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Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.08.2009

"Summertime Blues"

Hans-Ulrich Pönack über einen leichten Jugendfilm

Alex macht Urlaub in der Grafschaft Kent - und verliebt sich. ( Katrin Kühne)
Alex macht Urlaub in der Grafschaft Kent - und verliebt sich. ( Katrin Kühne)

Alex fährt mit seiner Mutter und ihrem neuen Lover in den Sommerferien nach England - notgedrungen. Viel lieber wäre er in Bremen bei seinen Freunden geblieben. Aber dann lernt er gleich zwei Mädchen kennen.

Deutschland 2009, Regie: Marie Reich, Darsteller: François Goeske, Sarah Beck, Zoe Moore, ab sechs Jahren, 116 Minuten

Das ist ein Debütfilm, der auf dem gleichnamigen Jugendroman der britischen Schriftstellerin Julia Clarke basiert und von den Pubertätswirren eines jungen Bremer Burschen namens Alex (Francois Goeske) handelt.

Der muss nicht nur damit klarkommen, dass seine Eltern sich scheiden lassen und auch schon mit neuen Partnern liiert sind, sondern dass er seine ganzen schönen Sommerferien nicht bei seinen norddeutschen Kumpels verbringen darf und stattdessen mit seiner Mutter und deren neuer "Flamme" - mit Seth, einem ganz und gar versnobten Seriendarsteller-Fuzzi - in Südengland verbringen muss, wo der gerade dreht.

Aber als ob es nicht schon genügend Stress ist, das alles zu akzeptieren, nein, dort nun - inmitten der saftigen Landschaft in der englischen Grafschaft Kent - trifft Alex auch auf zwei höchst unterschiedliche junge Mädels, die seinen Hormonhaushalt gehörig in Wallung bringen. Folgerichtig bekommt der Junior einen echten "Summertime Blues".

Ein Scheidungskind muss sich einkriegen, befindet sich zwischen Familienkrise, Identitätsfindung und erster Liebe - das wird angenehm sensibel wie lakonisch augenzwinkernd erzählt. Mit allerdings darstellerisch unterschiedlicher Kraft: Während die Erwachsenen viel zu "dick" auftragen (Karoline Eichhorn als Mutter wirkt viel zu eindimensional-holzschnittartig, Alexander Beyer überzieht unglaubwürdig als neuer, arroganter Mama-Lover), kommt der Nachwuchs (Sara Beck und Zoe Moore wie vor allem Hauptakteur François Goeske) natürlich wie überzeugend-wandlungsfähig gut rüber.

Der hauptsächlich auf ein jugendliches Publikum (zwischen 12 und 17 Jahren) zugeschnittene Film wurde von der Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat "wertvoll" bedacht und lässt insgesamt angenehm unterhaltsam schmunzeln.

Kulturpresseschau

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