Seit 05:30 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:30 Uhr Nachrichten
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 02.12.2015

Taskforce zu NS-Raubkunst"Das Ergebnis ist enttäuschend"

Julius Schoeps im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Die wissenschaftliche Koordinatorin Andrea Baresel-Brand von der Taskforce Schwabinger Kunstfund. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)
Viel Wirbel, kein Ergebnis? Der Historiker Julius Schoeps kritisiert die Arbeit der Taskforce "Schwabinger Kunstfund". (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Knapp 1500 Bilder wurden beim Kunstsammler Cornelius Gurlitt sichergestellt - doch wie viele davon NS-Raubkunst sind, ist bis heute nicht bekannt. Die Bilanz der eingesetzten Taskforce sei äußerst mager, kritisiert der Historiker Julius Schoeps.

Vor zwei Jahren hat die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters eingesetzte Taskforce "Schwabinger Kunstfund" damit begonnen, die Herkunft von Werken aus der Sammlung Gurlitt zu prüfen. 1258 Bilder und Zeichnungen waren in Cornelius Gurlitts Münchner Wohnung sichergestellt worden, 239 weitere Werke in Salzburg. Ende dieses Jahres wird die Taskforce aufgelöst, und deshalb hat deren Leiterin heute im Kulturausschuss des Bundestags eine Bilanz ihrer Arbeit gezogen.

Nur drei bis vier Bilder wurden identifiziert

Der Historiker Julius Schoeps hat ein hartes Urteil über die Arbeit der Taskforce gefällt. "Das Ergebnis ist enttäuschend, oder man kann auch sagen: mager", sagte er am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur.

"Drei bis vier Bilder sind identifiziert worden und von Provenienzforschern geprüft, hin und her gewendet worden und an die Erben zurückgegeben worden." Wie viele NS-Raubkunstbilder sich aber tatsächlich in der Sammlung Gurlitt befinden, sei "ganz schwer abzusehen", so Schoeps. Bei vielen Verdachtsmomenten sei man bis heute nicht weitergekommen. Er befürchte daher, "dass sehr viel mehr auch nicht herauskommen wird".

Das Gespräch mit Julius Schoeps hören Sie heute Abend ab 23:05 Uhr in unserer Kultursendung "Fazit".

Mehr zum Thema

Provenienzforschung - "Forschungsstelle Entartete Kunst" steht vor dem Aus
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 30.11.2015)

Tagung zu Kulturgutverlusten - Viel Kritik an Umgang mit NS-Raubkunst
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 29.11.2015)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDas Erstarken der Rechten in Europa
Unterstützer der rechtspopulistischen Partei FPÖ in der Stadt Wels. (picture alliance / dpa / Alexander Schwarzl)

Vor der Bundespräsidentenwahl in Österreich und dem Verfassungsreferendum in Italien ringen alle Feuilletons um den richtigen Umgang mit den Rechtspopulisten - und mit den Unzufriedenen. Das "Bekenntnis eines Arbeiters" in der "Welt" räumt mit Missverständnissen auf.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Fotografin Candida HöferGespür für gläsernes Licht
Die Fotografin Candida Höfer am 12.9.2013 in Düsseldorf (dpa / picture alliance / Roland Weihrauch)

Berühmt wurde die Fotografin Candida Höfer mit ihren menschenleeren Bildern von Bibliotheken, Museen und Opernbühnen. Jetzt stellt der Neue Berliner Kunstverein frühe Arbeiten wie ihre Serie über "Türken in Deutschland" aus dem Jahr 1979 neuesten Bildern gegenüber.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur