Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 02.06.2010

"The Messenger"

Jörg Taszman über einen Kriegsfilm abseits des Kampfschauplatzes

Ein Ex-Irak-Soldat hat die Aufgabe, den Familien von Gefallenen die Todesnachrichten zu überbringen. In diesem Job sind keine Gefühle erlaubt. Als er sich in eine junge Witwe verliebt, ist der Konflikt mit dem Vorgesetzten vorprogrammiert.

USA 2009, Regie: Oren Moverman; Hauptdarsteller: Woody Harrelson, Ben Foster, Samantha Morton, 112 Minuten, ab 12 Jahre

Sie haben einen sehr undankbaren und nervlich aufreibenden Job. Sie sind Soldaten an der Heimatfront und müssen als Todesboten persönlich Müttern, Vätern, Freundinnen und Ehefrauen mitteilen, dass Ihr Sohn, Ehemann oder Freund im Irakkrieg getötet wurde. Dabei sind sie ein ungleiches Paar.

Der junge GI Will Montgomery gespielt, von einem überragenden Ben Foster ist im Krieg selbst schwer verletzt worden. Seine Freundin wird einen Anderen heiraten und nur der Kontakt zu einer jungen Witwe und ihrem kleinen Sohn lässt ihn nicht völlig abstumpfen. Sein zynischer Chef Captain Tony Stone ,gespielt von einem wunderbar aufgelegten Woody Harrelson, wirkt zunächst wie ein gefühlskalter Säufer, der jedoch verletzlicher ist, als es scheint. Am Ende finden beide zu ihrer eigenen Menschlichkeit zurück.

Dem Regiedebütant Oren Moverman ist wirklich ein Anti-Kriegsfilm geglückt, der diesen Namen auch verdient. Wie Soldaten von einer bürokratischen, inhumanen Militärmaschinerie zu Befehlsempfängern reduziert werden, wie unsentimental und kaltherzig hier mit dem Tod junger Menschen "gedealt" wird, das zeigt Moverman subtil, nie reißerisch und unglaublich intensiv. Der Krieg bringt hier nur Leid und Tod und hat nie etwas Heldenhaftes oder Verherrlichendes. Ein großer, zurückhaltender Film aus den USA.

Filmhomepage

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWoody Allens Amazon-Debüt erntet Verrisse
Woody Allen als Schriftsteller Sidney J. Munsinger in seiner Amazon-Serie "Crisis in Six Scenes". (Amazon Studios 2016)

Woody Allens Sitcom "Crisis in Six Scenes" sei die erste Fernsehserie "nur für Senioren", urteilt Verena Lueken in ihrem Verriss für die FAZ. "Vorwärtsschleichend im Bewegungstempo eines Gletschers. Voller Witze mit langem Anlauf, Witzen auch, in denen Hörgeräte, Ersatzhüften, schlechte Augen und Vergesslichkeit weiten Raum einnehmen." Mehr

weitere Beiträge

Fazit

"Comeback" an der Staatsoper BerlinMit nicht nachlassendem Sog
Plakat zum 1929/30 gedrehten Film "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich und Emil Jannings (dpa / picture alliance / Nestor Bachmann)

Oscar Strasnoy erzählt in "Comeback" an der Staatsoper Berlin die Geschichten der Schauspieler Tilla Durieux und Emil Jannings, deren beider Karrieren durch das Dritte Reich eingeschränkt wurden. Eine gelungene Inszenierung, die das Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnte. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur