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Kulturnachrichten

Montag, 29. Februar 2016

Software setzt Dokumente aus Kölner Archiv zusammen

Die Restaurierung aller Archivalien wird 30 bis 40 Jahre dauern

Sieben Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs soll eine neue Computer-Methode helfen, völlig zerfetzte Akten und Bücher wieder zusammenzusetzen. Vorbild ist das Verfahren zur Rettung der Stasi-Unterlagen. "Damit können wir perspektivisch die geborgenen rund zwei bis drei Millionen Archivgutfragmente wieder zu ganzen Seiten zusammenfügen", sagte die Leiterin des Historischen Archivs, Bettina Schmidt-Czaia. Die zerrissenen Seiten werden dafür mit einem speziellen Strahler schonend gereinigt. Danach macht ein Scanner hochpräzise Aufnahmen und übermittelt sie an eine Software, die zum Beispiel Farbe, Schriftart und Risskanten analysiert. Das von Menschen machen zu lassen, wäre aus Sicht von Schmidt-Czaia quasi aussichtslos gewesen. Das Archiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Zwei Menschen kamen ums Leben. Die Trümmer begruben zudem 30 Regalkilometer an Dokumenten. Die Stadt beziffert den Gesamtschaden bislang mit 1,2 Milliarden Euro.

Dose entpuppt sich als Elfenbeinarbeit aus 13. Jahrhundert

Weltweit nur noch 70 Exemplare bekannt

In den Mühlhäuser Museen hat lange Zeit unerkannt ein Schatz geschlummert: Der Berliner Kirchenhistoriker Hartmut Kühne hat eine arabische Elfenbeinarbeit aus dem frühen 13. Jahrhundert in den Altbeständen der Museen entdeckt. Das teilte die Staatskanzlei in Erfurt mit. Die herausragende Qualität des gut erhaltenen zeichnerischen Dekors stelle die Mühlhäuser Pyxis- ein liturgisches Gefäß zur Aufbewahrung von Hostien- in eine Reihe mit einem Walmdach-Kästchen im Londoner Victoria and Albert Museum und einem im New Yorker Metropolitan Museum of Art ausgestellten Kästchen. Der Fund werde derzeit im Kunstgewerbemuseum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin wissenschaftlich untersucht. Am 9. März soll er dort erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ab April wollen die Mühlhäuser Museen die Arbeit, die lange als ein Schmuckdöschen aus dem 18. Jahrhundert angesehen wurde, in ihrer neuen Dauerausstellung im Kulturhistorischen Museum präsentieren.

Düsseldorfs künftiger Theaterchef bespielt auch Zirkuszelt

Wilfried Schulz schafft eine weitere provisorische Spielstätte

Der künftige Intendant des Düsseldorfer Schauspiels, Wilfried Schulz, fügt den beiden provisorischen Spielstätten seines Theaters eine weitere hinzu: Ein Zirkuszelt wird zu Beginn seiner ersten Spielzeit im Herbst 2016 vorübergehend zur Bühne. Das Zelt für 500 Zuschauer werde am Ende der Königsallee stehen, sagte Schulz heute in Düsseldorf. Der 63-Jährige ist derzeit noch Chef des Staatsschauspiels in Dresden. Seine Intendanz muss Schulz entgegen der ursprünglichen Pläne mit provisorischen Spielstätten beginnen: Das traditionsreiche Schauspielhaus bleibt wegen einer Großbaustelle bis zur Spielzeit 2017/18 geschlossen.

Berliner Philharmoniker-Intendant Hoffmann geht 2017

Ein Jahr vor dem Amtsantritt des neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko

Martin Hoffmann, der Intendant der Berliner Philharmoniker, gibt 2017 seinen Job auf. Er habe sich entschieden, nicht in Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung einzutreten, so Hoffmann. Der noch amtierende Chefdirigent Sir Simon Rattle dankte Hoffmann für eine sechsjährige gute Zusammenarbeit. "Er hat einen der schwierigsten Jobs in unserer Branche mit gesundem Menschenverstand, gutem Humor und einem großen Maß an Kreativität ausgeübt". Der einstige Medienmanager Hoffmann hatte 2010 die Nachfolge von Pamela Rosenberg als Intendant des Weltklasse-Orchesters angetreten. Als Quereinsteiger habe er seine Aufgabe als "ungemein spannend" erlebt, sagte Hoffmann. "Andererseits ist es ja kein Geheimnis, dass die gewachsenen Strukturen in diesem Hause für den Intendanten nicht immer nur einfach sind, Stichwort: Selbstverwaltung des Orchesters."

