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Interview / Archiv | Beitrag vom 30.12.2015

Terrorgefahr in DeutschlandParty feiern - wie sicher ist der Silvesterabend?

Klaus Remme im Gespräch mit Marianne Allweiss und André Hatting

Silvesterfeuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin; hier eine Aufnahme vom 1. Januar 2015 (picture alliance / dpa / Lukas Schulze)
Das Brandenburger Tor lockt die Touristen: Zur Silvesterparty werden dort rund eine Million Menschen erwartet. (picture alliance / dpa / Lukas Schulze)

Am Brandenburger Tor findet eine der weltweit größten Silvesterparties statt. Doch wie ist dort die Sicherheitslage in Zeiten des Terrors? Der islamistische Terror zähle zu den "Alltagsgefahren", meint Korrespondent Klaus Remme. Jeder müsse selbst abwägen, wie er damit umgehe.

Auch in Deutschland gebe es eine erhöhte Terrorgefahr, so wird immer wieder aus dem Innenministerium gewarnt: Besonders an symbolträchtigen Orten wie etwa dem Brandenburger Tor, wo morgen eine riesige Silvesterparty stattfindet.

Hat die Berliner Politik alles Erdenkliche für die Sicherheit der Partygäste getan? Die Einschätzung unseres Hauptstadtkorrespondenten Klaus Remme lautet:

"Es ist so, dass auch der islamistische Terror zu den Alltagsgefahren zählt. Da helfen auch Terrorwarnungen - wie in anderen Ländern üblich – wenig. Es bleibt letztendlich eine persönliche Abwägung, welche Konsequenzen man aufgrund dieser Sicherheitslage für sich selbst zieht. Die einen meiden möglicherweise das Brandenburger Tor aus Angst vor dem IS ,andere reagieren mit einem 'Jetzt erst recht'."

Zwei Drittel der Bundesbürger rechnen mit einem Anschlag 2016 

Einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge rechnen zwei Drittel der Bundesbürger im nächsten Jahr mit einem Anschlag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Dieses Ergebnis müsse man allerdings kritisch hinterfragen, meinte Remme:

"Es heißt ja immer: 'Wir sind im Fadenkreuz des Terrors', übrigens auch von offizieller Seite. Allein diese Wortwahl scheint mir geeignet, Ängste zu schüren. Der Erhebungszeitraum liegt zwischen dem 21. und dem 23. Dezember. 2031 Personen wurden in einer Online-Erhebung befragt." 

"Es gibt bisher keine konkreten Hinweise" 

Bei der Umfrage sei nur die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags in Deutschland abgefragt worden – aber nicht die Angst vor einem Terroranschlag, betonte Remme. Insgesamt habe er aber den Eindruck, dass die Deutschen gelassen mit der Terrorbedrohung umgehen würden, sagte er:

"Insofern ist das Ergebnis sicher keine Sensation. Spätestens seit den Anschlägen von Paris vom 13. November dürfte den meisten Menschen klar sein, dass es auch Berlin oder Deutschland  insgesamt treffen kann. Thomas de Maizière betont immer wieder die latente Gefahr. Aber es gibt auch den Hinweis – und das ist ja wichtig für morgen Abend  –, dass konkrete Hinweise und Warnungen nicht vorliegen."

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