Dienstag, 16. September 2014MESZ17:31 Uhr

Literatur

Bewegung und SchreibenIch ist ein Wanderer
"Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich

Die Bewegung eines Schriftstellers zu Fuß, auch in Zeiten unbegrenzt möglicher Fernreisen, ist für sein Schreiben existenziell. Dieser motorische Akt fällt zusammen mit der Freiheitsliebe und Neugier des Autoren.Mehr

TagebuchLiebhaber des Halbschattens
Der Mailänder Dom

Als patriotisch gesinnter Student aus Mailand zieht Carlo Emilio Gadda 1914 in den Krieg und wird Schriftsteller. Erstmals erscheinen nun seine Kriegserinnerungen in Deutschland.Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 21.08.2012

Tarzan und die Hunnen

Der Dschungelheld und sein Image als "Deutschenfresser"

Von Christian Blees

Johnny Weismuller in "Tarzan"
Johnny Weismuller in "Tarzan" (AP Archiv)

Tarzan, der in den USA erstmals Ende August 1912 das literarische Licht der Welt erblickte, entpuppt sich auch in Deutschland zunächst als durchschlagender Verkaufserfolg – bis 1925 die Hetzschrift "Tarzan, der Deutschenfresser" erscheint.

Diese bezieht sich vor allem auf den Band "Tarzan, the Untamed", in welchem Autor Edgar Rice Burroughs die Deutschen als gewissenlose Kolonialisten beschreibt. Dass der US-Amerikaner den kritisierten Roman bereits im Frühjahr 1919 (und damit noch unter dem Eindruck des erst kurz zuvor beendeten Ersten Weltkriegs) verfasste, erwähnt die Hetzschrift nicht. So muss für deutsche Leser der Eindruck entstehen, als handele es sich bei "Tarzan, the Untamed" um ein aktuelles Werk.

Burroughs und sein deutscher Verleger versuchen alles, um der plötzlich einsetzenden Pressekampagne entgegenzuwirken – vergeblich. Mit dem achten Band stellt der Stuttgarter Dieck-Verlag seine Tarzan-Reihe daraufhin notgedrungen ein.

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