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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 30.12.2009

"Stepfather"

Hans-Ulrich Pönack über einen mittelmäßigen Psychothriller

Ein Serienmörder gibt sich als Witwer aus, der eine neue Familie gründen will. Sein neuer Stiefsohn kommt ihm auf die Spur.

USA 2009, Regie: Nelson McCormick, Hauptdarsteller: Dylan Walsh, Sela Ward, ab 16 Jahren, 101 Minuten

Nelson McCormick, ein langjähriger US-TV-Regisseur, stellt nach seinem Splattermovie-Remake-Debüt "Prom Night – Eine gute Nacht zum Sterben" von 2008 seinen zweiten Kinospielfilm vor. Wieder als Remake: Das Original heißt "The Stepfather", stammt von 1986, wurde damals von Joseph Ruben nach einem Drehbuch des bekannten Krimischriftstellers Donald E. Westlake inszeniert, kam hierzulande als Video-Premiere am 28.6.1988 heraus, entpuppte sich als "Juwel des B-Films" und hatte bei uns danach verschiedene Titel wie "Kill, Daddy, kill" oder "Spur in den Tod II" oder "The Stepfather – Kill, Daddy, Kill". Deutsche DVD-Premiere hat dieses kultige Psycho-Movie mit zeitgenössischem Grusel-Geschmack (Reagan-Ära) übrigens gleich nach dem Kinostart des Remakes, in der nächsten Woche.

Alles ist von Anfang an für den Zusehenden klar: Dieser nette Witwer David Harris (Dylan Walsh) ist keineswegs der liebenswerte Zeitgenosse, für den er sich ausgibt. Und er hat auch nicht, wie er tönt, vor einem Jahr bei einem Unfall Frau und Kind verloren, ganz im Gegenteil: David, wie er sich jetzt nennt, ist ein "Psycho" der übelsten Sorte. Ein Serienmörder. Der sich in "freundliche Familien" täuschend-geschickt wie berechnend einschleicht, um eine "Familie" zu gründen, zu haben, zu bekommen, zu besitzen.

Sollten sich dann allerdings "personelle Unklarheiten" oder Misstrauen häufen und eine Enttarnung bevorstehen, killt er seine familiäre Umgebung eiskalt, um sich einer neuen zuzuwenden. Dabei ist und bleibt unklar, wer er nun genau ist, wie er wirklich heißt und welche Motive ihn zu seinen blutigen Taten wirklich bewegen. Ein Wahnsinniger in der Maske eines Biedermanns.

Diese menschliche Doppelbödigkeit wird auch hier "genüsslich" wie trivial wie aber auch ziemlich schal ausgereizt. David und seine neue Family. Während die neue Gattin, die geschiedene Susan (Sela Ward), ganz aus dem ahnungslosen emotionalen Häuschen ist, bleibt der fast erwachsene Sohn Michael (Penn Badgley) von Anfang an misstrauisch und hartnäckig. Natürlich halten ihn Sexy-Freundin Kelly (Ambert Heard) und seine Mutter bei seinen Mutmaßungen für paranoid, aber Michael bleibt dran. Und natürlich kommt es, wie es halt so kommen muss ...

Vorhersehbarer, wenig originell oder pointiert inszenierter und mit "Bedienungsakteuren" versehener Kleinkram von Spannungsfilm, bei dem des Hausherrn ständige Bemühungen, seine Paranoia im Zaum zu halten, ebenso ermüdet wie die "Anstrengungen" der Beteiligten, dies unlogisch ignorieren zu müssen. Und weil wir im Parkett ja alles wissen (und kennen), langweilt diese wenig atmosphärische Spannungschose mehr und mehr. Auf DVD hätte man diese ausgelatschte Genre-Gruselei schnell(er) durchgehabt.

P.S.: Das Wiedersehen mit dem Originalfilm auf DVD (Kaufstart: 8.1.2010, unter dem Titel "The Stepfather – Kill, Daddy, Kill") jedenfalls ist weitaus spannender, hintergründiger, unterhaltsamer, also empfehlenswerter.

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