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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 26.05.2010

"Sex and the City 2"

Hans-Ulrich Pönack über das sympathische Zicken-Ensemble

Die vier weiblichen Musketiere aus dem Universum Manhattan sind wieder da. Sie staksen auf High Heels durch die Wohnung, tragen in jeder Szene andere Klamotten, beklagen sich über ihre Männer und lassen sich gemeinsam von einem Scheich nach Abu Dhabi einladen.

USA 2009, Regie: Michael Patrick King, Hauptdarsteller: Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis, Cynthia Nixon, 146 Minuten, ab 12 Jahre

Nun sind sie wieder da, die vier weiblichen Musketiere aus dem "exklusiven Universum" des hollywoodschen Manhattan, deren Dasein getreu dem Motto "Eine für Alle, Alle für Eine", oder so, abläuft. Wir erinnern uns: Am Ende des ersten Kinofilms kamen Carrie und Mr. Big (Chris Noth) doch noch zusammen. Somit waren alle vier unter der Haube, aber die ewige Femme Fatale Samantha hatte die Festbeziehungsfaxen schon satt und trennte sich von ihrem Jüngelchen.

Zwei Jahre später staksen die New Yorkerinnen Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte wieder auf ihren übergroßen Tretern und mit ständig neuen Klamotten durch die Szenerie und bemühen sich, "insgesamt" glücklich zu sein. Was insbesondere aber Carrie schwerer fällt, denn "Big und ich sind zu sehr Mister und Misses Ehepaar geworden", klagt sie. Er hat sich in ihrem geräumigen Luxus-Appartement auch fürs Schlafzimmer einen Fernseher besorgt, sieht am liebsten "gemütlich" alte Schwarz-Weiß-Movies, während sie nunmehr "das gewisse Prickeln" in ihrer Zweisamkeit vermisst. Deshalb probiert sie es schon mal mit zweitägiger "Aushäusigkeit", um seine Sofa-Bequemlichkeit "abzuschwächen".

Samantha dagegen hat erkannt, dass sie für eine Immer-Bindung einfach nicht zu haben ist und hält ihr Sexleben lieber "so" in ständigem Kerle-Schwung. Allerdings ist auch sie keineswegs jünger geworden und pfeift deshalb andauernd "entsprechende Tabletten" ein. Zudem benutzt sie ständig irgendwelche "entsprechenden Cremes": "Ich habe meinen Körper ausgetrickst. Er denkt jetzt, ich sei jünger", verkündet sie triumphierend.

Charlotte dagegen hat endlich ihre Traumfamilie zusammen, einschließlich zweier reizender Töchter, allerdings ist sie mit ihrer Mutterrolle – einschließlich ständig schreiendem Baby – ziemlich überfordert. Zudem macht ihr auch das attraktive, aufreizend BH-los herumwirbelnde Kindermädchen "zu schaffen".

Anwältin Miranda dagegen hat beschlossen, ihren Job an den Nagel zu hängen und sich in eine Art Super-Hausfrau "zu steigern". Am Anfang aber ist erst einmal ein gigantisches, extravagantes Hochzeitsfest annonciert. Die Freunde Stanford & Anthony heiraten, mit viel Chor, lebenden Schwänen und Liza Minnelli in einer zünftigen Show- und Gesangseinlage (= ist die vielleicht noch gut drauf ). Als dann ein anwesender Scheich die PR-Expertin Samantha auf einen Luxus-Urlaub nach Abu Dhabi (in den Vereinigten Arabischen Emiraten) kostenlos einlädt, "packt" diese natürlich auch gleich ihre besten Freundinnen mit ein und los geht es.

Vier Weibsen im Moslem-Land der Wolkenkratzer und Ganzkörperschleier. Der riesige Luxus beeindruckt selbst diese verwöhnten Ladys, doch muss vor allem Samantha bald feststellen, dass ihre offensive Art, auf Männer zuzugehen, hier "nicht so doll" ankommt. Währenddessen beschließt Carrie, die hier zufälligerweise ihren "jubelnden" Ex-Lover Aidan trifft ("Das ist die schönste Fata Morgana, die ich je hatte"), "einen kurzen Ausstieg aus dem Ehe-Einerlei zu wagen". Achherjeh. Bzw.: Undsoweiter ... undsofort ...

Die Mädels sind wieder "aktiv". Und wie! Mit vielen Späßen, immerwährenden emotionalen Auf und Abs, Stichwort: "Frau" wird ja auch nicht jünger, und vor allem mit dem permanenten Kleiderwechsel (= in jeder Szene werden andere Klamotten vorgeführt). Zwischen Kamel-Reiten, Shopping und Dekadenz am Pool bewegen sich die verbalen Themen um die "üblichen Geschichten": Schuhe, Männer und der ganz normale Anzieh-Glamour.

"City Sex 2" als schmackhafter filmischer Cocktail, von Wirtschafts- und Finanzkrise keine Spur: Mode von Louis Vuitton, Gucci und Stilettos von Manolo Blahnik beherrschen die "reizende" Optik. Die von den "gewohnten üblichen Verdächtigen" cool gefüllt wird: Sarah Jessica Parker (45) gibt die "blühende" Carrie (die auch zu Hause, in der Wohnung, mit diesen "Urviechern" von Schuhen durch die Gegend krakselt); Kim Cattrall (53) stillt als Samantha amüsant weiterhin ihren ausgiebigen Kerle-Bedarf; die rot-blonde Cynthia Nixon (44) als Miranda "erfindet" sich selbstbewusst noch einmal neu; Kristin Davis (45) hat als "Mäuschen vom Dienst" Charlotte immer ihr staunendes Naiv-Lächeln parat. Ein sympathisches Zicken-Ensemble in einem Fortsetzungsfilm, der dann allerdings zu lang geraten ist, dem zum guten Schluss mächtig die Pointen-Puste ausgeht, der zu lange kein Ende findet. Insgesamt aber ist der 2. "Sex and the City"-Film wieder eine "ulkige" abendfüllende Modenshow als unterhaltsame Weibsen-Performance. Behauptet der staunende, erneut ganz schön "angemachte" Kritiker-Kerl. Motto: Ich verstehe die nicht, finde sie aber "reizend".


Filmhomepage "Sex and the City 2"

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