zweiten Spielfilm. In den Hauptrollen sind er selbst und Kate Winslet zu sehen.

Taskforce zur Kunstsammlung Gurlitt zieht Bilanz

Nur 5 von 500 verdächtigen Werken sind Nazi-Raubkunst

Die Expertenkommission zur Erforschung der spektakulären Münchner Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt bewertet trotz der Kritik an ihrer Arbeit ihre Bilanz positiv. Taskforce-Chefin Ingeborg Berggreen-Merkel sagte bei der Vorstellung des Abschlussberichts in Berlin, zu sämtlichen Werken aus dem Münchner Bestand seien die Grundrecherchen abgeschlossen. Das Material stehe nun für weiterführende Recherchen zur Verfügung: "Es ist eine bleibende Aufgabe, die wir den Opfern der Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit schuldig sind." In der zweijährigen Arbeit hat sich nur bei 5 von rund 500 raubkunstverdächtigen Werken Nazi-Unrecht nachweisen lassen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte, es bleibe Ziel der Bundesregierung, die Herkunft aller Gurlitt-Bilder aufzuklären. Die Arbeit soll in Magdeburg weitergeführt werden. Der Fall hatte 2013 für Schlagzeilen gesorgt, nachdem in der Münchner Wohnung des inzwischen verstorbenen Gurlitt mehr als 1200 Kunstwerke beschlagnahmt worden waren.

6,8 Millionen für Münchner Bibliothek

Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert drei Fachinformationsdienste

Die Bayerische Staatsbibliothek erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mehr als 6,8 Millionen Euro für den Aufbau von drei Fachinformationsdiensten. Dabei geht es um die Themen Altertumswissenschaften, Geschichte sowie den Osten und Südosten Europas. Die drei Dienste sollen in den kommenden drei Jahren aufgebaut werden. Einen für Musikwissenschaft gibt es bereits seit 2014. Mit dem Programm unterstützt die DFG Bibliotheken in ihrer Servicerolle für die Wissenschaft. Ziel seien maßgeschneiderte Informationsangebote für einzelne Disziplinen. Die bereitgestellten forschungsrelevanten Materialien gehen dabei laut Staatsbibliothek weit über die bibliothekarische Grundversorgung hinaus. Das DFG-Programm löst die Förderung der Sondersammelgebiete an wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland ab.

Kritische Edition von "Mein Kampf" wird nachgedruckt

Erste Auflage vergriffen

Die kritisch kommentierte Ausgabe von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" wird wegen der enormen Nachfrage nachgedruckt. "Die Edition ist wie jedes andere Buch erhältlich, aber wegen der besonderen Umstände mit einer gewissen Wartezeit verbunden", so das Institut für Zeitgeschichte in München. Das Institut gibt das zweibändige Werk im Eigenverlag heraus. Um kostendeckend zu arbeiten, wollte man sich deshalb am Bedarf orientieren. Schon vor dem Verkaufsstart am 8. Januar war klar geworden, dass die Startauflage von 4000 Stück nicht ausreichen würde. Laut Institutsdirektor Andreas Wirsching gibt es 15 000 Vorbestellungen. Im Internet wurden bereits Exemplare für 375 Euro angeboten. Aus dem Verkauf des Buches will das Unternehmen keinen Gewinn schlagen: Die Erlöse sollen an eine Organisation gehen, die sich für Opfer des Nationalsozialismus engagiert. Im Internet wurden Exemplare für 375 Euro angeboten.

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