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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 25.07.2012

"The Dark Knight Rises"

Der letzte Teil der "Batman"-Trilogie aus den USA

Von Jörg Taszman

Szene aus dem Film: "The Dark Knight Rises" (picture alliance / dpa / Photo Itar-Tass)
Szene aus dem Film: "The Dark Knight Rises" (picture alliance / dpa / Photo Itar-Tass)

Trotz des Amoklaufs mit zwölf Toten auf einer Premiere in Colorado ist der neue "Batman" als erfolgreichster 2D-Film aller Zeiten in den USA gestartet. Gut, dass man vor der Angst nicht kapituliert, meint Jörg Taszman: Dieser Film hat den Erfolg wirklich verdient.

In seinem abschließenden dritten Teil konfrontiert uns Regisseur Christopher Nolan mit einer sauberen Hightech-Welt, die das Verbrechen anscheinend für immer ausgemerzt hat, sich aber nur durch eine Form der Diktatur von politischer Korrektheit gepaart mit Korruption, Lügen und Ausbeutung behauptet. Und so gelingt es einer Handvoll von Hightech-Terroristen, den Moloch Gotham (die an New York erinnernde Zwölf-Millionen-Metropole) in Geiselhaft zu nehmen. Alle Brücken sind gesprengt, die gesamte Polizei in der Kanalisation eingesperrt und mit Schauprozessen werden die Armen auf die Reichen gehetzt. Helfen kann da nur einer, der sich eigentlich längst zurückgezogen hat: Batman.

Auch im letzten Teil dieser im kommerziellen US-Kino einmaligen Saga bleibt sich Regisseur Christopher Nolan treu. Sein Batman/Bruce Wayne (Christian Bale) ist kein strahlender Held, sein Gegenspieler, der maskierte Terrorist Bane, kein abgrundtief böser Schurke. Nolans Batman-Filme kreisen um menschliche Ängste und um Grundübel des Kapitalismus wie Gier, Profitstreben und das Geschäft mit der Angst und dem Tod. Dabei ist ihm auch diesmal ein vielschichtiger Genre- und düsterer Popcorn-Film gelungen, der auf vielen Ebenen funktioniert: als Unterhaltungs- und Actionfilm ebenso wie als tiefgründigere Parabel auf eine Welt, die mehr von den Zwängen des Bankenkapitalismus bestimmt wird, als von grundsätzlichen Fragen nach Gerechtigkeit und der Bewahrung der Natur und des menschlichen Lebens.

Bei aller Schwere und viel Action und Spannung bleibt auch Raum für etwas Entspannung: Besonders amüsant sind diesmal die Begegnungen zwischen Catwoman und Bruce Wayne, in denen Anne Hathaway als durchtriebene Luxusdiebin brilliert.

In den USA ist "Batman" als erfolgreichster 2D-Film aller Zeiten gestartet, auch ein schöner Beweis dafür, wie man vor der Angst nicht kapituliert. Dieser in jeder Hinsicht bemerkenswerte und kraftvolle Film hat seinen kommerziellen Erfolg wirklich verdient und gibt Hoffnung, dass man auch noch in Hollywood Kunst, Anspruch und Kommerz erfolgreich verbinden kann.

USA / Großbritannien 2012; Regie: Christopher Nolan; Darsteller: Christian Bale, Anne Hathaway, Tom Hardy, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt; ab 12 Jahren; 164 Minuten

Filmhomepage: "The Dark Knight Rises"

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