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Konzert / Archiv | Beitrag vom 10.01.2016

Staatskapelle Berlin mit A. Pappano und R. CapuconTraumbaumausstellung

Aufzeichnung aus der Philharmonie Berlin

Der Geiger und Dirigent Renaud Capuçon (Jean Francois Leclercq/WarnerMusic/Mozartfest Würzburg)
Der Geiger Renaud Capuçon spielt an diesem Abend das Konzert von Dutilleux (Jean Francois Leclercq/WarnerMusic/Mozartfest Würzburg)

Einen Baum voller Träume und Bilder einer Ausstellung - das bieten die Staatskapelle Berlin, der Geiger Renaud Capuçon und der Dirigent Antonio Pappano in diesem Konzert, das wir am Vormittag aufgenommen haben.

Man kann es als Phänomen oder einfach als abendländische Konstante bezeichnen, wenn ein Orchester fast viereinhalb Jahrhunderte in ein- und derselben Stadt präsent ist. Als "kurbrandenburgische" und später "königlich-preußische" Hofkapelle, dann als Staatskapelle Berlin – dieses ist eines der ältesten Orchester der Welt.

Geographisch betrachtet befindet sich die Staatskapelle mit diesem Musikprogramm im Zentrum: Die Werkbeiträge stammen aus Frankreich und Russland, das Programm "lebt" und atmet den Kulturaustausch zwischen den Nationen. Im Schlusswerk gibt es eine geographische Überlappung, die Klaviervorlage des Russen Modest Mussorgskij wird durch die orchestrale Raffinesse des Franzosen Maurice Ravel aufgeladen – daraus entsteht mit der meistgespielten Version der "Bilder einer Ausstellung" ein Musikwerk von wirklich neuer Qualität.

Musik von Ravel wird auch den Abend eröffnen: Die meisterhaft gestaltete Suite "Ma mère l'oye" ("Mutter Gans") imaginiert eine Märchenwelt, die ursprünglich auch für Klavier zu vier Händen erdacht war. Vier Stücke daraus hat Ravel dann auf Anregung seines Verlegers orchestral erweitert.

Der französische Geiger Renaud Capuçon wird in der Mitte des Programms das Violinkonzert mit dem Titel "L'arbre des songes" (Baum der Träume) von Henri Dutilleux spielen – das Werk eines Franzosen, der 2013 im Alter von 97 Jahren gestorben ist. Am 22. Januar 2016 wäre er 100 Jahre alt geworden. Dutilleux wurde als "van Gogh der Moderne" bezeichnet – als ein Anti-Avantgardist und ein Mensch voller Rätsel. "Es ist mein Ziel, jedes Werk als lebendiges, organisches Ganzes entstehen zu lassen" – eine der zentralen Thesen dieses Henri Dutilleux. Auch die anderen beiden Stücke des Abends sind lebendige, organische Werke, die jeweils ein geschlossenes Ganzes bilden.

 

Philharmonie Berlin

Aufzeichnung vom 10. Januar 2016

 

Maurice Ravel

"Ma mère l'oye"  - Suite für Orchester

 

Henri Dutilleux

"L'arbre des songes" - Konzert für Violine und Orchester

 

Modest Mussorgskij

Bilder einer Ausstellung (Orchesterfassung von Maurice Ravel)

 

Renaud Capuçon, Violine

Staatskapelle Berlin

Leitung: Antonio Pappano

Konzert

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