Oscar -Verleihung in Los Angeles

"Spotlight" gewinnt Preis für den besten Film

Das Missbrauchsdrama "Spotlight", der Western "The Revenant - Der Rückkehrer" und das Actionspektakel "Mad Max: Fury Road" sind die großen Gewinner der Oscar-Verleihung. "Spotlight" wurde von der US-Filmakademie zum besten Film des Jahres gewählt und erhielt außerdem die Trophäe für das beste Original-Drehbuch. Der Film von Regisseur Tom McCarthy erzählt die wahre Geschichte der Aufdeckung eines Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche durch ein Reporterteam. Mit dem Abenteuerepos "The Revenant" konnte sich Hollywoodstar DiCaprio als Hauptdarsteller den ersten Oscar seiner Karriere sichern. Der Mexikaner Alejandro González Iñárritu wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Regisseur ausgezeichnet. Außerdem gab es den dritten Oscar hintereinander für den mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki. "Mad Max" räumte zwar die meisten Oscars ab, allerdings keinen in den Königskategorien. Als beste Hauptdarstellerin wurde Brie Larson für ihre Rolle einer aufopferungsvoll kämpfenden Mutter in dem Entführungsdrama "Room" geehrt.

Oscar Moderator teilt aus

Chris Rock lästert über "weißes Hollywood"

Oscar Moderator Chris Rock benannte deutlich die Kontroverse um die diesjährigen Nominierungen, unter denen in den wichtigsten Kategorien keine Afroamerikaner waren.
Er überzeugte mit sarkastischen Bemerkungen wie: "Warum protestieren wir aber? Warum bei diesen Oscars?" Diese ganze "Keine Schwarzen"-Sache habe es schon mehr als 70 Mal gegeben. "Da gab es aber keine Proteste", sagte Rock mit Verweis auf die 50er und 60er Jahre. "Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt", dann sei einem egal, was die beste Dokumentation sei. Das Thema zog sich durch die gesamte Gala und wurde immer wieder aufgegriffen, vor allem von Chris Rock, aber auch von einigen anderen Filmgrößen. Im Internet lief die lebhafte Debatte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.

Babelsberg feiert Oscar-Gewinn

Freude über bersten Nebendarsteller, Enttäuschung beim Kurzfilm

Mit großer Freude haben Studio Babelsberg und das Medienboard Berlin-Brandenburg auf den Oscar für Schauspieler Mark Rylance (56) reagiert. Er wurde in der Nacht zu Montag als bester Nebendarsteller in der deutschen Koproduktion "Bridge of Spies- Der Unterhändler" ausgezeichnet. "Das ist auch für das Studio Babelsberg und alle, die in Deutschland am Zustandekommen des Films mitgewirkt haben, eine große Sache», sagte Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus der Deutschen Presse-Agentur. Die Oscar-Hoffnungen des deutschen Regisseurs Patrick Vollrath haben sich dagegen nicht erfüllt. Der 31-jährige Vollrath war mit "Alles wird gut" in der Kategorie "Bester Kurzspielfilm" nominiert, die Auszeichnung ging aber an "Stutterer" von Benjamin Cleary und Serena Armitage.

Mehr Studienberechtigte in Deutschland

52,7 Prozent der Absolventen mit Studienberechtigung waren Frauen.

Im vergangenen Jahr haben rund 443.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben. Das waren 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden unter Hinweis auf noch vorläufige Daten mitteilte. 52,7 Prozent der Absolventen waren Frauen. Laut Statistikamt gab es der Bevölkerungsentwicklung folgend in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin im Vergleichszeitraum eine Anstieg der Zahl der Studienberechtigten um insgesamt 8,3 Prozent, in den alten Bundesländern um 1 Prozent. Nach Angaben der Statistiker erlangte mit einem Anteil von 76,8 Prozent der größte Teil der Studienberechtigten die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, die übrigen Absolventen erwarben die Fachhochschulreife.

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Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

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