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Täuschung oder erzählerischer Trend?

Leiter des Dokfest München: Inszenierung in Dokumentationen nicht überbewerten

Der Skater-Film "This Ain't California" verwischt die Grenzen von Dokumentation und Fiktion.
Der Skater-Film "This Ain't California" verwischt die Grenzen von Dokumentation und Fiktion. (AP)

Wo hört der Dokumentarfilm auf, wo fängt der Spielfilm an? Manch ein Zuschauer fühlt sich getäuscht, wenn sich die vermeintliche Doku als Inszenierung entpuppt. Ein solcher Grenzfall ist auch "This Ain't California", der beim Dokfest in München läuft.

Daniel Sponsel, der Leiter des Internationalen Dokumentarfilmfestivals Dokfest in München, auf dem "This Ain’t California" zu sehen ist, sagte im Gespräch mit Frank Meyer, er verstehe zwar diejenigen, die sich von dem Film getäuscht fühlten, würde das Thema aber auch nicht überbewerten. Es komme viel eher darauf an, ob eine Geschichte, wie die der so genannten Rollbrettfahrer in Ostberlin, so stattgefunden haben könnte und das sei hier der Fall.

"Wir können nicht erwarten, dass Dokumentarfilme Wirklichkeit dokumentieren",

sagte Daniel Sponsel weiter, das sei schlichtweg ein Irrtum.

Auf die Frage Frank Meyers, warum der Film nicht in der Reihe Dok.fiction laufe, die gerade jene Mischformen zwischen Dokumentarfilm und Fiktion zeige, sondern in der Rubrik Dok.deutsch, sagte Daniel Sponsel, die Filmemacher um "This Ain’t California" wollten diesen fiktionalen Aspekt nicht diskutieren. Er finde diese Haltung "nicht clever", da sie genau dazu führe, dass sich manch ein Zuschauer getäuscht fühle.

Andererseits sei die Inszenierung innerhalb von Dokumentarfilmen alles andere als ein Trend. Vielmehr seien solche Mittel schon im ersten Dokumentarfilm verwendet worden. Die Akzeptanz fiktionaler Elemente sei aber größer geworden.

Das vollständige Gespräch mit Daniel Sponsel können Sie bis zum 3. Oktober 2012 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.



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