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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 06.03.2015

Steinway FlügelRuhm in den weltweiten Konzerthallen

Von Sabine Eichhorst

Flügel der Firma Steinway in Hamburg (picture alliance / dpa / Foto: Axel Heimken)
Flügel der Firma Steinway warten im November 2012 in Hamburg auf die Endabnahme. (picture alliance / dpa / Foto: Axel Heimken)

Heinrich Steinweg baute 1825 sein erstes Klavier in Seesen im Harz. Aus Steinweg wurde Steinway, er ging nach New York und wurde einer der bekanntesten Klavierbauer der Welt. Heute liegt das einzige Steinway-Werk außerhalb der USA in Hamburg-Bahrenfeld.

Das erste Klavier war ein Hochzeitsgeschenk, zusammengetüftelt in einer Küche in Seesen im Harz, 1825. Der junge Förstersohn Heinrich Steinweg heiratet seine Braut Juliane und schenkt ihr ein "Fortepiano". Steinweg liebt die Musik, in der Schlacht bei Waterloo blies er das Horn zum Angriff gegen den Feind, im Feldlager bastelte er Mandolinen und Zithern. Er wird Tischler, doch die strenge Zunftordnung verbietet ihm zunächst den Bau von Musikinstrumenten. Zu Hause in seiner Küche baut Steinweg seinen ersten Flügel. Der Herzog von Braunschweig wird einer seiner ersten Kunden.

1853 gründete Heinrich Steinweg eine Firma, in New York, wo er sich inzwischen wegen der besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen niedergelassen hat. Heinrich nennt sich "Henry", das Unternehmen trägt den Namen "Steinway and Sons" und ist eine Aktiengesellschaft. Auch sein Geschäftsmotto ist sehr amerikanisch: to built the best piano possible.

Bereits 1860 gelten seine Instrumente als derart ausgefeilt, dass die Konkurrenz beginnt, das "Steinway System" zu kopieren. Henry Steinway, sein Bruder, ein Ingenieur und Akustiker, sowie seine Söhne, ebenfalls Klavierbauer und -techniker, melden an die einhundert Patente an. Bezüglich der Rimbiegung. Bezüglich der Ganzgusseisenplatte. Bezüglich der Hämmer und der kreuzweise gespannten Stahlsaiten.

Hamburg beliefert den Rest der Welt

Heinrich Steinweg und seine Nachfahren sparten und investierten, sie bauten 1860 die riesige Fabrik in der 52. Straße, dort, wo heute die Park Avenue entlangläuft. Man baute eine Arbeitersiedlung mit eigener Kirche, Schule, Bücherei, Feuerwehr, Post. Und man gründete 1880 die bis heute einzige Fabrik außerhalb der USA, in Hamburg. Das Werk in New York beliefert Nord-, Mittel- und Südamerika. Hamburg beliefert den Rest der Welt.

Steinway verkaufte Flügel an die bedeutendsten Künstler und in die ruhmreichsten Konzerthallen der Welt. Man gründete eine eigene Künstler- und Konzertabteilung und betreute die geschätzten Kunden in allen Situationen des täglichen Lebens. "Ich habe meine Hosen und meinen Anzug im New Yorker Appartement liegen lassen", kabelte Ignaz Paderewski. "Und meine Tochter hat außerdem zwölf Schildkröten vergessen. Glaubt, sie seien in der Küchenspüle."

1996 notiert das Unternehmen an der Wallstreet, die Aktie wird unter dem Kürzel "LVB" wie Ludwig van Beethoven gehandelt. 1972 hatte Henry Z. Steinway, Heinrich Steinwegs Urenkel, die Klavierfabrik an den Medienriesen CBS verkauft.

Mehr zum Thema:

Carl Bechstein - Klaviere für die Ewigkeit
(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 06.03.2015)

Länderreport

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