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Fazit / Archiv | Beitrag vom 26.06.2012

"Spidey" wird 50

Zum Jubiläum kommt ein neuer Film des Comic-Helden in die Kinos

Klaus Schikowski im Gespräch mit Britta Bürger

Ein Sammler-Comic von Spider-Man für 1800 Euro ist in Erlangen auf dem 15. Internationalen Comic-Salon an einem Stand zu sehen. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
Ein Sammler-Comic von Spider-Man für 1800 Euro ist in Erlangen auf dem 15. Internationalen Comic-Salon an einem Stand zu sehen. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)

Spider-Man sei einfach ein bisschen cooler gewesen als die anderen-Helden, mit seinen Spinnenkräften und dem ikonischen Kostüm, sagt Comic-Experte Klaus Schikowski. Auch das habe zum Erfolg der menschenlichen Spinne beigetragen.

Britta Bürger: Spider-Man wird 50 und feiert das mit einem neuen Film: Am Donnerstag kommt "The Amazing Spider-Man" in 3D in die deutschen Kinos. Mittlerweile ist das ja schon der vierte Spider-Man-Film, und man fragt sich, warum und wie sich diese Figur so erfolgreich hält. Der Comic-Experte Klaus Schikowski schreibt gerade ein Buch zur Geschichte des Comics und hat sich ausführlich mit Spider-Man befasst. Schönen guten Tag, Herr Schikowski!

Klaus Schikowski: Schönen guten Morgen, Frau Bürger!

Bürger: Wann hatten Sie eigentlich Ihre persönliche Spider-Man-Initiation?

Schikowski: Es ist ja so, ich habe ja meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und beschäftige mich hauptsächlich, hauptberuflich mit Comics, und ich habe tatsächlich Spider-Man schon sehr, sehr früh gelesen, mit sieben Jahren. Und ich glaube, bei mir hat das Konzept sehr, sehr schnell gegriffen, denn Spider-Man ist ja der etwas andere Superheld, der auch mal davonläuft und zweifelt an sich selbst, und ich glaube, das hat mich als Kind schon sehr begeistert, im Gegensatz zum Strahlemann Superman.

Bürger: 1962 wurde Peter Parker als Comicfigur geboren. Die erste Geschichte, die hatte nur 11 Seiten und sollte dann eben doch der Auftakt sein für eine bislang 50 Jahre währende Serie mit Open End. Dann gab es Cartoon-Filme im Fernsehen, und nun schon den vierten Kinofilm. Erzählen Sie genauer, was so besonders faszinierend ist an dieser Figur.

Schikowski: 1962 erschien Spider-Man das allererste Mal in einer Monsterreihe namens "Amazing Fantasy", und zwar in dieser Kurzgeschichte. Und dort erschienen insgesamt Monster-Comics, aber Spider-Man war da schon ein wenig anders: Das war halt dieser junge Highschool-Student, der von einer radioaktiven Spinne gebissen wird, und danach mit seiner großen Kraft zurechtkommen muss und eigentlich vor dieser Verantwortung, diese große Kraft zu haben, davonläuft.

Was auch noch dazukommt, war, dass Spider-Man ein wenig cooler war als die anderen Superhelden – allein schon die Spinnenkräfte, und er konnte mit Netzen schießen, und dieses ikonische Kostüm, was heutzutage immer noch die kleinen Kinder auf T-Shirts tragen, das hat alles zu dem Erfolg beigetragen. Und ich denke, letzten Endes war es diese Verweigerung, erwachsen zu werden, die in den 60er-Jahren so gut ankam.

Das vollständige Interview mit Klaus Schikowski können Sie als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören oder hier nachlesen.

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