Samstag, 23. August 2014MESZ13:26 Uhr

Kulturpresseschau

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Fazit

RuhrtriennaleSzenischer Essay über Schein und Sein
Der Regisseur Boris Nikitin spricht am 06.08.2014 in der Gebläsehalle in Duisburg während der Auftaktpressekonferenz der Ruhrtriennale 2014.

Drei Opernsänger und ein Pianist agieren in der Performance des Schweizer Theatermachers Boris Nikitin. Die berührende Uraufführung von "Sänger ohne Schatten" auf der Ruhrtriennale sorgte für Staunen, Lachen und Vergnügen.Mehr

Mexiko Verführung mit Endzeitstimmung

Obwohl sich Yuri Herreras Roman "Der König, die Sonne, der Tod" schlecht verkaufte, bringt der S. Fischer Verlag ihn nun drei Jahre nach der Ersterscheinung noch einmal heraus, in einem Band mit zwei weiteren Romanen des Autors. Mehr

AtonalEchos von der Schweinehaut
Der Eingang zum Club Tresor in der Köpenicker Straße in Mitte am 12.02.2009 in Berlin während der Party "Transducers! Berlin - London - Wien" von Filmbranche und elektronischer Musikszene

Das Festival Berlin Atonal startete im Berliner Club Tresor mit dem Ensemble Modern und Klassikern der Minimal Music. Es klang nach einer Verneigung vor historischen Größen elektronischer Musik. Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.04.2012

"Streitbar und polarisierend"

Der Kulturjournalist Wolfgang Hagen über den verstorbenen Theatermacher Ivan Nagel

Ivan Nagel, Theaterwissenschaftler, Intendant, Publizist, verstorben am 9. April 2012 in Berlin
Ivan Nagel, Theaterwissenschaftler, Intendant, Publizist, verstorben am 9. April 2012 in Berlin (picture alliance / dpa - Kay Nietfeld)

Ivan Nagel hat sich immer als Lernender verstanden und dieses Lernen als "unvergleichliches Glück" empfunden. Wolfgang Hagen hat ihn über die vergangenen zwei Jahre persönlich kennengelernt. Für das Deutschlandradio hat er gemeinsam mit Jens-Malte Fischer letzte Interviews mit Nagel geführt.

Wolfgang Hagen hat den am Ostermontag verstorbenen Theatermacher Ivan Nagel als einen der wichtigsten Theatertheoretiker des vergangenen Jahrhunderts bezeichnet. Immer wieder hätte Nagel dem deutschen Theater neue Impulse verliehen, sich aber auch auf anderen Gebieten hervorgetan, zum Beispiel als Essayist und Philosoph, sagte Hagen im Deutschlandradio Kultur. Damit bezog er sich vor allem auf die Zeit, in der Nagel das Schauspielhaus in Hamburg leitete und das Festival "Theater der Welt" begründete.

Wenige Monate vor seinem Tod habe er die Gelegenheit bekommen, Nagel zusammen mit Jens-Malte Fischer zu interviewen. Dabei habe er ihn als "eine ganz eigene Persönlichkeit" kennengelernt. Die daraus enstandene sechsteilige Gesprächsreihe läuft seit der Osterwoche im Programm von Deutschlandradio Kultur. Am Ostermontag sei Nagel "friedlich entschlafen".

Hagen wies darauf hin, dass Nagel nie selbst inszeniert habe und auch nie auf der Bühne gestanden habe. Dennoch habe er das Nachkriegstheater in Deutschland wie kaum ein Zweiter geprägt. Dass er sich in fortgeschrittenem Alter noch zu Interviews bereit erklärt habe, sei ein großes Glück gewesen, denn er "wollte nie über sein Leben reden. Er wollte nie das Individuum zelebrieren und inszenieren."

"So eine Persönlichkeit können wir suchen. [...] Er hat die Möglichkeiten gehabt, das Theater der späten 60er, er war ja Chefdramaturg Kortners, und dann der 70er Jahre zu befördern. Man muss auch sozusagen diese Chancen haben, um sie dann zu ergreifen. Ich würde jedenfalls nicht empfehlen, einen großen Heroen aufzubauen, denn das war Ivan Nagel, weiß Gott, nicht. Ein streitbarer Mensch, ein strittiger Mensch, ein Homosexueller, der ja auch wirklich sehr strittige Thesen zu den großen Künstlern der Kunst- und Theatergeschichte vertrat, nämlich zum Beispiel den großen Kunstsinn Shakespeares auch mit seiner Homosexualität erklärte."


Links auf dradio.de:

Trauer um einen großen Theaterförderer - Früherer Theaterintendant Ivan Nagel ist tot

"Ich gehörte zu drei Minderheiten" - Ivan Nagel: Eine Autobiografie in sechs Gesprächen

"Dieses Rätsel will ich leben" - Der Kulturwissenschaftler Jens-Malte Fischer führte mit Wolfgang Hagen letzte Interviews mit Ivan Nagel
Monsieur Lazhar von Philippe Falardeau