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Deutschlandrundfahrt | Beitrag vom 12.03.2017

Spaziergang mit Roland Jahn Mit dem Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen durch Jena

Moderation: Renate Schönfelder

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Roland Jahn und Renate Schönfelder in Jena. (Deutschlandradio / Nicolas Hansen)
Roland Jahn und Renate Schönfelder in Jena. (Deutschlandradio / Nicolas Hansen)

Roland Jahn kommt gebürtig aus Jena. Heute ist er der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, zu DDR-Zeiten war er Persona non grata und wurde ausgewiesen. Er zeigt Renate Schönfelder "sein" Jena.

Seit März 2011 ist Roland Jahn Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Mit der Stasi kennt er sich aus: 1983 wurde der gebürtige Jenaer festgenommen. Die Stasi schloss ihn in einem Abteil im letzten Wagon des Interzonenzuges nach Bayern ein und schickte ihn auf die Reise in den Westen.

Freiwillig wäre er nie gegangen. Das wusste die Stasi vermutlich. Ins Gefängnis sperren konnten sie ihn nicht, das hatten sie bereits versucht. Westdeutsche Medien liefen anschließend Sturm. Also wurde er, wie andere Oppositionelle aus Jena damals auch, aus der DDR ausgewiesen. Jena war Anfang der 80er Jahre das Zentrum der Opposition in der DDR.

Fotos vom RundgangRoland Jahn bei der Lesung seines Buches im Volkshaus JenaLesung vor Publikum im vollbesetzten VolkshausIn der Friedrich-Schiller-Universität, wo Roland Jahn gegen seinen Willen exmatrikuliert wurdeRoland Jahn erzählt, dass seine Kommilitonen über seine Zukunft an der Uni richten musstenHeute hängt eine Gedenktafel für die an der Uni politisch Unterdrückten im Foyer des HauptgebäudesEin bisschen Genugtuung verspüre er schon, wenn er heute in diese Universität kommt, sagt Roland JahnRoland Jahn im Gespräch mit Renate SchönfelderPflicht in Thüringen: echte Thüringer Bratwurst - am Geruch zu erkennen, wie Roland Jahn sagtRoland Jahn erzählt über seine Verhaftung in der DDR und die ZwangsausbürgerungAuf dem Johannisfriedhof erzählt Jahn vom  Tod seines Freundes Matthias DomaschkNach seiner Zwangsausbürgerung war Roland Jahn noch einmal illegal in Jena  und hatte Sorge, dadurch seine Eltern in Gefahr zu bringenVor seinem Elternhaus werden viele Erinnerungen wach. Das ist der Wert historischer Orte, sagt Roland Jahn zum Schluss

Seine Eltern hatten sich bemüht, ihren Sohn unpolitisch zu erziehen. Roland Jahn besuchte das heutige Angergymnasium im Osten Jenas, wo ihm seine Lehrerin aber schon früh attestierte, er habe eine Neigung zur Opposition. Mit seinem Gerechtigkeitsempfinden eckte er immer wieder an. Der Lesekreis in der Jungen Gemeinde wurde ihm für seine Vorstellung von Freiheit schnell zu klein. Er protestierte gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, wurde anschließend von der Universität, wo er Wirtschaftswissenschaften studierte, exmatrikuliert und arbeitete bei Carl-Zeiss-Jena als Transportarbeiter. Im Westen arbeitete er als Journalist und setzte sich weiter für die Opposition in der DDR ein.

Der Spaziergang

(Google Maps) (Google Maps)

Renate Schönfelder begleitet Roland Jahn durch seine Geburtsstadt – Jena.

Eine Wiederholung vom 08.03.2015.

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