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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.11.2010

"The Kids Are All Right"

Anke Leweke über die Suche nach Normalonormalität

Regisseurin Lisa Cholodenko und Schauspielerin Julianne Moore bei der Vorstellung des Films "The Kids are alright" auf der Berlinale. (AP)
Regisseurin Lisa Cholodenko und Schauspielerin Julianne Moore bei der Vorstellung des Films "The Kids are alright" auf der Berlinale. (AP)

Ein lesbisches Paar lebt das Kleinfamiliemodell - mit der Idylle ist es jedoch vorbei, als sich die Kinder auf die Suche nach ihrem biologischen Vater machen. "The Kids Are All Right" wirft Fragen rund um den Familienbetrieb auf. Angenehmerweise überlässt Regisseurin Cholondeko das Beantworten dieser Fragen dem Zuschauer selbst.

USA 2010; Regie: Lisa Cholodenko; Darsteller: Annette Bening, Julianne Moore; Länge: 104 Minuten

Mit ihren fast erwachsenen Kindern wohnen Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) in einem hübschen Häuschen mit gepflegtem Vorgarten und zwei Autos in der Garage. In Lisa Cholodenkos Film "The Kids Are All Right" leben die beiden lesbischen Heldinnen das Kleinfamilienmodell der Normalonormalität. Jede von beiden hat ein Kind von einem anonymen Samenspender. Das Familiengefüge wird jedoch arg durcheinander gebracht, als die Kinder heimlich die Suche nach ihrem wahren Vater Paul aufnehmen und dieser plötzlich im Türrahmen steht. Und nicht nur das: Jules verliebt sich auch noch in Paul.

Durchaus ironisch, mit viel Dialogwitz und zwei wunderbar aufgelegten Hauptdarstellerinnen wirft "The Kids Are All Right" Fragen rund um den Familienbetrieb auf: Haben Homosexuelle nicht einst für andere Lebensformen gekämpft? Warum kopieren lesbische Frauen das kalifornische Mittelklasse-Spießertum samt Rollenaufteilung? Und suchen nicht inzwischen auch Heterosexuelle wieder nach neuen Lebenszusammenhängen, weil die abgeriegelte Kleinfamilie vielleicht doch nicht der allein glücklich machende Lebensentwurf ist? Angenehmerweise überlässt Lisa Cholondeko das Beantworten dieser Fragen dem Zuschauer selbst!

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