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Thema / Archiv | Beitrag vom 29.08.2011

"Spinnennetzartiges System" von Infiltration

Politikpsychologe: Pharmaindustrie hat Schweinegrippe-Impfstoff-Kauf beeinflusst

Thomas Kliche im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Das H1N1-Virus sei ungefährlicher gewesen als eine normale Sommergrippe, prangert Kliche an. (AP)
Das H1N1-Virus sei ungefährlicher gewesen als eine normale Sommergrippe, prangert Kliche an. (AP)

Die großen Institutionen im Gesundheitswesen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO, aber auch die Ständige Impfkommission in Deutschland, sind nach Darstellung des Politikpsychologen Thomas Kliche von der Pharmaindustrie unterwandert.

"Wir müssen uns klarmachen, dass die Pharmaindustrie inzwischen ein weltweites, spinnennetzartiges System von Infiltration von Forschung und Gesundheitsorganisationen aufgebaut hat", sagte Kliche. Jeder, der in diesem Feld tätig sei, wisse: "Wenn ich gut kooperiere, dann habe ich bessere Karrierechancen, weil meine Studien gefördert werden, weil ich mehr veröffentlichen kann, weil ich mehr Gelder bekomme". Diese "Art von symbiotischer Zusammenarbeit" kam Kliche zufolge auch bei der Schweinegrippe vor zwei Jahren zum Tragen: Damals kauften die Bundesländer massenhaft Impfstoff ein, der nun im Wert von 250 Millionen Euro vernichtet werden muss – das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen.

"Diese Schweinegrippe war ungefährlicher als eine normale Sommergrippe bei uns", sagte der Politikpsychologe von der Universität Magdeburg und bezog sich dabei auf entsprechende Zahlen zur Sterblichkeit. Doch die Politiker seien "unter Zugzwang" geraten, weil die WHO eine Pandemie ausgerufen hatte: "Die Entscheidungsträger sind angeschmiert. Wenn erst mal unter großem Mediendruck so eine Informationskulisse aufgebaut ist, dann kommen die aus der Nummer kaum noch raus."

Gegen das Netz von "kleinen Verstrickungen" helfen Kliche zufolge nur vielfältige Maßnahmen für mehr Transparenz in der Medizin. So müsse die Ständige Impfkommission öffentlich tagen. Erforderlich sei aber auch ein Umdenken im Gesundheitswesen: Anstatt Geld für "absurde Grippeimpfungen" auszugeben, sollte mehr für die Prävention getan werden: "Das würde uns nämlich sehr viel mehr Leben retten", sagte Kliche.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das vollständige Gespräch mit Thomas Kliche können Sie mindestens bis zum 29.1.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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