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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 20.05.2009

"Sunshine Cleaning"

Hans-Ulrich Pönack über die neue Komödie von Independent-Filmerin Christine Jeffs

Wer in der Wirtschaftskrise seinen Job verliert, muss erfinderisch sein. So wie die Schwestern Rose und Norah. Sie gründen eine Reinigungsfirma – und putzen an Orten, an denen blutige Verbrechen geschahen. Eine skurile Geschichte über zwei Außenseiter.

USA 2008, Regie: Christine Jeffs, Darsteller: Amy Adams, Emily Blunt, Alan Arkin, Steve Zahn, 91 Minuten, ab 12 Jahren

Christine Jeffs ist eine 1963 in Neuseeland geborene Regisseurin, deren erste Filme "Rain” (2001) und "Sylvia” (2003, mit Gwyneth Paltrow und Daniel Craig) auch bei uns aufmerksam liefen. Ihre, für geschätzte 5 Millionen Dollar in Albuquerque/New Mexiko (im mittleren Westen der USA) entstandene neueste Produktion war im Wettbewerb vom letztjährigen "Sundance Film Festival" und stieß dort auf Interesse und Zuspruch.

Es ist ja schon geregelte Gewohnheit, dass sich immer und immer mal wieder das amerikanische Independent-Kino mit erstaunlichen Erfolgen, auch an den Kinokassen, meldet. Zuletzt waren das zum Beispiel "Juno" oder "Little Miss Sunshine". Famose Feelgood-Qualitäten, jede Menge Herz und Humor, dabei im Grunde alltägliche amerikanische Familiengeschichten, unterhaltsam, ansprechend, originell erzählt, zeichnen diese Art von Filmen aus. "Sunshine Cleaning", nach einem wunderbaren Drehbuch von Megan Holly, ist nun dazuzuzählen.

Die Wirtschaftskrise hat die USA voll erwischt. Jetzt gilt es, Alternativen zu entwickeln, zu erproben. Bislang pendelten die beiden Schwestern Rose (Amy Adams) und Norah (Emily Blunt, "Der Teufel trägt Prada") mehr schlecht als recht zwischen miesen Aushilfsjobs und dem Arbeitsamt hin und her. Doch dann entsteht die Idee: Die Gründung einer Reinigungsfirma, die an den Orten aufräumt und putzt, an denen blutige Verbrechen passierten oder Selbstmorde.

Natürlich gibt es Anlaufschwierigkeiten zuhauf, sowohl mit der eigenen Identität, als auch mit den zahlreichen Seelenbefindlichkeiten; zudem müssen auch noch Roses achtjähriger, etwas verhaltenauffälliger Sohn Oscar (Jason Spevack) und der reichlich schrullige, über-aktive verwitwete Vater (wieder großartig: "Oscar"-Preisträger Alan Arkin, "Little Miss Sunshine") angemessen behandelt beziehungsweise im Tagesalltag untergebracht werden.

Dass das Produktionsteam hier auch beim Vor-Hit "Little Miss Sunshine" teilweise mitgewirkt hat, ist zu merken. Denn auch "Sunshine Cleaning" lebt von der spannenden Lebendigkeit der Figuren, von der Melancholie ihres Überlebenswillens, von den fröhlichen wie bitteren Pointen in ihrer Über-die-Runden-kommen-wollen-Betriebsamkeit.

Ohne Larmoyanz oder übertriebene Sentimentalität geht es erneut um belächelte Außenseiter mit Freak-Charme, die sich einfach nicht ´runterkriegen lassen (wollen). Aus dem vorzüglichen Ensemble verdient sich besonders Clifton Collins Jr. (noch in Erinnerung als Mörder Perry Smith in "Capote", neben "Oscar"-Mann Phlip Seymour Hoffman) eine Erwähnung: Als einarmiger Reinigungsartikelverkäufer Winston strahlt der Kalifornier eine angenehme Gelassenheit mit viel Würde und Charme aus.

Fazit also: Wieder so ein Juwel von bestem Indie-Kino, das für spezielle Lichtspiel-Glücksgefühle sorgt. Und als Ereignis zu annoncieren ist.

Filmhomepage: "Sunshine Cleaning"

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