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Literatur

Egon Erwin KischSo nah, so fern, so funkelnd
Egon Erwin Kisch (1885-1948)

"Der Rasende Reporter", das war in den 1920er Jahren der berühmte Prager Journalist Egon Erwin Kisch. Seine Nachfolger: Karl-Markus Gauß, P.J. O'Rourke und Marie-Luise Scherer zeigen anhand ihrer Reportagen aus nahen Städten und unbegreiflichen Orten in aller Welt, wie viel Kunst dazu gehört, nackte Realität in literarische Wahrheit zu verwandeln.Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 21.08.2012

Tarzan und die Hunnen

Der Dschungelheld und sein Image als "Deutschenfresser"

Von Christian Blees

Johnny Weismuller in "Tarzan"
Johnny Weismuller in "Tarzan" (AP Archiv)

Tarzan, der in den USA erstmals Ende August 1912 das literarische Licht der Welt erblickte, entpuppt sich auch in Deutschland zunächst als durchschlagender Verkaufserfolg – bis 1925 die Hetzschrift "Tarzan, der Deutschenfresser" erscheint.

Diese bezieht sich vor allem auf den Band "Tarzan, the Untamed", in welchem Autor Edgar Rice Burroughs die Deutschen als gewissenlose Kolonialisten beschreibt. Dass der US-Amerikaner den kritisierten Roman bereits im Frühjahr 1919 (und damit noch unter dem Eindruck des erst kurz zuvor beendeten Ersten Weltkriegs) verfasste, erwähnt die Hetzschrift nicht. So muss für deutsche Leser der Eindruck entstehen, als handele es sich bei "Tarzan, the Untamed" um ein aktuelles Werk.

Burroughs und sein deutscher Verleger versuchen alles, um der plötzlich einsetzenden Pressekampagne entgegenzuwirken – vergeblich. Mit dem achten Band stellt der Stuttgarter Dieck-Verlag seine Tarzan-Reihe daraufhin notgedrungen ein.

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