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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 01.11.2015

Tennis Borussias FanradioLive aus der zweiten Halbzeit

Von Christian Riedel

Tür zum Mommsenstadion an der Jaffestrasse, Spielstätte des Tennis Borussia Berlin. (picture alliance / dpa / Keikus Karsten)
Tür zum Mommsenstadion an der Jaffestrasse, Spielstätte des Tennis Borussia Berlin. (picture alliance / dpa / Keikus Karsten)

Das Fanradio des Tennis Borussia Berlin sendet nicht in Stereo-Qualität - das ist den Zuhörern egal. Sie wollen einfach nur wissen, wie es beim Spiel ihres Vereins steht. Wenn es "TeBe on air" heißt, kommt es auf technische Finessen nicht an.

"Gespielt sind jetzt 46 Minuten und 45 Sekunden...jetzt TeBe über rechts, dann die Hereingabe fast von der Grundlinie...und dann die Flanke...oohhh...eijeijei...was war das denn..."

Wenn bei den Spielen des Berliner Fußball-Oberligisten Tennis Borussia die zweite Halbzeit angepfiffen wird, dann ist das auch für Kevin Kühnert das Startzeichen, denn dann ist er mit den Spielen seines Clubs auf Sendung, egal ob im heimischen Mommsenstadion oder auswärts in Fürstenwalde, Seelow oder Strausberg. Der 26-Jährige braucht dafür nur ein Telefon, denn teure Übertragungstechnik ist für seinen Job nicht nötig:

"Das Radio an sich steht uns kostenlos zur Verfügung. Es gibt online einen Anbieter, "1000mikes.com" heißen die, und da kann jeder Radio machen. Man ruft dort an, auf ner ganz normalen Festnetznummer, das heißt, wenn man ne Flatrate hat, kostet nicht mal das Anrufen irgendwas. Dann drückt man ne Taste und ist freigeschaltet und kann so lange und so viel man will ins Netz senden für alle, die das hören wollen, wie man möchte, und das ist das Prinzip unseres Fanradios."

Nie wird das ganze Spiel übertragen

Dabei ist dann zwar keine Stereo-Qualität möglich, aber das ist für seine Zuhörer auch gar nicht wichtig, denn die legen keinen Wert auf technische Finessen, sondern wollen einfach nur wissen, wie es beim Spiel ihres Vereins steht. Und dazu, sagte Kevin Kühnert, brauchen sie nur einen Internet-Anschluss...

"...einen PC, der irgendwie in der Lage ist, Ton abzuspielen. Die können dann diese Seit, '1000mikes' aufrufen, da haben wir nen Kanal, einen Sender, wenn man so will. 'TeBe on air' heißen wir da..."

Allerdings wird nie das gesamte Spiel übertragen, und das, sagt Kühnert, hat auch einen ganz bestimmten Grund:

"Die Leute sollen, wenn sie denn die Möglichkeit haben, immer noch motiviert sein, ins Stadion zu kommen, aber wer dann partout nicht kann, hat die Möglichkeit, sich die zweite Halbzeit live in unserem Radio dort anzuhören. Man muss nur auf 'Play' klicken, die Boxen anhaben, und dann geht's los, und man hört mich in der Regel aus dem Stadion, wie ich das Spiel kommentiere."

Am Ende der Reportage ein Happy-End?

Und das alleine, ohne Kollegen und 45 Minuten am Stück. Allerdings gibt der Reporter schmunzelnd zu, ab und zu braucht auch er mal eine kleine Pause:

"Alle, die hier bei uns einschalten, wissen, dass da kein Profis am Werk sind, und insofern gibt's auch ein paar Running Gags, also zum Beispiel, dass ich mir zwischendurch ab und zu mal ne Zigarette anmache und das dann immer ne halbe Minute Stille und Knistern im Hintergrund bedeutet. Da sind alle, die häufiger zuhören, dran gewöhnt. Dann nehme ich mir auch mal zwei, drei Minuten, um was zu sagen zu verletzten Spielern, zu ner Mitgliederversammlung, die gerade war, zum nächsten Auswärtsspiel, oder, oder, oder. Es gibt immer genug zu erzählen."

Und mit etwas Glück am Ende der Reportage auch ein Happy-End...

"Wir feiern jetzt hier noch ein bisschen mit der Mannschaft im Gästeblock. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß..."

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