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Thema / Archiv | Beitrag vom 13.08.2008

Studie: Klarer Zusammenhang zwischen Stundenzahl und Lernerfolg

Bildungsökonom Süßmuth: Unterschiede zwischen 16 Bundesländern sind überraschend groß

Schüler einer Grundschulklasse in Frankfurt am Main während des Unterrichts (AP)
Schüler einer Grundschulklasse in Frankfurt am Main während des Unterrichts (AP)

Eine neue Studie der Technischen Universität München zur politökonomischen Bedeutung der PISA-Vergleiche, die am Donnerstag veröffentlicht wird, weist einen deutlichen Zusammenhang zwischen erhaltener Stundenzahl und dem Lernerfolg von Schülern aus.

Die Anzahl der Unterrichtsstunden wirke sich "klar und deutlich" auf die PISA-Rangfolge aus, sagte der Bildungsökonom Bernd Süßmuth über die neue Studie, die er zusammen mit Carolin Amann und Robert K. von Weizsäcker erarbeitet hat. Diese Untersuchung beschäftige sich nicht nur mit der Situation in der 9. Klasse, sondern sie messe den "kumulierten Effekt" über mehrere Schuljahre hinweg in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch.

Die Unterschiede zwischen den 16 Bundesländern bezüglich der Stundentafeln seien überraschend groß gewesen, betonte Süßmuth: "Wenn Sie beispielsweise die Gesamtstundenzahlen in Thüringen vergleichen mit denen in Berlin, dann ist es so, dass die Berliner Gymnasiasten im Schnitt 1000 Schulstunden, betrachtet über alle Fächer, weniger hören als ihre thüringischen Gymnasiastenkollegen." Das habe einen signifikanten Effekt auf die PISA-Rangfolge. Nach den Ergebnissen der Studie ergebe sich bereits aus dem wöchentlichen Ausfall einer Mathematikstunde von 60 Minuten in einem bestimmten Bundesland eine Verschlechterung um drei Ränge innerhalb der PISA-Bewertung zwischen den verschiedenen Bundesländern.

Die Untersuchung der Technischen Universität München beschäftigt sich darüber hinaus mit den Auswirkungen der PISA-Studien auf die Wahlumfragewerte. Das schlechte Abschneiden Deutschlands im internationalen Vergleich im Jahr 2000 und 2003 habe für die jeweilige Bundesregierung Auswirkungen gehabt, äußerte Süßmuth: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich das durchaus in der Größenordnung von zwei bis drei Prozentpunkten in den Wahlumfragewerten ausgewirkt hat."

Gleiches gelte auch für einige Bundesländer, in denen sich für die jeweils amtierenden Landesregierungen aus dem unter- oder überdurchschnittlichen Abschneiden in den PISA-Studien entweder negative oder positive Effekte ergäben hätten.

Sie können das vollständige Gespräch mit Bernd Süßmuth mindestens bis zum 13.01.2009 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

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